60 Jahre DGN

60 Jahre DGN: Was bedeutete die Zeit am Gymnasium für dich?

60 Jahre DGN: Was bedeutete die Zeit am Gymnasium für dich?

60 Jahre DGN: Was bedeutete die Zeit am Gymnasium für dich?

Apenrade/Aabenraa
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Klassenfahrten gehören zu den besten Erinnerungen der ehemaligen DGN-Schüler – hier die Klasse von Gerhard Bertelsen und Claus Diedrichsen auf Deutschlandfahrt. Foto: Privat

Ehemalige Absolventen des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig berichten über ihre Schulzeit und was sie ihnen bedeutet hat.

Wachsender Stolz über die DGN-Zeit

Fred Jacobsen mit der Klassenkameradin Annemie Naujeck. Foto: Privat

Fred Jacobsen, 63, aus Apenrade, heute Solrød. Abitur 1976.

Heute noch wird mir warm ums Herz, wenn ich an meine Zeit am Gymnasium denke. Immer wieder im Juni fahren die Gedanken zurück an eine schöne Zeit, wenn die neuen Studenten in den Straßen feiern. Eigentlich bezeichnend, dass vieles 43 Jahre danach noch in klarer Erinnerung erscheint.

Dass es etwas Besonderes ist, im DGN gewesen zu sein, wurde mit erst später klar. In Verbindung mit dem 25-jährigen Abi-Jubiläum nahmen wir an der Abschlussfeier teil. Ich sah ein modernes Gymnasium mit internationalem Ausblick. Es wurde mir bewusst, dass gerade die Zweisprachigkeit und der doppelte historisch-kulturelle Zugang eine wunderbare Gabe ist, die ich im Laufe der Jahre mehr und mehr zu schätzen gelernt habe.

Dieser Zugang gibt mir eine breitere Perspektive in oft komplexen Fragen der Zeit, und – was noch wichtiger ist – eine andere Toleranz, die – so glaube ich – aus der Zugehörigkeit einer sprachlich-kulturellen Bevölkerungsgruppe hervorwächst. Oder Minderheit, wenn man will, obwohl das in Begriff ist, den ich nicht gerne anwende.

Meine zweite Sprache fließt natürlich etwas stockender als das Dänische. Um so größer ist die Freude, wenn ich sie denn endlich wieder praktisch anwenden kann auf Reisen, oder wenn ich mit Deutsch sprechenden ins Gespräch komme

Zwischendurch sorge ich dafür, dass die Bibliothek zu Hause reichlich mit deutscher Literatur bestückt ist. Gerade jetzt habe ich Kafkas sämtliche Werke in Angriff genommen. Klasse!
Ich erlebe übrigens oft Neugierde, die geweckt wird, wenn ich dort, wo ich jetzt lebe, von meinem doppelten Hintergrund erzähle. Und das tue ich gerne und mit wachsendem Stolz. Weil er halt etwas Besonderes ist.

Die besten Jahre meiner Schulzeit

Gerhard Bertelsen (rechts) feiert die Studentenmütze 1970. Foto: Privat

Gerhard Bertelsen, 68, aus Sonderburg. Abitur 1970.

Meine Jahre am DGN waren die besten drei Jahre meiner Schulzeit. Ich wohnte im Internat und habe mich da sehr wohlgefühlt, zwischen Mädchen und Jungs aus ganz Nordschleswig. Der Freundeskreis erweiterte sich von Sonderburg auf Nordschleswig, was sehr viel Neues brachte, inklusive Freundschaften fürs Leben. Neben der Schule stand das soziale Zusammensein im Mittelpunkt.

Was mir besonders in Erinnerung bleibt, sind die Handballturniere um die Deutschen Meisterschaften für Gymnasien. Hierfür hatten wir uns qualifiziert. Die Mannschaft des DGN hat in meiner Zeit zweimal teilgenommen: in Berlin und in Wiesbaden. Ich denke es war die beste Mannschaft, die das DGN je gehabt hat.

Der Vorteil frei wählen zu können, ob man in Deutschland oder Dänemark studieren möchte, ist ein großes Plus.

Drei Jahre zum Wiederholen: Es war super

Mai Fuglsang als frisch gebackene Studentin des DGN. Foto: Privat

Mai Fuglsang, 53, aus Hadersleben, heute Flensburg, mit Umwegen über die Schweiz, Belgien, USA. Abitur 1986.

Die drei Schuljahre im DGN waren die besten Schuljahre meines Lebens. Nach dem Abitur habe ich mir oft gesagt, dass ich diese drei Schuljahre gerne noch mal wiederholen würde!

Wir hatten in der Klasse einen fantastischen Zusammenhalt, was diese Jahre massiv geprägt hat. Wenn wir uns als Schüler heute wiedersehen, mag man nicht glauben, dass 33 Jahre dazwischen liegen. Eine Vertrautheit und Spaß zusammen wie damals.

Ich denke gerne und oft an diese Jahre zurück, zumal ich durch den Schulgang meiner Tochter Marie am DGN heute immer wieder daran erinnert werde. Es war super!

Vernetzung in ganz Nordschleswig

Claus Diedrichsen auf Deutschlandfahrt mit dem DGN. Foto: Privat

Claus Diedrichsen, 69, aus Bülderup-Bau, heute Baistrup/Tingleff. Abitur 1970.

Mit der neuen Klassengemeinschaft im DGN hatte man automatisch eine Vernetzung in ganz Nordschleswig. Von Hoyer nach Sonderburg und von Hadersleben nach Pattburg.

Es entstanden dabei Freundschaften. Heute noch treffen wir uns – 1995, 2010 und 2020 wieder.

Es gab aber auch Herausforderungen durch die neue Art des Unterrichtens.
Wir hatten unvergessliche Erlebnisse auf der Deutschlandfahrt 1969 und bei sportlichen Begegnungen, wie das Sportfest der Schulen mit dem Spiel der Schulmannschaft gegen eine Lehrerauswahl und die Teilnahme an drei Bundesendspielen von „Jugend trainiert für Olympia“ mit einem achtbaren zweiten Platz in einem der Jahre.

Zusammenhalt am DGN war einzigartig

Kirsten Andresen hat 2020 25-jähriges Jubiläum am DGN. Foto: Privat

Kirsten Andresen, 41, aus Saxburg, heute Tondern. Abitur 1995.

An die Zeit am DGN denke ich wirklich gerne zurück, obwohl es mittlerweile fast 25 Jahre her ist, dass ich das Gymnasium zum ersten Mal betrat. Besonders klar in Erinnerung stehen die vielen Freundschaften, die vielen Partys, die Handballfahrten um Weihnachten herum, die Studienfahrten nach Wales und Rom und vieles mehr.

Und da war doch auch noch das “schlumpfige” Kennenlernen in der 1g auf Rømø. Ja, der Zusammenhalt war am DGN wirklich was einzigartiges.
Aber auch meine Lehrer von damals haben ihre Spuren hinterlassen (im positiven Sinne): Sei es der strenge Rektor Nissen, die elegante Inge-Marie Tietje, der verwirrte Jürgen Schultze oder die allwissende Frauke...

Heute wohne ich in Tondern, bin Lehrerin an der Grundskole, und erzähle meinen Schülern im Deutschunterricht häufig von meinem Schulgang von der Vorschulklasse an der Deutschen Schule Buhrkall bis hin zu meinen drei Jahren am DGN, wenn sie fragen warum ich Deutschlehrerin geworden bin.

Und ja, darauf hat das DGN sicherlich seinen Einfluss in irgendeiner Art und Weise – wie auf vielen anderen Dingen im Leben auch. Die drei Jahre am DGN habe ich nie bereut.

Die Zeit am DGN hat mich geformt

Timo Iwersen vor 28 Jahren am DGN in Apenrade. Foto: Privat

Timo Iwersen, 46, aus Bülderup-Bau, heute Lystrup bei Aarhus. Abitur 1991.

Ich denke sehr gern an die drei Jahre am DGN zurück. Die Zeit am Gymnasium hat mich in hohem Maße als kreativen, musikalischen, politischen Menschen geformt.

Dazu hat insbesondere die Tatsache beigetragen, dass uns Platz für die eigene persönliche Entwicklung gelassen wurde. Wenn man Musik machen wollte, bekam man den Schlüssel für den Musikraum. Wenn man sich schulpolitisch engagieren wollte, stieß man nicht auf taube Ohren. Wenn man sich im Unterricht ganz besonders für ein bestimmtes Thema interessierte, wurde das ernst genommen und gefördert.

Das Jahr im Internat in der 3g hat sich nicht unbedingt positiv auf meinen Notendurchschnitt ausgewirkt, das Internat war aber ab Tag 1 ein fantastisches neues Zuhause mit vielen unvergesslichen und prägenden Erlebnissen.

Viele schöne Erinnerungen an die Zeit am DGN

Kathrine Pedersen wohnt heute im Collegium 61 in Odense. Foto: Privat

Kathrine Andresen Petersen, 22, aus Nolde bei Bülderup-Bau, heute Collegium 61 in Odense. Abitur 2016.

Ich besuchte das DGN von 2013 bis 2016. Das DGN bedeutete für mich, dass ich weiterhin meine zweisprachige Erziehung nutzen konnte und meine Ausbildungsmöglichkeiten auch nach Deutschland erweitern konnte.

Außerdem hatte ich durch die Zeit am DGN das Vergnügen, für drei weitere Jahre mit meinen besten Freundinnen Camma Nissen und Cathrine Hartung Andersen zur Schule gehen zu können. Wir haben sehr viele schöne Erinnerungen an die Zeit am DGN.

Besonderes Glück mit den Sportlehrern

Michael Krüger landete über Köln auf Nordseeland. Foto: Privat

Michael Krüger, 51, aus Tingleff, heute Lynge auf Nordseeland. Abitur 1988.

Eigentlich verbinde ich mit dem DGN nur positive Erinnerungen. Sport war ja immer mein Herzblut, und da hatte ich mit Erich Turnowsky und den anderen Sportlehrern besonderes Glück.

Ich war in einer sehr kleinen sprachlichen Klasse mit nur 13 Schülern. Davon waren 11 weiblichen Geschlechts, aber selbst das haben wir beiden Männer ohne Langzeitschäden überlebt (haha).

Das DGN war ein Ort der Stabilität

Bente Kristoffersen ist nach Kopenhagen gegangen. Foto: Privat

Bente Kristoffersen, 23, Tingleff, heute Kopenhagen. Abitur 2015.

Das DGN war ein Ort der Möglichkeiten, wo ich neben richtig gutem schulischen Unterricht auch an anderen Aktivitäten teilgenommen habe, wie Musik, Gitarre, Theater, Kunst und Volleyball.

Gleichzeitig erinnere ich es als einen Ort der Stabilität. Ich kannte so gut wie alle Schüler an der Schule und hatte meine engsten Freunde jeden Tag um mich herum.

Beides schätze ich heute noch viel mehr als damals. Es ist bemerkenswert, dass eine kleine Schule so viel bieten kann.

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