Filmaufnahmen

Wie vor 100 Jahren: H.P. Hanssen schritt durch die Große Töpferstraße

Dirk Thöming
Apenrade/Aabenraa
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Jakob Engmann ging als H. P. Hanssen durch die Gassen Apenrades. Foto: DR

In einer neuen Serie unter dem Namen "Grænseland" will Danmarks Radio über die Vorgeschichte der Volksabstimmung von 1920 berichten. Am Donnerstag fanden Dreharbeiten in den alten Gassen Apenrades statt.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit gab es Donnerstag in Apenrade an der Großen Töpferstraße (Store Pottergade) Dreharbeiten zu einer neuen Serie, die Danmarks Radio zum 100. Jahrestag der Wiederangliederung Nordschleswigs an Dänemark erstellt.

Das Filmteam bei der Arbeit. Foto: Karin Riggelsen

„Grenzland“ („Grænseland“) ist der Titel der Serie, die von der Art her an die Serie „Geschichte Dänemarks“ („Historien om Danmark“) anknüpfen soll.

Wieder wird Schauspieler Lars Mikkelsen Kommentator sein. Es werden historische Szenen nachgestellt, und Lars Mikkelsen sowie Experten kommentieren die Geschehnisse in einer Mischung aus Dokumentation und Spielfilm.

Kurze Drehpausen wurden genutzt. Foto: Karin Riggelsen

„In der Serie ,Historien om Danmark´ mussten wir ziemlich viel unter einen Hut bringen. Es wurde über 23.000 Jahre berichtet. Jetzt haben wir einen kleineren Ausschnitt der Geschichte gewählt“, erläuterte Produzentin Ane Saalbach gegenüber dem „Nordschleswiger“.

Die Straßen für Apenrade wurden für die Dreharbeiten präpariert. Foto: Karin Riggelsen

Genauer gesagt, geht es in vier Episoden um die Zeit von 1840 bis etwa 1920. Die Folgen sind je 58 Minuten lang, und es wird chronologisch berichtet. Die Aufnahmen in Apenrade fanden für die Folge drei statt, die im Ersten Weltkrieg spielt.

Statisten in Kostümen aus der Zeit um den Ersten Weltkrieg. Foto: Karin Riggelsen

Im Zentrum der Dreharbeiten in Apenrades engen Gassen stand der dänische Politiker und Minister H. P. Hanssen. Er war Mitglied des Deutschen Reichstages und stellte dort 1918 die Frage nach einer Wiedereingliederung Nordschleswigs nach Dänemark.

„Bei den Dreharbeiten heute geht es darum, dass H. P. Hanssen die Bürger in der Gasse sieht und die Armut der Menschen bemerkt“, sagte Jonas Fægteborg-Førstø, der Regisseur dieser Folge ist.

Statisten in den Gassen von Apenrade. Foto: Karin Riggelsen

Die grauen Wolken am Himmel spielten dabei einigermaßen gut mit.

„Es wird die anderen stören, aber ich hoffe eigentlich auf Regen. Dann sieht das Elend noch elender aus. Es darf keinen eitlen Sonnenschein geben heute, dann ist es schwer zu machen“, sagte der Regisseur.

Die Große Töpferstraße (Store Pottergade) wird auf den Dreh vorbereitet. 18 Komparsen in historischer Kleidung wirken mit. Foto: Karin Riggelsen

Während Kinder mit Holzgewehren Krieg spielten und insgesamt 18 Statisten die Gasse bevölkerten, ging Schauspieler Jakob Engmann in der Rolle des H. P. Hanssen langsam und nachdenklich vor den Kameras die Strecke ab, bis die Szene saß.

Bürgermeister Thomas Andresen (Venstre) und Produzentin Ane Saalbach, DR Historie. Foto: Karin Riggelsen


Für Preußen in den Krieg

„Es geht um den Ersten Weltkrieg, darum, dass Menschen, die sich dänisch fühlten, auf deutscher Seite kämpfen sollten. Was bedeutete der Krieg für die Dänen, die einberufen wurden, und für diejenigen, die zu Hause blieben“, erläuterte die Produzentin.

Einige Requisiten, wie eine alte Schubkarre, die am Weg stand, stammten aus dem DR-Keller; anderes sei speziell hergestellt worden.

Die Requisiten sind teilweise Originale aus vergangener Zeit. Foto: Karin Riggelsen

„Wir mussten die Uniformen der deutschen Soldaten erst anfertigen“, sagte Ane Saalbach. Lars Mikkelsen war übrigens bei den Dreharbeiten in Apenrade nicht vor Ort. Die Serie soll im nächsten Jahr im April ausgestrahlt werden.

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