Natur und Umwelt

Vogelgrippe tödlich für seltene Wildvogelarten

Vogelgrippe tödlich für seltene Wildvogelarten

Vogelgrippe tödlich für seltene Wildvogelarten

Hoyer/Højer/Kopenhagen
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Bei Hoyer sind derzeit riesige Schwärme von Nonnengänsen zu sehen. Die Vogelart, die vor allem in nördlichen Regionen brütet, ist stark von der Vogelgrippe betroffen. Foto: Volker Heesch

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Der dänische Vogelschutzverein DOF berichtet über besonders viele Infektionen unter den in Nordschleswig überwinternden Nonnengänsen. Vom Virus H5N1 sind auch Wanderfalken und Rotmilane mit tödlichen Konsequenzen angesteckt worden.

Während der vergangenen Wochen ist vor allem über Infektionen mit gefährlichen Vogelgrippeviren in dänischen Geflügelhaltungen berichtet worden. Der dänische Vogelschutzverein „Dansk Ornitologisk Forening“ (DOF) berichtet nun über zahlreiche tödliche Infektionen von Wildvögeln in Dänemark mit dem Vogelgrippevirus H5N1.

33 Vogelarten betroffen

Nicht weniger als 33 Vogelarten sind infiziert worden, so der Verband in einer Pressemitteilung. Leider habe es auch tödliche Infektionen von seltenen Vogelarten wie den Wanderfalken gegeben. Deren Bestand liegt in Dänemark bei gerade einmal einem Dutzend Brutpaaren.

Auch Exemplare der seltenen Wanderfalken sind an der Vogelgrippe gestorben. Foto: DOF

Kürzlich sei auch ein toter Rotmilan gefunden worden, der an der Vogelgrippe gestorben ist. Besonders stark wütet die Viruskrankheit unter den in Nordschleswig vor allem im Bereich der Marschen überwinternden Nonnengänse. Betroffen sind aber auch die auf vielen Feldern, Wiesen und Gewässern oft auch im Binnenland zu beobachtenden Singschwäne.

Weitere Opfer erwartet

„Wir erwarten, dass die Vogelgrippe in den kommenden Wochen noch viele Opfer kosten wird. Wir haben festgestellt, dass sich die Todesfälle unter den Wildvögeln gleichmäßig auf das gesamte Land verteilen“, so Charlotte Kristiane Hjulsager, die sich als Wissenschaftlerin im Staatlichen Serum Institut (SSI) mit den Virusinfektionen bei Wildvögeln befasst.

Die Wissenschaftlerin berichtet, dass es auch Infektionen mit H5N1 unter Krickenten und Spießenten gibt. Das hätten Untersuchungen von Exemplaren gezeigt, die bei der Jagd erlegt worden sind. Man rechne damit, dass die Vogelgrippe im Frühjahr abflaut, wenn sich die großen Vogelschwärme auflösen.

Keine große Gefahr für Menschen durch H5N1

Untersuchungen zeigen, dass auch Vögel ohne Krankheitssymptome die Vogelgrippeviren im Körper tragen. Es seien also nicht nur Vögel betroffen, die ein auffallendes Verhalten zeigen oder sehr geschwächt sind. Es könnten demnach auch äußerlich gesunde Tiere noch über längere Strecken die Viren verbreiten.

Für Menschen besteht nach Angaben des SSI keine besondere Gefahr durch die Vogelgrippe. Man sollte dennoch keine toten Vögel in der Natur anfassen. Wenn Exemplare zur Untersuchung eingeschickt werden, sollten Schutzmittel verwendet werden.

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