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AaBK wappnet sich für ein ereignisreiches Jahr

AaBK wappnet sich für ein ereignisreiches Jahr

AaBK wappnet sich für ein ereignisreiches Jahr

Apenrade/Aabenraa
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Jubelbilder wie diese möchte die Vereinsleitung auch in der kommenden Saison von der eigenen Mannschaft im Apenrader Stadion gerne sehen. Foto: AaBK

Der Apenrader Fußballklub kann in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern. Es gibt allerdings noch ein zweites Ereignis, das die Vereinsvorderen in Atem hält.

Beim Apenrader Ballklub (AaBK) ist das Jahr 2020 ein ganz besonderes. Der Verein kann nämlich in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern. Doch die sportliche Vereinsleitung hat ihr primäres Augenmerk auf ein ganz anderes Datum gelegt.

Am 28. März beginnt nämlich die Saison der ersten Männermannschaft, die am 3. November des vergangenen Jahres den Aufstieg in die Jütlandserie mit einem 4:0-Auswärtssieg in Kolding bei Kolding Boldklub perfekt machte.

Ein riesiges AaBK-Logo ziert den Taktikraum im Apenrader Stadion. Michael Benkjer ist zwar 2018 zum Verein gestoßen, doch die Werte und Traditionen des Vereins hat der Sportchef schon verinnerlicht. Foto: Karin Riggelsen

Nach der zünftigen Aufstiegsfeier wurden die Fußballer in den verdienten Winterurlaub geschickt. Für die Vereinsvorderen aber begann nach der Feier schon die Vorbereitung der kommenden Saison in der fünfthöchsten Spielklasse im dänischen Fußball. „Unser Ziel war es, dass noch vor dem Weihnachtsfest Entscheidungen für die neue Saison getroffen sein sollten. Das ist uns gelungen“, sagt AaBK-Sportchef Michael Benkjer.

Abstieg ist keine Option

So weit oben war der vormals so erfolgreiche Apenrader Fußballklub schon lange nicht mehr. In den vergangenen Spielzeiten kickten selbst die Dorfmannschaften aus der Umgebung in höheren Klassen als der AaBK. Durch den Aufstieg in die Jütlandserie sind die Apenrader jetzt dritte „Kraft“ in Nordschleswig. Nur der Haderslebener Fußballklub (HFK) beziehungsweise dessen Eliteabteilung SønderjyskE und der FC Sydvest in Tondern spielen höherklassiger.

Dass auf dem gepflegten Rasen des Apenrader Stadions Divisionsfußball gespielt wurde, ist schon mehrere Jahrzehnte her. Foto: Karin Riggelsen

Der Klassenerhalt ist für die Aufstiegssaison deshalb auch das ausgegebene Ziel des AaBK. „Wir wollen die Klasse erhalten. Ob wir dabei Gruppenerster oder Gruppenvierter werden, ist dabei völlig untergeordnet, solange wir einfach überleben“, beschreibt Sportchef Michael Benkjer das Saisonziel.

Dem Ziel ein Stückchen näher

Benkjer wurde im vergangenen Jahr nach dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Serie 1 als Sportchef nach Apenrade geholt, um eben dieses Ziel zu erreichen, den Verein zur ersten Alternative in Nordschleswig – hinter SønderjyskE – werden zu lassen.

Benkjer hat schon an ganz vielen Schrauben gedreht. Der Verein beziehungsweise das Setup des Vereins ist wesentlich professioneller geworden, aber ohne sich selbst und seinen Werten untreu zu werden. Gerade das ist dem Sportchef auch sehr wichtig.

Das Vereinshaus am Stadion hat noch den Charme vergangener Zeiten. Foto: Karin Riggelsen

Alle müssen mit anpacken

„Die erste Mannschaft ist ein Teil des Vereins. Und so wäre es gar nicht sinnvoll, alles auf die erste Mannschaft zu setzen. Der ganze Verein muss mitwachsen. Überall muss etwas optimiert werden. Alle müssen mit anpacken. Anders geht es beim AaBK auch gar nicht“, ist der Sportchef überzeugt.

So lockt der Verein neue Spieler auch nicht mit lukrativen Verträgen. „Davon abgesehen, dass es gar nicht erlaubt ist, so wollen wir mit anderen Dingen bei den Spielern punkten. Es muss jedes Mal Spaß machen, zum Training zu kommen“, betont Michael Benkjer.

Das Klubhaus war 1949 ein Geschenk der Stadt an die Jugend, wie die Inschrift über dem Eingang belegt. Foto: Karin Riggelsen

Das Training wird kein Zuckerschlecken

Das bedeutet aber keinesfalls, dass das Training ein Zuckerschlecken wird. Das würden Cheftrainer Waldemar Stachowiak und sein Co-Trainer Kim Poulsen auch gar nicht zulassen. Damit das Training aber noch abwechslungsreicher und gezielter durchgeführt werden kann, hat der Verein für die neue Saison das Trainerteam mit Peter Lykkegaard verstärkt, der im vergangenen Jahr noch selbst in der ersten Mannschaft mitspielte. Darüber hinaus wurde das Betreuerteam aufgestockt – auch die medizinische Abteilung.

Trainingsstart am 18. Januar

Die Mannschaft nimmt am 18. Januar das Training auf. „Eine dreimonatige Saisonvorbereitung klingt für manche sicherlich lang, einige halten es vielleicht sogar für zu lang, aber wir sind der Meinung, dass es notwendig ist, derweil neue Spieler in die Mannschaft integriert werden müssen und in der Jütlandserie ein technisch besserer und ein deutlich schnellerer Fußball gespielt wird“, unterstreicht Benkjer.

Der AaBK hat nach dem Aufstieg einige Spielertalente verloren, weil sie entweder ihr Studium beginnen oder vor dem Studium noch ein Reisejahr einlegen wollen. Das ist nichts Neues. Dieses Schicksal teilt der AaBK mit fast allen nordschleswigschen Sportvereinen in allen Sparten.

Ein Spruch auf dem Flur hat schon Generationen von Sportlern den Weg zu den Umkleideräumen gewiesen. „Ren i Skind – Ren i sind" heißt auf Deutsch so viel wie „Reine Haut – reiner Geist" Foto: Karin Riggelsen

Auf der Suche nach Verstärkung

Es werden aber auch neue Spieler hinzukommen. Michael Benkjer macht keinen Hehl daraus, dass er selbst auch ein paar Fußballtalente daraufhin angesprochen hat, ob der AaBK für deren persönliche Entwicklung eine Option sein könnte.

„Es ist aber keinesfalls unser Ziel, die umliegenden Vereine kaputtzumachen. Davon hätten wir ja auch nichts. Wer aber meint, sich und sein Talent bei uns ausprobieren zu wollen, ist am 18. Januar herzlich willkommen“, sagt der Sportchef.

„Wichtig ist aber, dass der Spieler zu uns passt und sich mit unseren Werten identifizieren kann“, fügt er hinzu.

Die glorreichen Zeiten des AaBK liegen rund vier Jahrzehnte zurück. Im Jahr 1972 schaffte es dieses Team um Trainer Kurt Thomsen den Aufstieg in die 2. Division. Das war damals die zweithöchste Spielklasse in Dänemark. Foto: Karin Riggelsen

Vier Talente aus Hadersleben

Vier junge Spieler, die ihre Fußballerziehung beim HFK erhalten haben, aber bislang nicht bei SønderjyskE zum Zug gekommen sind, verstärken in der kommenden Saison die AaBK-Truppe. „Jesper Jensen, Jesper Byriel, Ludvig Winterskov und Danny Janeczek sind vier hungrige Spieler, die noch etwas vorhaben mit ihrer Fußballkarriere“, lobt der Sportchef.

Für das offensive Mittelfeld hat der AaBK Enes Karabek ins Team holen können. Der 20-Jährige kommt ursprünglich aus Kolding, kickte aber zuletzt für den FC Sydvest. „Das ist ein technisch versierter junger Mann mit schnellen Beinen“, so Benkjer.

Ein neuer Mann für das zentrale Mittelfeld ist Rasmus Hoeg. Der junge Klipleffer kickte bisher mit seinen Brüdern und Vettern bei Lundtoft IF, hat aber in den vergangenen Spielzeiten schon in der Futsal-Mannschaft des AaBK mitgewirkt. „Rasmus würde sehr gut in unser Team passen. Er bringt zudem einige Routine mit“, sagt der Sportchef über diese Verpflichtung.

Es hat auch in der Neuzeit einige Pokale für den AaBK gegeben. Foto: Karin Riggelsen

In Topform eine Verstärkung

Gespannt ist er auf den jungen Mads Vigen Hansen aus Feldstedt, der in der vergangenen Saison wegen eines Achillessehnenrisses zum Zuschauen verbannt war. „Ein wieder genesener Mads in Topform würde der Mannschaft viel Qualität beisteuern können“, ist Michael Benkjer überzeugt.

Von Vojens BI in Woyens, wo der Sportchef selbst viele Jahre wirkte, bevor er nach Apenrade geholt wurde, stößt Michael Birkholm zum AaBK. „Das ist ein technisch sehr starker Spieler mit einem schnellen Antritt“, so die fachmännische Beurteilung des Sportchefs.

Ob weitere Spieler hinzukommen, wird sich dann im Laufe der nächsten Wochen zeigen. Zum Training am 18. Januar sind zumindest alle Fußballer eingeladen, die meinen, Qualität und Talent für die Jütlandserie zu besitzen.

Starke Testspielgegner

Für die Saisonvorbereitung hat die sportliche Leitung auch schon mehrere Testspiele vereinbart. Die Serie der Trainingsspiele beginnt bereits am 25. Januar in Vejen gegen die Serie-2-Kicker des Ortes. Auf der Gegnerliste in den darauffolgenden Wochen und Monaten stehen einige unterklassige Mannschaften, aber echte Härtetests sind wohl die bereits vereinbarten Partien gegen die Jütlandserieteams von Horsens und Sædding-Guldager bei Esbjerg sowie gegen die Landesligatruppe vom TSV Nordmark Satrup.

Der Sportchef sieht zuversichtlich der ersten Jütlandserie-Saison des AaBK entgegen. „Wir sind zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen können. Das Motto muss lauten: Brust raus, Kopf hoch“, sagt Michael Benkjer.

Die Umkleideräume am Apenrader Stadion sind funktionell, aber keineswegs luxuriös. Foto: Karin Riggelsen

Treue Sponsoren

Ohne dass Michael Benkjer konkrete Zahlen auf den Tisch legen möchte, stellt er fest, dass sich das Bugdet des AaBK nicht großartig vom Vorjahr unterscheidet. Wie alle anderen Vereine auch, ist der Fußballklub auf Sponsoren angewiesen. „Wir sind hier in der glücklichen Lage, dass wir viele treue Sponsoren haben. Natürlich können wir immer mehr gebrauchen. Wir wissen aber, dass die Konkurrenz auf diesem Gebiet groß ist“, so Benkjer.

Treue Zuschauer

Vor wenigen Jahren verloren sich noch ein, zwei Handvoll Leute bei Heimspielen der ersten Mannschaft. Zum Ende der vergangenen Saison verfolgten zwischen 200 und 250 Zuschauer die Spiele live im Stadion. Den Zuschauern wird bei den Heimspielen über das Spiel hinaus mehr geboten werden, verspricht der Sportchef.

„Tab og vind med samme sind" ist leichter gesagt als getan. Leistungssportler verlieren schließlich nicht gerne. Foto: Karin Riggelsen
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