Sozial Benachteiligte

Alarmierende Zustände für Obdachlose

Alarmierende Zustände für Obdachlose

Alarmierende Zustände für Obdachlose

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Obdachlosen in Apenrade von 63 auf 93 gestiegen. Foto: Christian Lindgren / Ritzau Scanpix

Die Zahl der Wohnungslosen ist in der Kommune Apenrade innerhalb eines Jahres rapide gestiegen. Lösungen für ihre Unterbringung seien schwer zu finden, meint ein sozialdemokratisches Stadtratsmitglied.

„Die Tendenz ist furchtbar“, kommentiert Karsten Meyer Olesen (Soz.), Vorsitzender des Sozial- und Gesundheitsausschusses, die Tatsache, dass die Zahl der wohnungslosen Bürger in der Kommune Apenrade/Aabenraa innerhalb eines Jahres von 63 auf 93 Personen gestiegen ist. „Und wir haben keine schnellen und leichten Lösungen vorrätig, um diesem wachsenden Problem entgegenzutreten“, setzt Meyer Olesen fort.

Auch mehr junge Obdachlose

„Bürger, die sich für ein Obdachlosendasein entschieden haben, wandern oft in die großen Ballungszentren wie Kopenhagen, Odense oder Aarhus ab“, erklärt der Vorsitzende. „Doch das dortige Milieu zeigt eine zunehmende Verrohung, und das veranlasst viele der gescheiterten Existenzen, zurückzukommen. Wir sehen auch, dass immer mehr jüngere Menschen wohnungslos sind, und das ist beunruhigend“, stellt er fest.

Ist zu wenig bezahlbarer Wohnraum das Problem?

„Das ist unter anderem ein Problem“, erläutert Meyer Olesen.

„Wir haben versucht, im gemeinnützigen Wohnungsbau, wo die Kommune ein Anweisungsrecht hat, Obdachlose unterzubringen und in die Mietergemeinschaft miteinzubinden, doch das ist ein konfliktreicher und sehr schwieriger Prozess. Die Wohnungslosigkeit ist eine Folge verschiedener Faktoren wie zum Beispiel Drogen- oder Alkoholabhängigkeit und psychische Leiden.“

Blick in die Nachbarkommune

Die Kommune Hadersleben betreibt eine Wohngemeinschaft für Obdachlose und dieses Modell würden wir gerne kopieren. Wir suchen derzeit nach einem geeigneten Objekt. Das ehemalige Asylheim in Uk/Uge hatten wir in Erwägung gezogen, doch die Lage, weit ab von der Stadt, ist nicht vorteilhaft, wenn wir den Wohnungslosen zu einem besseren Leben verhelfen wollen.“

Könnte die ehemalige Behinderteneinrichtung Fjordskolen am Posekær hierfür genutzt werden?

„Das ist ein großes Objekt, aber die Lage wäre sehr gut“, meint Meyer Olesen. Doch mit der leer stehenden Schule geschehen soll, ist noch nicht entschieden. Dort werden vielleicht Baugrundstücke entstehen", berichtet das Stadtratsmitglied.

Was unternimmt die Kommune konkret, um den Wohnungslosen zu helfen?

„Wir haben eine ganz fantastische Zusammenarbeit mit der „Blauen Oase“. Deren Einsatz für die Obdachlosen ist einzigartig“, lobt er die Sozialeinrichtung der Blaukreuzler am Apenrader Sønderport. „Sie haben einen sehr guten Zugang zu den Bedürftigen und arbeiten mit ihnen auf Augenhöhe.“

Die Kommune unterstützt die private Einrichtung mit einem jährlichen Zuschuss von über einer Million Kronen.

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