Jubiläumsjahr 2020
Feierliche Einweihung des Gedenkparks – mit Staatsministerin
Feierliche Einweihung des Gedenkparks – mit Staatsministerin
Feierliche Einweihung des Gedenkparks – mit Staatsministerin
Der neu angelegte „Genforeningspark“ vor dem Apenrader Folkehjem paart die Historie mit der Moderne. Mette Frederiksen half dem Bürgermeister bei der Enthüllung der Gedenkplatte.
Der „Genforeningspark“ vor dem Apenrader Folkehjem wurde an einem historisch wichtigen Tag offiziell eingeweiht. Auf das geplante Volksfest musste coronabedingt verzichtet werden. Durch die Anwesenheit von Staatsministerin Mette Frederiksen erhielt die Zeremonie jedoch den erhofften Glanz.
Der Gedenkpark, der das Historische mit dem Modernen verbinden soll, kann ab sofort von den Bürgern genutzt und erlebt werden. Wegen der Abstands- und Versammlungsrichtlinien war die Einweihung nur geladenen Gästen vorbehalten.
Interessierte „Zaungäste“
So waren nur die Stadtratsabgeordneten sowie die Vorstandsmitglieder des dänischen Sprachvereins bei der Einweihungsfeier dabei. Im wahrsten Sinne als „Zaungäste“ verfolgten einige interessierte Bürger die Zeremonie aus gebotener Entfernung. Darüber hinaus übertrug die Kommune die Einweihung per Livestream über ihren Facebook-Account.
Nach der offiziellen Rede des Apenrader Bürgermeisters Thomas Andresen (Venstre), ein paar musischen Beiträgen, dem Hissen eines prächtigen Dannebrogs auf dem Platz, einem dreifachen Kanonensalut durch die Apenrader Kanonengilde und einem Formationsflug des RVAtors Forming Team konnte Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) dann ihres Amtes walten: Gemeinsam mit Bürgermeister Andresen enthüllte sie eine Gedenkplatte, die künftig im Foyer des Folkehjems angebracht wird, die an die Einweihung des „Genforeningsparks“ exakt 100 Jahre nach der Abtretung Nordschleswigs an Dänemarks (dän.: Genforening) erinnert.
Volksfest auf 2021 verschoben
Das „ausgefallene“ Volksfest wird im kommenden Jahr nachgeholt, versprach Bürgermeister Andresen, der den ersten Teil seiner Rede in der Sprache des Grenzlandes, nämlich auf „Synnejysk“, hielt.
Es hatte zumindest den Anschein, dass die Staatsministerin ihn dennoch verstand. Sie schmunzelte, nickte und applaudierte zumindest an den richtigen Stellen.
So wird sie ganz sicherlich verstanden haben, dass der Gedenkpark an einer besonderen Stätte angelegt wurde. „Das Folkehjem ist die Wiege Sønderjyllands. Hier wurde die sogenannte Aabenraa-Resolution beschlossen und von dem Balkon hielt H. P. Hanssen 1918 seine berühmte Rede an die dänisch gesinnten Landsleute, in der er eine baldige Volksabstimmung ankündigte“, erinnerte Thomas Andresen.
Der neue Park als Lernort
Bei der Konzeption des Parks sei es ein Anliegen gewesen, ein Zeichen zu setzen, ein Zeichen, von dem Grenzregionen in der ganzen Welt lernen könnten. So finden die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von Deutschland und Dänemark zur Anerkennung der Minderheit im jeweiligen Staat im Jahr 1955 mehrfach Erwähnung.
Das gute Verhältnis zwischen Deutschland und Dänemark, zwischen Minderheit und Mehrheitsbevölkerung sei nicht vom Himmel gefallen, so der Bürgermeister, sondern sei das Ergebnis jahrelanger Arbeit.
Nichtsdestotrotz könnte sich so manche Region ein Beispiel an dem Erreichten im deutsch-dänischen Grenzland nehmen, sagte Thomas Andresen und erwähnte in diesem Zusammenhang ein paar aktuelle Fallbeispiele.
Ein schneller Rundgang
Bevor die Staatsministerin in das wartende Ministerauto stieg, um zu ihrem nächsten Programmpunkt in Krusau/Kruså gefahren zu werden, nutzte sie die Zeit für eine schnelle Runde über den Platz.
Begleitet wurde sie auf dem Rundgang von Bürgermeister Andresen, vom früheren sozialdemokratischen Folketingsabgeordneten und aktuellen Vorsitzenden des Trägervereins des Folkehjems, des dänischen Sprachvereins (dän.: Sprogforening), Frode Sørensen aus Sonderburg/Sønderborg, und vom Apenrader Architekten Ole Weile, der in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Rune Veile und Schwiegertochter Sara Bjelke vom Kopenhagener Architekturbüro Urban Power den Gedenkpark gestaltet hat.
Finger in die Wunde gelegt
Mette Frederiksen legte ihren Finger gleich in eine offene Wunde, als sie ihre Begleiter zum dem H.-P.-Hanssen-Denkmal befragte. In seiner Rede hatte Bürgermeister Andresen einer Bürgerinitiative um Henning Wollsen ausdrücklich für dessen Einsatz für den Umzug der Statue gedankt.
Es war nämlich nicht vorgesehen, dass der „Sønnen“ – so der Name der Steinskulptur – von der Multibahn am „Genforeningshaven“ in den neuen Gedenkpark vor dem Folkehjem umziehen sollte.
Die Bürgerinitiative hat sich aber nicht nur für den Umzug stark gemacht, sondern auch die erforderlichen Mittel zusammengetragen. Die Platzierung im Park habe den Verantwortlichen ein wenig Kopfzerbrechen verschafft, räumte Architekt Ole Weile ein. Letztendlich habe man jedoch einen würdigen Platz gefunden.
Der Zukunft zugewandt Geschichte erzählen
Ole Weile war es wichtig, dass der Platz vor dem Folkehjem natürlich die besondere Geschichte dieser Stätte erzählt, aber vor allem der Zukunft zugewandt sein soll und auch die grenzüberschreitende Komponente nicht außer Acht lassen dürfe. Der Park müsse der Bevölkerung Lust machen, sich dort aufzuhalten und vielleicht auch mehr über die Stätte erfahren zu wollen.
Der Staatsministerin erzählte Ole Weile am Rande, dass er gewissermaßen die Fehler seines Vaters ausmerzte, der in den 1970er Jahren als Ingenieur bei dem hiesigen Landschaftsarchitekturbüro Junggreen-Have arbeitete, das damals den „hässlichen" Parkplatz vor dänischer Bibliothek und Folkehjem anlegte.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 16. Juni 2020 bearbeitet.