Mehrheitsbeschluss

H.-P.-Hanssen-Denkmal kann zum „Folkehjem“ umziehen

H.-P.-Hanssen-Denkmal kann zum „Folkehjem“ umziehen

H.-P.-Hanssen-Denkmal kann zum „Folkehjem“ umziehen

Apenrade/Aabenraa
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Das H.-P.-Hanssen-Denkmal mit dem Titel „Sønnen" (Archivbild) Foto: Der Nordschleswiger

Wenn eine Apenrader Bürgerinitiative die erforderlichen Mittel aufbringt, stimmt die Mehrheit des Stadtrats einem Umzug der Skulptur „Sønnen“ vom Genforeningshaven in den neuen Genforeningspark zu.

„Die heutige Diskussion hat gezeigt, dass es gut und notwendig war, dass die Dänische Volkspartei (DF) den Punkt vorgebracht hat. Mir brachte sie zudem auch wichtige neue Erkenntnisse.“ Das sagte der sozialdemokratische Stadtratsabgeordnete Povl Kylling Petersen am Mittwochabend auf der Novembersitzung des Apenrader Kommunalrates gegen Ende einer fast 40-minütigen Diskussion.

Umzug – ja oder nein?

Es ging dabei darum, ob das H.-P.-Hanssen-Denkmal, „Sønnen“, vom Genforeningshaven zum neuen Genforeningsparken vor der historischen Versammlungsstätte „Folkehjem“ umziehen darf oder nicht, wenn es einer Apenrader Bürgerinitiative gelingt, die wohl notwendigen 60.000 Kronen aufzubringen.

Eine deutliche Stadtratsmehrheit votierte am Ende für den Umzug unter der Voraussetzung, dass der Kommune keine Kosten daraus entstehen.

Unterstützung für DF aus dem linken Lager

Außer der geschlossenen fünfköpfigen DF-Gruppe sprachen sich nur Jens Bundgaard Nielsen von der Einheitsliste (EL) und die Sozialdemokratin Dorrit Knudsen für den Verbleib der Skulptur an ihrem jetzigen Standort an der Multibahn zwischen Madevej und H. P. Hanssens Gade aus. „Das Denkmal soll bleiben, wo es ist. Wir sollten nicht alle Kunstwerke an einer Stelle sammeln. Es ist doch schöner, wenn die Bürger auf Kunst und Denkmäler im gesamten Stadtraum treffen“, begründete Knudsen die Tatsache, dass sie sich in dieser Sache gegen ihre Fraktionskollegen stellte.

War die Vorsitzendenentscheidung regelkonform?

In der vorangegangenen Diskussion ging es allerdings nicht nur um den Standort, sondern auch um die Frage, ob der Vorsitzende des Kultur- und Freizeitausschusses, Lars Kristensen (Venstre), überhaupt regelkonform gehandelt hatte, als er per Vorsitzendenentscheidung (formandsbeslutning) der Bürgerinitiative zusicherte, dass man seitens der Kommune dem Umzug zustimme, falls die Initiative die notwendigen Mittel aufbrächte.

Dass dies der Bürgerinitiative offensichtlich bereits gelungen ist, konnte übrigens der sozialdemokratische Abgeordnete Christian Panbo am Mittwochabend verkünden.

Sechs der sieben Ausschussmitglieder hatten zugestimmt

Bürgermeister Thomas Andresen teilte den Zweiflern an der Rechtmäßigkeit der Entscheidung mit, dass sein Parteikollege Kristensen juristisch korrekt gehandelt habe, zumal er vorher sämtliche Ausschussmitglieder angerufen und zu deren Standpunkt befragt hatte.

„Ich hatte vorher die Zustimmung von sechs der sieben Ausschussmitglieder eingeholt“, verteidigte Kristensen seine Entscheidung.

Einzig die DF-Vertreterin im Ausschuss, Jette Julius Kristiansen, hielt – nach Rücksprache mit ihrer Fraktion – an der Entscheidung des Kultur- und Freizeitausschusses vom 25. Juni dieses Jahres fest, dass die Skulptur an ihrem jetzigen Standort im Genforeningshaven bleiben sollte.

Kein gänzlich neuer Gedanke

Ein weiterer Diskussionspunkt war die grundsätzliche Frage, inwiefern diese privaten Gelder Einfluss auf die politische Entscheidung genommen haben. „Als wir uns im Ausschuss für den Verbleib des Denkmals im Genforeningshaven entschieden, geschah dies nicht zuletzt deshalb, weil wir nicht über die notwendigen Mittel für einen Umzug verfügten“, so Lars Kristensen. Der Umzug sei deshalb kein gänzlich neuer Gedanke gewesen.

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