Unternehmen des Jahres

Die HLT-Familie zählt derzeit 47 Mitglieder

Anke Haagensen/Julius Born
Apenrade/Aabenraa
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Die topmoderne Werkstatt verbirgt sich hinter eher schlichtem Gemäuer. Foto: Claus Thorsted/JV

Die Pkw- und Lkw-Reparaturwerkstatt am Kathale ist mit dem Apenrader Wirtschaftspreis ausgezeichnet worden. Dahinter stecken gleich mehrere Erfolgsgeschichten.

Gerne haben Tanja und Lars Hansen kürzlich bei der Generalversammlung des Apenrader Wirtschaftsvereins die Auszeichnung als „Unternehmen des Jahres“ entgegengenommen. „Wir reichen die Ehre aber an unsere tüchtigen Mitarbeiter und unsere Kunden weiter. Ohne sie stünden wir nicht da, wo wir jetzt sind“, sagt der Chef der Kfz-Werkstatt HLT Service am Kathale. Das sind keine Floskeln. Das ist ehrlich gemeint. Überhaupt ist der Firmenchef sehr stolz auf seine Mitarbeiter. Das vor 14 Jahren gegründete Unternehmen zählt heute 47 Angestellte. Einige sind nahezu von Anfang an dabei. In einigen Fällen ist schon die nächste Generation im HLT-Blaumann in der Werkstatt anzutreffen.

Im Jahr 2005 begann der gelernte Lastwagenmechaniker, sich selbstständig zu machen. Damals waren es nur seine Frau Tanja und er. Ihre Aufgabe war es, die Bücher zu führen und Aufträge anzunehmen, seine Aufgabe war es zu reparieren. Er konnte schon damals auf eine längere Karriere als Mechaniker zurückblicken und hatte somit das Glück, einige seiner ehemaligen Kunden mit in die neue Werkstatt zu nehmen.

In der Werkstatt werden sowohl Firmen- als auch Privatwagen repariert. Foto: Karin Riggelsen

Im Jahr 2007 konnte er seinen Kunden schon die Reparatur von Unfallfahrzeugen anbieten – mit Zertifikat. In jenem Jahr nahm er auch Pkw-Reparaturen ins Programm auf, was seinen Kundenkreis erweiterte.

Für ihn und seine Mitarbeiter steht die Zufriedenheit der Kunden im Mittelpunkt: „Das war schon immer so. Wir investieren in Fortbildungen und neuestes Werkzeug. Da ist das Geld gut angelegt. Eine Glasfassade für unsere Gebäude halte ich zum Beispiel für überflüssig“, sagt Lars Hansen.

Die Mechaniker müssen nicht nur mit Schraubenschlüsseln arbeiten können. Ohne Computer geht auch in einer modernen Werkstatt nichts. Foto: Claus Thorsted/JV

Fortbildungen und neueste Technik sind seit 2010 sowieso fester Bestandteil des Betriebes. Damals ließ Lars Hansen seine Werkstatt von der Firma Bosch zertifizieren. Ein Gütesiegel, das in Dänemark nur um die 100 Werkstätten tragen. „Als Bosch-Service muss man sich an strenge Regeln halten. Alle Mitarbeiter müssen regelmäßig fortgebildet werden, müssen mit dem modernsten Werkzeug arbeiten und auch damit vertraut sein. Außerdem bieten wir unseren Kunden Öffnungszeiten von 6 bis18 Uhr, sechs Tage die Woche. Das macht es einfacher, sein Auto abzuliefern und abzuholen, wenn man zu normalen Zeiten arbeitet. Gute Planung ist da natürlich sehr wichtig“, erklärt der Unternehmer. 2016 wurde sein Betrieb zur besten Bosch-Servicewerkstatt und 2017 zum besten Iveco–Händler gekürt. Binnen der 14 Jahre schaffte der Unternehmer den Sprung vom Ein-Mann-Betrieb mit zwei Hebebühnen zu einer super-modern ausgestatteten Werkstatt mit 47 Angestellten, 31 Hebebühnen und 28 Leihwagen.

Lars Hansen
Bei der Arbeit: Lars Hansen im Reifenlager Foto: Karin Riggelsen

Hansen legt nicht nur großen Wert auf fachlich sauber und korrekt ausgeführte Reparaturen. Gleichzeitig legt er große soziale Verantwortung an den Tag. Die Tatsache, dass der Unternehmer dies unter einen Hut bzw. unter ein Dach bringen kann, war dann auch einer der ausschlaggebenden Gründe für den Apenrader Wirtschaftsverein, die Werkstatt am Kathale zum Unternehmen des Jahres zu küren. Das geht eindeutig aus der Laudatio hervor. „Die Wahl fiel in diesem Jahr auf einen Betrieb, der eine richtig gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter pflegt. Diese Zusammenarbeit ist äußerst erfolgreich. Ein fantastisches Beispiel ist der junge Mann, der über das Jobcenter zur Firma kam. Er war zu dem Zeitpunkt völlig orientierungslos. Er wurde aber eingestellt, hat anschließend eine Erwachsenenlehre absolviert – mit Spitzenzensuren. Jener junge Mann hat kürzlich gekündigt, um sich selbstständig zu machen. Welch eine Erfolgsgeschichte!“, heißt es wortwörtlich in der Laudatio.

Für Lars Hansen ist diese Einstellung aber nichts Besonderes, sondern Normalität. Er investiere lieber in Menschen und modernster Technologie statt in tolle Fassaden, lautet seine Firmenphilosophie.

Zwölf Stunden hat die Werkstatt täglich geöffnet. Foto: Claus Thorsted/JV
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