Wohltätigkeit

Mit Pfand Gutes tun

Mit Pfand Gutes tun

Mit Pfand Gutes tun

Apenrade/Aabenraa
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Filialleiter Bo Wagner (l.) und Vereinsvorsitzender Keld Matthisen freuen sich über die Alternative Pfand am Flaschenrückgabeautomaten spenden zu können. Foto: Jan Peters


Bei der Apenrader Føtexfiliale kann das Pfand seit Kurzem an den Verein „Parasport Aabenraa“ gespendet werden. Der Vereinsvorsitzende und der Filialleiter erklären, warum sie so froh darüber sind.

Beim Supermarkt „Føtex“ ist es nun bei der Rückgabe von Pfandflaschen möglich, die Pfandsumme zu spenden. Das Geld kommt dem lokalen Behindertenverein „Parasport Aabenraa“ zugute.

„Wir sind sehr froh über die Unterstützung, die uns damit gewährt wird“, freut sich der Vereinsvorsitzende Keld Matthisen aus Apenrade.

Sehr dankbar

„Es ist für unseren Verein genau wie für alle anderen Vereine schwer, an Gelder zu kommen, um die Vereinsarbeit und das Angebot für unsere Mitglieder aufrechtzuhalten oder zu erweitern, so wie wir es planen. Deshalb sind wir sehr dankbar für die Hilfe, die wir nun von den Føtex-Kunden bekommen, wenn sie ihre Pfandflaschen abgeben und das Pfand an uns spenden“, erklärt er.

Sport unterstützen

Der Apenrader Føtex-Chef Bo Wagner ist ebenfalls froh über die Möglichkeit, die der Pfandautomat in der Tiefgarage der Filiale bietet. „So können wir denjenigen unter die Arme greifen, die nicht wie Menschen ohne Behinderung einer Freizeitaktivität nachgehen können, für die es aber in ihrem Alltag eine große Bedeutung hat, sich sportlich zu betätigen“, so Wagner zu dem Angebot.

Zusammen mit seinen Mitarbeitern stand er vor der Aufgabe, sich zu entscheiden, welchem Verein das gespendete Geld zur Verfügung gestellt werden sollte. Es sollte für den Sport bereitgestellt werden, so die Vorgabe. „Und da haben wir uns für den Behindertensport entschieden“, berichtet er vom Entscheidungsprozess, der von der Mehrheit der Mitarbeiter begleitet und mitentschieden wurde. „So unterstützen wir Sport, Bewegung und Gesundheit der behinderten Mitmenschen“, findet er.

Kunden sind froh

Und die Kunden seien sehr froh, die Pfandrückgabe dem guten Zweck spenden zu können. „Wir haben nun schon oft von den Kunden gehört, dass sie sehr zufrieden sind, etwas Gutes mit dem Pfand machen zu können“, sagt Filialchef Bo Wagner.

Das bestätigt auch Winnie (ihren Nachnamen wollte sie nicht verraten) aus Apenrade. „Jetzt kann ich mit dem Pfand etwas Gutes tun. Wir haben uns zu Hause beraten und entschieden: Wenn wir uns zum Beispiel Bier leisten können, können wir das Pfand auch spenden. Wir sind glücklicherweise nicht auf das Geld angewiesen und können es uns leisten, es zu spenden“, erklärt die junge Frau.

Da es die Spendenalternative erst seit Kurzem gibt, gibt es noch keine Zahlen.

Große Bedeutung für Behinderte

Matthisen ist selbst an den Rollstuhl gefesselt und weiß, was der Sport behinderten Menschen bedeutet. „Wir bieten beispielsweise Rollstuhl-Basketball und das sogenannte El-Hockey an. Dabei geht es zum einen um den Sport aber wichtig für uns ist auch der soziale Aspekt. Wir sitzen nicht nur in der Wohnung, sondern kommen mit anderen in Kontakt, können unsere Behinderung oder Krankheit einfach vergessen. Wir reden über Sport, so wie es in anderen Sportvereinen auch der Fall ist“, berichtet Matthisen. „Deshalb freuen wir uns so über die Hilfe, die wir nun von Føtex und den Kunden dort bekommen“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Vereinspläne

Was mit den Spenden gemacht werden soll, steht bei „Parasport Aabenraa“ noch nicht fest. „Wir wollen aber gerne unsere Trainingsausstattung ausbauen, sodass wir auch weitere Angebote für unsere Mitglieder machen können – auch um den Verein für Behinderte noch attraktiver zu machen.“

Um ihre Dankbarkeit zu zeigen, planen die Vereinsmitglieder einen „Pack-für-die-Kunden-Tag“, wo sie die Waren für die Føtex-Kunden in die Tüten oder Taschen packen. „Damit sagen wir dann einmal Danke, machen unseren Verein aber auch bekannt, stellen ihn einem größeren Publikum vor“, erzählt Keld Mattisen.

Parasport Aabenraa

Der Verein „Parasport Aabenraa“ wurde in den 1970er Jahren gegründet. Ziel ist es, Behinderten aus der Umgebung zu ermöglichen, Behindertensport zu betreiben. Gestartet ist der Verein unter dem Namen „Aabenraa Handicap Idræt“.

Unter dem Dach des Vereins gibt es die Sparten Rollstuhltennis, Rollstuhlbasketball, Bowling, Race Running und Schwimmen.

Eine Vereinszeitung wird halbjährlich herausgegeben.

Heute kommen die Vereinsmitglieder nicht nur aus Apenrade, sondern aus ganz Nordschleswig und sogar aus Schleswig-Holstein, wie der Vorsitzende Keld Matthisen berichtet.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.aaih.dk .

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