Schwerpunktstrecke

„Wenn die Autofahrer den Blitzer sehen, nehmen sie den Fuß vom Gas“

„Wenn die Autofahrer den Blitzer sehen, nehmen sie den Fuß vom Gas“

„Sehen Autofahrer den Blitzer, nehmen sie den Fuß vom Gas“

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin - Apenrade
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Ein Beamter in einem sogenannten ATK-Fahrzeug der dänischen Polizei (Archivfoto). ATK ist die Abkürzung für „Automatisk Trafikkontrol" (automatische Verkehrskontrolle). Foto: Rigspolitiet

91 Stunden hat die Polizei allein in diesem Jahr am Apenrader Tøndervej Radarkontrollen durchgeführt. Das Durchschnittstempo beträgt in dieser Zeit 47 Stundenkilometer. Es gibt aber deutliche Ausreißer nach oben.

In Zusammenarbeit mit der Kommune hat die Verkehrspolizei für Nordschleswig und Süddänemark den Tøndervej in Apenrade zur Fokusstrecke erkoren. Das bedeutet, dass der Blitzerwagen einmal pro Woche dort platziert wird – an unterschiedlichen Stellen, an unterschiedlichen Tagen, zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Richtungen.

Zur Fokusstrecke werden Straßen- oder Wegeabschnitte ernannt, wenn dort in den vergangenen fünf Jahren mehrere Verkehrsunfälle mit Personenschäden registriert wurden oder wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit über dem zulässigen Höchstlimit liegt.

Am Tøndervej ist beides gegeben.

Die Polizei ist zu unterschiedlichen Zeitpunkten vor Ort. In diesem Fall an einem Sonntagabend. Obwohl Ringreiter auf dem Heimweg vom Festplatz den Tøndervej entlang ritten, wurde ein Fahrer mit 86 Stundenkilometern gemessen. Foto: Polizei für Nordschleswig und Süddänemark

Fast jeder Fünfter überschreitet das Tempolimit

Allein in diesem Jahr hat die Verkehrspolizei 91 Stunden auf dem Tøndervej verbracht. In dieser Zeit sind 11.906 Fahrzeuge an der Radarfalle vorbeigefahren. Allerdings wurde nur in 2.476 Fällen die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern überschritten.

„Hier werden allerdings auch die Fahrzeuge registriert, die 51 km/h auf dem Tacho hatten“, erläutert der Leiter der Verkehrspolizei im süddänischen Raum, Knud Reinholdt, die Zahlen. Es gibt da einen gewissen Spielraum.

Neuerdings weisen diese Schilder den Tøndervej als Schwerpunktstrecke aus. Foto: Anke Haagensen

319 Fahrer erhielten ein Strafmandat

Reell haben 319 Fahrer ein Strafmandat in unterschiedlicher Höhe erhalten. In 27 Fällen war das Tempo so hoch, dass es eine „Kerbe“ im Führerschein des Fahrers auslöste, und drei Fahrer müssen eine theoretische und praktische Fahrprüfung bestehen, um ihren Führerschein behalten zu dürfen.

Die Aussicht aus dem Radarwagen auf dem Tøndervej in der Stadt Apenrade
Der Radarwagen ist hier auf dem Grünstreifen an der Bushaltestelle am Bag Hjelm postiert. Geblitzt wird mal in östlicher... Foto: Polizei für Nordschleswig und Süddänemark

Der Schnellste fuhr Tempo 106

„Darüber hinaus hatten wir eine sogenannte ,Wahnsinnsfahrt`“, teilt Reinholdt mit. Als „Wahnsinnsfahrer“ werden im Polizeijargon Fahrer bezeichnet, die das Tempolimit um 100 Prozent überschreiten. Der „Wahnsinnsfahrer“ vom Tøndervej wurde mit 106 Stundenkilometern gemessen. Er ist seinen Führerschein vorerst los.

Der positive Einfluss

„Übrigens“, fügt der Vizepolizeikommissar hinzu, „die von uns registrierte Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 47 km/h – also deutlich unter den zulässigen 50 Stundenkilometern.“ Bei den Messungen der Kommune lag das Durchschnittstempo deutlich über 50. Das verwundert ihn allerdings gar nicht: „Wenn die Autofahrer den Blitzer sehen, nehmen sie den Fuß vom Gas.“

...und mal in westlicher Richtung (von der gleichen Position am Bag Hjelm) Foto: Polizei für Nordschleswig und Süddänemark
Mehr lesen