Unruhestifter

„Wer sich nicht benehmen kann, fliegt bei uns raus“

„Wer sich nicht benehmen kann, fliegt bei uns raus“

„Wer sich nicht benehmen kann, fliegt bei uns raus“

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin - Apenrade
Apenrade/Aabenraa
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Die dänischen Büchereien verleihen nicht nur Bücher, sondern sind zu Treffpunkten geworden. Und wie man sich in einem öffentlich Raum zu benehmen hat, damit alle Platz haben, wissen leider nicht alle Nutzer. Foto: Archiv

Die dänische Bibliothek in Apenrade hat einen Wachdienst ordern müssen, damit auch in den Stunden mit Selbstbedienung Ordnung herrscht. In der Deutschen Zentralbücherei Apenrade hat man Probleme mit unerzogenen Nutzern allerdings bislang durch konsequentes Durchgreifen lösen können.

Durch den Einsatz eines Wachdienstes und durch Anhebung des Mindestalters hat die dänische Bibliothek in Apenrade Probleme mit störenden und randalierenden Nutzern ihres Hauses in den Griff bekommen können. Die Deutsche Zentralbücherei Apenrade kennt die Problematik durchaus, wenn auch in wesentlich geringerem Ausmaß.

Im vergangenen Jahr verbreiteten junge unerzogene Gäste eine unangenehme Stimmung in der Bücherei an der Vestergade. „Kurioserweise fielen ein paar wenige Jugendliche bei uns primär in der bemannten Öffnungszeit unangenehm auf. Bei den Kollegen am Haderslevvej hat es dagegen vor allem in den Zeiten der ‚offenen Bibliothek‘ Probleme gegeben“, sagt Büchereidirektorin Claudia Knauer.

Hausverbot und verschlossene Türen

Die Unruhestifter in der Zentralbücherei haben damals Hausverbot bekommen. Für einige Zeit wurde zudem die Eingangstür geschlossen. Nutzer mussten entweder anklopfen oder auch in der bemannten Öffnungszeit mit der Krankenversicherungskarte sich selbst die Türen öffnen. Schon nach kurzer Zeit standen die Türen aber wieder allen offen.

Nachdem es viele Monate in ihrer Bücherei ruhig gewesen war, gab es kurz nach den Sommerferien eine Episode, die Büchereidirektorin Knauer veranlasste, die Schulleiter der umliegenden Schulen darauf hinzuweisen, dass ihr Haus auch deren Schülern bei Einhaltung gewisser „Spielregeln“ offen stehe. Das hat offensichtlich gefruchtet. Es hat seitdem keine Vorfälle gegeben.

Grundsätzlich sind alle willkommen

„Vom Grundsatz her sind bei uns alle willkommen. Aber: Wer sich nicht benehmen kann, fliegt bei uns raus“, betont die Büchereidirektorin.

Außerdem hat die Apenrader Zentralbücherei großen Erfolg durch eine einfache Maßnahme erzielt. „Jugendliche unter 18 Jahren müssen bei ihrer Anmeldung von einem Elternteil begleitet werden“, erläutert Claudia Knauer die neue Politik in ihrem Haus. Ihre Erfahrung: Potenzielle Radaumacher gehen nicht erst mit Mutter oder Vater an der Hand in die Bücherei.

Büchereien sind mehr als Bücher

Nutzer der heutigen Büchereien dürfen aber auch nicht komplette Ruhe erwarten. Die Bibliotheken bieten ja auch anderes als Bücher an. Sie sind Treffpunkte geworden. „Nicht jede Gruppe von drei Jugendlichen ist per se ein Problem“, unterstreicht die Direktorin. Nutzer der Zentralbücherei müssen auch nicht durch die Gänge schleichen. Es darf natürlich geredet, gelacht und auch gejubelt werden. Besonders in der Spiele-Ecke kann es durchaus etwas lauter werden. „Aus gutem Grund haben wir deshalb die Lese-Ecke und den Jugendbereich räumlich voneinander getrennt“, sagt Claudia Knauer.

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