Fastenzeit

Sieben Wochen ohne Pessimismus

Sieben Wochen ohne Pessimismus

Sieben Wochen ohne Pessimismus

Katja Elsberger
Apenrade/Aabenraa
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Pastorin Anke Krauskopf Foto: Karin Riggelsen

Die evangelische Kirche in Deutschland lädt seit über 30 Jahren zur Fasten-Aktion „7 Wochen Ohne“ ein. Das diesjährige Motto ist: „Zuversicht - 7 Wochen ohne Pessimismus“. Pastorin Anke Krauskopf hat dem „Nordschleswiger“ erzählt, warum sie das Fasten-Motto sehr gut findet.

Bald ist es wieder so weit: Der Aschermittwoch läutet die siebenwöchige Fastenzeit vor Ostern ein. Viele Menschen machen sich aktuell Gedanken, auf was sie die nächsten Wochen verzichten werden. Die Wahl fällt oftmals auf Alkohol, Schokolade und Nikotin. Einen ungewöhnlichen Vorschlag hat die Evangelische Kirche in Deutschland, die jährlich die Aktion „7 Wochen Ohne“ veranstaltet. Das Motto der Fastenaktion in diesem Jahr ist: „Zuversicht – 7 Wochen ohne Pessimismus“. Aber wie gelingt es, auf negative Gedanken zu verzichten und positiv in den Tag zu starten? „Der Nordschleswiger“ hat mit Anke Krauskopf, Pastorin der evangelischen Gemeinde in Apenrade, über Optimismus gesprochen.

Sehnsucht nach Spiritualität und Muße

„Das Erstarken der Rechten, das Klima, große Mächte, die sich generieren – das alles sind Themen, die sehr belasten können“, meint Pastorin Anke Krauskopf. Viele Menschen würden sich daher nach Spiritualität, Muße und Themen zum Nachdenken sehnen, so Krauskopf. „Ich finde daher, dass die Aktion 7-Wochen-Ohne Pessimismus eine ganz tolle Sache ist.“ Menschen, die beschließen, ab Aschermittwoch ausschließlich positiv zu denken, gibt die Pastorin ein Zitat von Notker Wolf mit auf den Weg: „Pessimisten stehen im Regen. Optimisten duschen unter Wolken.“

Positives Denken im Fokus

„Versuchen, allem was passiert etwas Positives abzugewinnen, sehe ich als gute Möglichkeit, dass sich das grundsätzliche Denken verändern kann“, erklärt Krauskopf. Vielleicht sei so mancher sogar motiviert, „weiterzufasten“, weil der Effekt „Ich habe es sieben Wochen geschafft, jetzt schaffe ich es auch weitere sieben Wochen“, einsetzt. „Es ist ist auch nicht schlimm, wenn man nicht durchhält. Die Hauptsache ist: Nach dem Hinfallen wieder aufstehen, Krone richten und weitergehen.“

Verzicht auf „Immaterielles“

„In den vergangenen Jahren geht es bei der 7-Wochen-Ohne-Aktion verstärkt um Immaterielles“, ist der Pastorin aufgefallen. Das Motto 2019 war sieben Wochen ohne Lügen: „Dieses Thema fand ich schwierig – es zog sehr viel Erklärungsbedarf nach sich.“ Umso glücklicher ist die Pastorin über die diesjährige Fasten-Aktion, die zum positiven Denken anregt.

Fasten in der Gruppe leichter

Fasten sei leichter durchzuhalten, wenn man sich in einer Gruppe zusammenschließt, so Krauskopf. In dieser Gruppe könne man sich austauschen und gemeinsam Andachten feiern. „7-Wochen-Ohne stellt auch Material zur Verfügung“, so die Pastorin. „Ab und zu mal Medienabsitenz“ erleichtere ebenso, optimistischer zu leben.

Antipessimismus-Übung

An einem Tag passieren doch viel mehr positive Ereignisse, als mancher zu glauben vermag. Um das zu zeigen, hat die Pastorin hat eine Antipessimismus-Übung parat: Hierfür steckt man zehn kleine Perlen, trockene Erbsen oder Bohnen in die linke Hosentasche. Bei jedem guten Erlebnis des Tages wandert ein Bohne in die rechte Hosentasche. Am Abend wundert man sich wie viel positive und optimistische Erlebnisse, Begegnungen, Gesprächsmomente es gegeben hat.

Optimismus: schon in der Bibel ein Thema

Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung?

Matthäus, Kapitel 6, Vers 25

Ebenso denkt Krauskopf, dass positives Denken eine gute Idee ist, da Optimismus bereits in der Bibel festgehalten ist. Krauskopf fällt ein Beispiel aus dem neuen Testament ein, denn darin steht: „Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung?“ (Matthäus, Kapitel 6, Vers 25)

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Einseitige Grenzöffnung“