Verkehrsunfälle

Landstraßen sind besonders gefährlich

Landstraßen sind besonders gefährlich

Landstraßen sind besonders gefährlich

Dirk Thöming
Apenrade/Aabenraa
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Ein schwerer Unfall auf der E45 bei Støvring. Foto: René Schütze/ Ritzau Scanpix

Nach zwei Verkehrsunfällen in Nordschleswig mit je einem Todesopfer innerhalb von 14 Tagen stellt sich die Frage: Sind die dänischen Straßen eigentlich sicher genug?

Da ist noch Luft nach oben: So die Meinung des Verkehrssicherheitsrates in Dänemark, Rådet for Sikker Trafik, zur Sicherheit auf den dänischen Straßen.

Ein insgesamt stark zunehmender Autoverkehr dürfe nämlich nicht als Begründung dafür genommen werden, dass auch die Unfallzahlen steigen oder auch nur konstant bleiben.
„Wenn der Verkehr um 20 Prozent zunimmt, ist es nicht akzeptabel, dass es auch 20 Prozent mehr Unfälle oder Verkehrstote gibt. Im Gegenteil. Unser Ziel ist, dass die Zahl der Verkehrstoten im ganzen Land bis 2020 auf 120 zurückgeht. Davon sind wir aber noch weit entfernt“, sagt Jeppe Holm Gudmandsen, Pressemitarbeiter des Verkehrssicherheitsrates zum Nordschleswiger. 2017 starben laut Danmarks Statistik noch 175 Menschen auf dänischen Straßen.

Die größten Gefahren

Der Rat forscht ständig nach den wichtigsten Unfall-Ursachen in den verschiedenen Landesteilen. Außerhalb der großen Städte seien die Landstraßen weiterhin die gefährlichsten Straßen. Autobahnen seien viel sicherer.

„Der Gegenverkehr ist die große Gefahr. Frontalzusammenstöße führen die verheerendsten Folgen mit sich“, sagt Jeppe Holm Gudmandsen.

So geschehen diese Woche in Gravenstein, als eine Frau auf der Ortsumgehung frontal mit einem LKW kollidierte und dabei zu Tode kam. Die drei wichtigsten Ursachen für tödliche Unfälle im Straßenverkehr sind nach Angaben des Rates überhöhte Geschwindigkeit, Unachtsamkeit und Alkohol.

„Bei der Einhaltung der Geschwindigkeitsgrenzen sind Fortschritte gemacht worden. Aber trotz dieser positiven Entwicklung wird oft immer noch zu schnell gefahren“, so Jeppe Holm Gudmandsen.

Rückläufige Zahlen in Süddänemark

In Südjütland ging die jährliche Zahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2017 mit einigen Schwankungen von 48 auf 25 zurück. Die aktuellen Zahlen für 2018 liegen bei Danmarks Statistik noch nicht vor.

Insgesamt sind die dänischen Straßen aber sicherer als die Straßen im Nachbarland. In Deutschland gab es im Jahr 2017 – bezogen auf gesamte Einwohnerzahl – 25 Prozent mehr tödliche Verkehrsunfälle als in Dänemark.

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