Immaterielles UNESCO-Kulturerbe

Kulturerbe: Deutsch-Dänisches Grenzland gegen grönländischen Trommeltanz

Kulturerbe: Grenzland gegen grönländischen Trommeltanz

Kulturerbe: Grenzland gegen Trommeltanz

Kerrin Jens
Kerrin Jens Hauptredaktion
Nordschleswig
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Die Grenzregion bewirbt sich als Kulturerbe. Foto: Lars Salomonsen, Flensborg Avis

Harro Hallmann erzählt, wie es um die Bewerbung des Grenzlandes als immaterielles Kulturerbe steht und was die Herausforderungen im Bewerbungsprozess sind.

Auf dem Tisch vor Harro Hallmann, Kommunikationschef des Bundes Deutscher Nordschleswiger, liegt ein Stapel Papiere. Auf jeder Seite sind Notizen und Anmerkungen in unterschiedlichen Farben, der Titel auf der ersten Seite ist sorgfältig gewählt: „The Danish-German minority model – a framework safeguarding peaceful integration within a diverse region“.

Bewerbungssprache: Englisch

Lars Erik Bethge (Kommunikationschef SSF), Harro Hallmann (Kommunikationschef BDN), Maria Lanng (Det Kongelige Bibliothek), Benjamin Hanke (Deutsche UNESCO Kommission), Linda Pieper (Staatskanzlei Kiel) Foto: Privat

In der vergangenen Woche war Hallmann gemeinsam mit Lars Erik Bethge (Kommunikationschef SSF), Maria Lanng (Det Kongelige Bibliothek), Benjamin Hanke (Deutsche UNESCO Kommission) und Linda Pieper (Staatskanzlei Kiel) in Berlin in der Landesvertretung Schleswig-Holsteins, um über die Bewerbung des Grenzlandes als immaterielles UNESCO-Kulturerbe zu sprechen. „Wir haben sehr konzentriert und konstruktiv gearbeitet“, erläutert Kommunikationschef Harro Hallmann, BDN-Vertreter in der Arbeitsgruppe.

Wir sind sehr weit gekommen mit der Bewerbung, müssen aber jedes Wort auf die Waagschale legen, weil es eine Seitenbegrenzung gibt.

Harro Hallmann

Besondere Herausforderung: Die Bewerbung muss auf Englisch sein. Aus diesem Grund finden auch die Gespräche innerhalb der Arbeitsgruppe auf Englisch statt.

Der schriftliche Teil der Bewerbung ist so gut wie fertig, berichtet Hallmann. Er fügt hinzu, dass als nächste Aufgabe die Fertigstellung des Bewerbungsvideos über die deutsch-dänische Grenzregion ansteht. Dazu treffen sich Maria Lanng, Lars Erik Bethge und Hallmann Anfang November. Der Film darf maximal zehn Minuten lang sein. „Wir liegen gut im Zeitplan, die vollständige Bewerbung muss Ende März nächsten Jahres abgegeben werden“, berichtet Hallmann.

Kein Selbstläufer

Zusammenfassend ginge es in der Bewerbung darum, dass aus der historisch schwierigen Situation des Grenzlandes ein friedliches Miteinander geworden ist, so Hallmann. Die Grenzregion bilde einen Rahmen, um gemeinsam Lösungen zu finden. „In der Bewerbung steckt ein Jahr Arbeitskraft. Ein Selbstläufer ist es deshalb allerdings nicht“, unterstreicht er. Dass sich ein Grenzland als internationales Kulturerbe bewirbt, habe es noch nicht gegeben.

Normalerweise bewerben sich Festivals oder Handwerkstätigkeiten, aber bei uns geht es um Minderheitenrechte ­– ein sehr politisches Thema.

Harro Hallmann

Konkurrenz um das Kulturerbe kommt auch aus Dänemark: Der grönländische Trommeltanz wird sich ebenfalls bewerben. Rückmeldung, welche Bewerbung es zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe geschafft hat, wird es allerdings frühestens im Dezember 2021 geben.

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