Politik

„Werde ein grüner Minister sein“

„Werde ein grüner Minister sein“

„Werde ein grüner Minister sein“

Kopenhagen
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Der neue Transportminister Benny Engelbrecht (Sozialdemokraten) will sich um breite Mehrheiten bemühen. Foto: Thomas Sjørup/Ritzau Scanpix

Der neue Transportminister Benny Engelbrecht (Soz.) aus Nordschleswig setzt bei Verkehrsinvestitionen auf eine breite Mehrheit. Eines ist ihm besonders wichtig: die Zusammenarbeit mit Deutschland.

„Ich bin Transportminister in einer sozialdemokratischen Minderheitsregierung. Ich werde mich darum bemühen, wie es lange Tradition war, bei Verkehrsprojekten eine breite politische Mehrheit zu finden, das gilt für Fahrradwege ebenso wie für große Brücken“, unterstreicht der neue Minister für Transport, Bauen und Wohnungen, Benny Engelbrecht (Soz.), im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“. „Als Transportminister habe ich dafür zu sorgen, dass die Verkehrssysteme funktionieren, Autoverkehr, Züge und Fahrräder. Ich werde dabei ein grüner Minister sein“, so der Politiker mit Wohnsitz in Atzbüll bei Gravenstein, der das Thema Klimaschutz im Alltag der Menschen umsetzen möchte. Zum Wunsch vieler Bürger in seinem Heimatgebiet nach einer Brückenverbindung zwischen Alsen und Fünen meinte Engelbrecht, dass er das Vorhaben stets positiv betrachtet habe. Er müsse als Minister für ganz Dänemark stets den finanziellen Gesamtrahmen im Auge behalten.

„Jetzt nach den Wahlen müssen wir zunächst einmal das Arbeitszeug überstreifen und uns Zeit für sorgfältige Planungen nehmen. Es ist gut, dass die nächsten Wahlen noch nicht in Sicht sind“, erklärte der Minister und erinnerte daran, dass in der vergangenen Legislaturperiode die von einer breiten Mehrheit beschlossene Verkehrspolitik Sand im Getriebe hatte. Das habe der einst mit großer Mehrheit beschlossene Zugfonds gezeigt, der bei den politischen Kämpfen zuletzt unter die Räder gekommen sei.

Minister verfolgt aufmerksam die Maut-Diskussion

„Wir müssen jetzt für eine rasche Elektrifizierung der Bahn nach Aarhus sorgen und das neue Signalsystem muss in Betrieb gesetzt werden“, erklärte Engelbrecht, der von einem großen Nachholbedarf im Bereich des Bahnverkehrs in Dänemark spricht. „In Nordschleswig sind wir da eher in einer privilegierten Position“, sagte er unter Hinweis auf die dort schon vor Jahrzehnten elektrifizierte Hauptstrecke.

Ein großes Augenmerk hat Benny Engelbrecht auf die Zusammenarbeit mit seinen deutschen Amtskollegen in Schleswig-Holstein und in der deutschen Bundesregierung.

„Die deutsch-dänische Verkehrskommission wird sich im Herbst wieder auf deutscher Seite treffen“, so der neue Ressortchef und er erinnert an den Erfolg Schleswig-Holsteins mit Unterstützung aus Dänemark in Berlin den sechsspurigen Ausbau der neuen Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal im Zuge der Autobahn A 7 durchzusetzen.
Aufmerksam verfolgt Benny Engelbrecht die Entwicklung auf dem Gebiet einer Pkw-Maut, die in Deutschland kürzlich aufgrund eines Urteils des EU-Gerichtshofes gescheitert ist.

„Ich erwarte dazu neue Informationen. Wir haben noch keine Position bezogen, in welcher Form eine Maut in Hinblick auf den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge erhoben werden könnte“, so der Politiker, der in früheren Jahren als Vorsitzender des Transportausschusses des Folketings auf Erfahrungen aus seinem Aufgabengebiet und der „Transportregion“ mit dem Zentrum Pattburg zurückgreifen kann.

„Das Thema Abgaben ist nicht leicht zu hantieren. Es müssen große Transportaufgaben bewältigt werden“, so seine Einschätzung. Beim Güterverkehr bevorzugt Engelbrecht Lösungen, Lkw- und Schienenverkehr durch verstärkten kombinierten Verkehr miteinander zu verbinden.

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