Geschichte

Historischer Atlas mit Auskunft über Sabotageaktionen in Nordschleswig

HistoriscAtlas mit Auskunft über Sabotageaktionen in Nordschleswig

Atlas mit Auskunft über Sabotageaktionen in Nordschleswig

Kopenhagen
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Am 3. Juli wird der unterirdisch errichtete Neubau des „Frihedsmuseet“ in Kopenhagen in Nachbarschaft vom Kastell an der Straße Esplanaden eröffnet. 2013 war das Museum, das an die deutsche Besatzungszeit und den Widerstand während des Zweiten Weltkriegs erinnert, abgebrannt. Foto: Frihedsmuseet

Das Museum „Frihedsmuseet“ in Kopenhagen gibt eine digitale Karte mit Infos zur Besatzung heraus. Vorgestellt werden u. a. der Anschlag auf ein Heim der „Deutschen Jungenschaft“ am Weihnachtstag 1943 und die Sprengung der „Nordschleswigschen Zeitung“ am 18. August 1945 als Beispiele des dänischen Widerstandskampfes gegen die deutschen Besatzer.

Am 3. Juli wird in Kopenhagen der Neubau des 2013 niedergebrannten „Frihedsmuseet“ eröffnet. Bereits einige Tage vorher macht das Museum zur Erinnerung an den dänischen Widerstand während der Besetzung Dänemarks durch Nazideutschland von 1940 bis 1945 auf seine Tätigkeit aufmerksam.

Digitales Kartenwerk im Netz

Das Freiheitsmuseum hat das digitale Kartenwerk historiskatlas.dk durch eine Karte zu Schauplätzen des dänisches Widerstandes ergänzt. Vor allem zu Sabotageaktionen gegen Unternehmen, die mit der Besatzungsmacht zusammengearbeitet hatten, Angriffe auf die deutsche Wehrmacht, aber auch Einrichtungen der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Es wird auch gezeigt, wo Waffen für die dänischen Widerstandsgruppen von Flugzeugen der Alliierten abgeworfen worden sind.

Information zu Nordschleswig

Bei Anklicken der Karte und Bildvergrößerung im Kartenbereich Nordschleswig stößt man auf Angaben über Sabotage auf das Hotel Søgaardhus in Seegaard/Søgård bei Apenrade, wo am 27. September 1944 das von der Wehrmacht genutzte Hotel angegriffen wurde, wobei es laut Museumskartei Tote und Verletzte gab. Am 17. März 1945 wurde das Warenlager des Sattlers N. Schmidt in Tiset bei Gramm/Gram durch Widerstandskämpfer zerstört. Offenbar hatte er die Besatzungsmacht unterstützt.

Infos teilweise mit Fotos

Ein Foto vom 6. Februar 1944 erinnert an einen Sprengstoffanschlag auf die Maschinenfabrik Hamag /A/S an der Lavgade in Apenrade. Offenbar auch ein Unternehmen, das Geschäft mit den Besatzern gemacht hatte. In den Bereich der deutschen Minderheit fällt der Anschlag auf das Heim der „Deutschen Jungenschaft Nordschleswig“ (DJN) in Hadersleben, verübt am ersten Weihnachtstag 1943.

Das Heim der Deutschen Jungenschaft Nordschleswig (DJN) in Hadersleben ist am 25. Dezember 1943 gesprengt worden. Die DJN war eine Jugendorganisation der deutsch-nordschleswigschen NS-Bewegung. Foto: Nationalmuseum

Dazu kann man einen Text, in dem von „Jüngenschaft“ die Rede ist, und ein Foto anklicken. Man hatte eine Sprengladung im Ofen der Hütte mit NS-Symbol angebracht.

„Nordschleswigsche Zeitung“ verspätet zerstört

Interessant ist das weitere Beispiel aus Apenrade. Dort findet man mit Datum 17. August 1945 den Hinweis „Sabotage mod Nordschleswigsche Zeitung A/S“. Dazu die Angabe, dass die Druckerei total zerstört wurde. Es fehlt eine Erklärung, wieso es noch mehr als drei Monate nach der Befreiung Dänemarks und Ende der Besatzung eine Sabotageaktion gegeben hat.

Auch könnte von Interesse sein, zu erläutern, dass die Zeitung der deutschen Minderheit, die seit der Nazifizierung der deutschen Volksgruppe nach 1933 bis zum Ende der Besatzung NS-Propaganda verbreitet hatte, auch nach der Befreiung am 5. Mai 1945 im Rahmen der dänischen Pressefreiheit weiter erscheinen konnte, vorübergehend unter Zensur. Belastete Mitarbeiter waren festgenommen worden und warteten auf ihre juristischen Verfahren. Die Zeitung samt Druckerei war zur Beschlagnahmung vorgesehen. Die Akteure beim Anschlag auf die Zeitung wurden ebensowenig wie das Sprengkommando von der dänischen Justiz ermittelt, das am selben Tag den Knivsbergturm gesprengt hatte.

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