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Das ist der neue Minderheitenbeauftragte Schleswig-Holsteins

cvt/hee
Apenrade/Aabenraa
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Johannes Callsen Foto: Cornelius von Tiedemann

Der neue Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein hat die deutsche Minderheit in Nordschleswig besucht. Im Gespräch mit dem Nordschleswiger spricht er über seine Ziele, die Konstellation als Abgeordneter und Minderheitenbeauftragter und darüber, wie wichtig ihm die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist.

Video: C. v. Tiedemann

Minderheiten sind „ein Gewinn für die Grenzregion“

„Die Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze sind für die Grenzregion nicht nur gesellschaftlich, sondern auch ökonomisch ein Gewinn“, erklärte Callsen.

Im Gespräch mit dem Nordschleswiger unterstrich der Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Schleswig-Flensburg, dass er sich ganz auf sein wichtiges neues Amt konzentriere, weshalb er keinen Fachausschüssen mehr angehöre. „Mir wurde aber auch von Seiten der Minderheiten vermittelt, dass durch meine Mitgliedschaft im Landtag das Amt als Minderheitenbeauftragter aufgewertet werde“, so Callsen , der betonte, dass er im Grenzland aufgewachsen ist, weshalb ihm auch Nordschleswig ganz vertraut sei.

Er habe sein Büro in der Staatskanzlei, sei aber nicht weisungsgebunden und pflege engen Kontakt zu allen Kollegen im Landtag.. „Der BDN hatte ein tolles Programm für meinen Antrittsbesuch vorbereitet“, sagte Callsen, der zum Auftakt die Bildungsstätte Knivsberg besichtigt hatte , bevor er mit Vertretern des Deutschen Schul- und Sprachvereins die Situation der Schulen und Kindergärten der deutschen Nordschleswiger erörtert hatte.

Im Haus Nordschleswig diskutierte Callsen unter anderem über die politischen Verhältnisse im Landesteil im Vorfeld der im November anstehenden Kommunal- und Regionsratswahlen. Der Politiker unterstrich nach einer Besichtigung der Deutschen Zentralbücherei beim Besuch im Haus der Medien die wichtige Rolle des Nordschleswigers als Bindeglied im Innenleben der Minderheit und als Medium nach außen. Er zeigte sich dabei beeindruckt vom Engagement der Zeitung auf dem Gebiet der digitalen Medien.

Callsen hatte mit dem BDN-Hauptvorsitzenden über die europäische Bürgerinitiative Minority Safepack gesprochen. Dazu meinte der Minderheitenbeauftragte, dass noch große Anstrengungen nötig seien, um genügend Unterstützer zu finden. „Im Landtag in Kiel haben wir die Initiative einstimmig unterstützt, aber es ist ein etwas kompliziertes Verfahren“, meinte der Politiker.

Wolfgang Börnsen als politischer Ziehvater

Callsen erklärte im Gespräch mit dem Nordschleswiger, dass er sich seit Jahrzehnten für das kulturelle Leben in seiner ländlichen Heimatregion engagiere. So stehe er an der Spitze der Volkskundlichen Sammlungen in Schleswig. Diese Position habe er von seinem politischen Ziehvater, dem früheren Bundestagsabgeordneten Wolfgang Börnsen, übernommen.

Er werde sich als Minderheitenbeauftragter auch für die Weiterentwicklung der Region Sønderjylland-Schleswig einsetzen, in der sich die Minderheiten stets engagiert hätten. „Die Stärkung der Wirtschaftskraft in der Grenzregion ist grundsätzlich auch Minderheitenförderung“, meinte der Politiker und berichtete, dass er sich persönlich in den Koalitionsverhandlungen für eine Förderung der deutsch-dänischen Pendlerberatung im Infocenter Grenze durch das Land eingesetzt habe.

„Damit könnten die Kreise und Kommunen finanziell entlastet werden und ihr Engagement in der Region in anderen Bereichen stärken“, meinte er. Ausdrücklich lobte er die Vorteile der Mehrheitsbevölkerung durch Angebote der Minderheiten zu beiden Seiten der Grenze. Er nannte dabei Auftritte des Sønderjyllands Symfoniorkester südlich der Grenze und auch Fahrten aus Nordschleswig ins Schleswig-Holsteinische Landestheater. Volker Heesch

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