Pflegeheim-Initiative

Mobiles Museum: Schleswigsche Kutschensammlung geht auf Tour

Mobiles Museum: Schleswigsche Kutschensammlung geht auf Tour

Mobiles Museum: Schleswigsche Kutschensammlung geht auf Tour

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Museumsassistentin Maria Lindblad Lykkegaard Pekruhn und Museumsinspektor Kim Jacobus Paulsen gehen mit der Schleswigschen Kutschensammlung bald auf Tour. Foto: Annika Zepke

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Mit einem mobilen Museumsangebot wollen Kim Jacobus Paulsen und Maria Lindblad Lykkegaard Pekruhn auch jenen einen Museumsbesuch ermöglichen, für die der Weg in die Schleswigsche Kutschensammlung eine Herausforderung darstellt.

„Die Idee für unser Projekt kam uns im Corona-Lockdown“, erzählt Museumsinspektor Kim Jacobus Paulsen von der Schleswigschen Kutschensammlung. Zusammen mit seiner Kollegin, Museumsvermittlerin Maria Lindblad Lykkegaard Pekruhn, arbeitet er seit einiger Zeit an einem mobilen Museumsangebot.

„Wir wollten gerne etwas für die Älteren tun, die uns nicht einfach in der Kutschensammlung besuchen können“, erklärt Paulsen. Getreu dem Motto „wenn der Prophet nicht zum Berg kommen kann, dann muss der Berg zum Propheten – oder in diesem Fall die Schleswigsche Kutschensammlung ins Pflegeheim – kommen“, haben die beiden beschlossen, mit ihrem mobilen Museumsangebot aus Liedern, Geschichten und Quizfragen auf Pflegeheim-Tour zu gehen.

In ihrem Büro in der Schleswigschen Kutschensammlung proben Maria Lindblad Lykkegaard Pekruhn und Kim Jacobus Paulsen für ihre musikalische Geschichtsvermittlung der besonderen Art. Foto: Annika Zepke

Quiz, Geschichten und Gesang

„Wir werden in den kommenden Tagen zahlreiche Pflegeheime anschreiben und hoffen, dass unser Angebot angenommen wird“, meint der Museumsinspektor. In den vergangenen Wochen haben er und seine Kollegin ein Geschichtsvermittlungskonzept ausgearbeitet, das so einfach ist wie genial: Mit mehr oder weniger bekannten Volksliedern, in denen Kutschen zur Sprache kommen, wollen sie bei ihren Zuhörern das Interesse an Pferdewagen wecken und zum Mitsingen einladen.

Zwischen den einzelnen Gesangseinlagen, bei denen alle Pflegeheimbewohner eingeladen sind miteinzustimmen, liefert Museumsinspektor Paulsen mithilfe von Bildern der besungenen Kutschen auch geschichtliche Hintergründe zu den jeweiligen Fuhrwerken. Abschließend fordern die beiden ihre Gäste mit einer Reihe von Quizfragen heraus.

Die Schleswigsche Kutschensammlung am Simmerstedter Weg soll allen zugänglich gemacht werden, findet Museumsinspektor Kim Jacobus Paulsen. Er arbeitet daher an einem mobilen Museumsangebot. (Archivfoto) Foto: Ute Levisen

Musikalische Geschichtsvermittlung

Mit ihrem musikalisch-informativen Unterhaltungsprogramm wollen sie einen anderen Zugang zur Museumswelt schaffen, erklärt Maria Lindblad Lykkegaard Pekruhn. Dass sie sich dabei ausgerechnet für Musik als Vermittlungsmethode entschieden haben, sei kein Zufall. „Wir teilen ein großes Interesse für Musik und haben beide Instrumente zu Hause“, erzählt die Museumsassistentin.

Während sie Klavier spielt und singt, sorgt Kim Jacobus Paulsen mit seiner elektronischen Marimba und einer Vielzahl von anderen Instrumenten – die der leidenschaftliche Musiker zuvor eingespielt hat – für den richtigen Beat.

Geschichte und Musik – bei seinem jüngsten Projekt kann Museumsinspektor Kim Jacobus Paulsen seine beiden Leidenschaften miteinander verbinden. Foto: Annika Zepke

Erst Pflegeheime, dann Schulen

„Das Projekt ist eher zufällig aus der Corona-Pandemie heraus entstanden“, so Lindblad Lykkegaard Pekruhn, „und ich freue mich, dass jetzt tatsächlich etwas daraus wird.“ Auch Anfragen, ob sie mit ihrem Angebot auch Schulen einen Besuch abstatten, haben die beiden bereits erhalten.

„Dieser Herausforderung stellen wir uns natürlich gern. Aber dann müssen wir das eine oder andere Lied austauschen, denn nicht alle sind kinderfreundlich“, sagt Kim Jacobus Paulsen lachend. „Erst einmal schauen wir jedoch, dass unser Projekt in den Pflegeheimen gut anläuft.“

Wer Interesse an dem Geschichtsvermittlungsangebot der besonderen Art hat, kann sich an die Schleswigsche Kutschensammlung wenden, so Maria Lindblad Lykkegaard Pekruhn und Kim Jacobus Paulsen: „Alle sind willkommen.“

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