F-35

Bürgermeister: Auflagenüberwachung ist Staatsaufgabe

Paul Sehstedt
Woyens/Vojens
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H. P. Geil
H. P. Geil lauschte gespannt beim Treffen in Woyens. Foto: Paul Sehstedt

Neue Standorte für Kindergärten nicht ausgeschlossen bei Inbetriebnahme des F-35-Kampfjets. Komplizierter Flugablauf ist eine „zu große Aufgabe“ für die Kommune.

„618 Wohneinheiten, die von einer steigenden Lärmbelästigung durch die neuen Kampfjets betroffen werden, sind sehr viele, und daher muss eine Kompensationsregelung ausgearbeitet werden“, erklärte Haderslebens Bürgermeister H. P. Geil (Venstre) am Rande einer Bürgerversammlung, zu der das Verteidigungsministerium am Donnerstag nach Woyens eingeladen hatte. „Die Kommune steht diesbezüglich im Dialog mit der Regierung.“

Kindergarten liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Fighter Wing

Öffentliche Einrichtungen können auch vom Lärmanstieg umfasst werden. „Wir werden diese Gebäude, wenn möglich, mit einer Lärmdämmung versehen oder es gegebenenfalls an einen anderen Standort verlegen“, antwortete H. P. Geil auf Anfrage des „Nordschleswigers“. „Augenblicklich kann ich aber nicht sagen, ob die Kommune diese Kosten erstattet bekommt. Der Kindergarten Skrydstrup liegt allerdings schon seit über 40 Jahren direkt gegenüber dem Eingang zum Fliegerhorst und wurde sicherlich dort errichtet, um den Angestellten das Abgeben der Kinder zu erleichtern", sagte der Bürgermeister.

Kommune kann komplizierten Verlauf nicht selbst kontrollieren

Der Konzerndirektor erwähnte bei dem Treffen die Möglichkeit, dass die Überwachung der kommenden neuen Umweltauflagen nicht in den Händen der Kommune liegen wird, sondern im Umweltministerium, da dieses den ganzen Prozess der Ausarbeitung der Richtlinien für die Lärmbelästigung vorgenommen hat.

„Wir können als Kommune diese Aufgabe nicht bewältigen“, so Geil. „Besonders in den ersten Jahren wird ein gemischter Flugbetrieb mit sowohl den neuen F-35- als auch den alten F-16-Kampfflugzeugen abgewickelt werden. Wir können diesen komplizierten Verlauf nicht selbst kontrollieren; das ist Aufgabe des Staates, und das haben wir auch der Regierung mitgeteilt.“

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