Museumsfund

Gramms Mojn-Wal bekommt einen „großen Bruder“

Gramms Mojn-Wal bekommt einen „großen Bruder“

Gramms Mojn-Wal bekommt einen „großen Bruder“

Gramm/Gram
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Überreste des großen Schnabelwals Foto: Trine Sørensen

Zwölf Jahre haben die Untersuchungen eines spektakulären Walfundes in Gramm gewährt. Soeben sind deren Ergebnisse in der renommierten Zeitschrift „Royal Society Open Science“ veröffentlicht worden. Diese birgt eine kleine Sensation für das paläontologische Museum „Gram Lergrav“ in Gramm.

Eine wissenschaftliche Abhandlung über einen Walfund aus dem Jahre 2007 ist soeben in der Zeitschrift „Royal Society Open Science“ erschienen. Damit können Museumsleiterin Mette Elstrup Steeman und ihre Kollegen einen vorläufigen Schlussstrich unter zwölf Jahre Analyse und Forschung ziehen.

Zwölf Jahre Forschung und Untersuchung

Fest steht nun: Bei diesem Fund handelt es sich um den bislang größten eines ausgestorbenen Schnabelwals, wie sie erläutert. Es ist der zweite Fund eines ausgestorbenen Schnabelwals in Skandinavien. Bei dem ersten handelt es sich um den sogenannten Mojn-Wal. Überreste dieser ausgestorbenen Art wurden in Gramm bereits in den 80er Jahren entdeckt.

Konservatorin Trine Sørensen, „Gram Lergrav“ Foto: Ute Levisen

Erkenntnisgewinn

Mit dem Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchung bekommt der Mojn-Wal somit einen „größeren Bruder“. Unterscheidet sich seine Körperbeschaffenheit und Lebensweise doch entscheidend von dem Mojn-Wal. Zum einen ist der große Schnabelwal mit einer Länge von 5,5 bis 7,5 Metern wesentlich größer als der Mojn-Wal gewesen – im Gegenzug hat der „Neuzugang“ weniger und kleinere Zähne, dafür aber ein kräftiges Zungenbein. Wie die meisten Schnabelwale der Gegenwart hat der große Schnabelwal vor zehn Millionen Jahren seine Beute regelrecht in die Mundhöhle gesaugt.

Während der Wintermonate ist das Museum in Gramm geschlossen, doch in naher Zukunft werden die Walfunde Teil der festen Ausstellung sein. Foto: Ute Levisen

Beide Walfunde werden in naher Zukunft Teil der festen Ausstellung des Museums „Gram Lergrav“ sein, wie dessen Leiterin ankündigt. Die Entdeckung von Überresten des großen Schnabelwals in Gramm ist auch in anderer Hinsicht bemerkenswert: Im Vergleich zu anderen Funden sind bei diesem zwar nur kleine Teile des Schädels erhalten – dafür aber sind Unterkiefer und Zungenbein ungewöhnlich gut bewahrt. Hinzu kommen einzelne Knochenflossen und Rippen.

Kein eigener Name

„Dadurch wiederum ist es schwierig zu bestimmen, um welche Art Schnabelwal es sich hierbei handelt“, sagt die Museumsinspektorin. Darum erhält die Entdeckung aus Gramm auch keine wissenschaftliche Bezeichnung. Die Konservatorin des Museums, Trine Sørensen, hat die Walfunde konserviert. Zudem sind die Fossilien mithilfe eines CT-Scanners der Universität Aarhus untersucht worden, wodurch die Forscher Erkenntnisse über dessen Knochenstruktur gewinnen konnten.

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