Kampfjet-Lärm

Historischer Soundcheck mit F-35: Höllenlärm unter blauem Himmel

Historischer Soundcheck mit F-35: Höllenlärm unter blauem Himmel

Historischer Soundcheck mit F-35: Höllenlärm unter blauem Himmel

Skrydstrup
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F-35 über Skrydstrup Foto: Ute Levisen

Für die einen klingt es fast wie Musik – andere empfinden den Lärmpegel von Dänemarks künftigem Kampfjet als Höllenlärm. Am Mittwochnachmittag konnten sich alle Interessierten mit eigenen Ohren ein erstes Bild von dem Lärmniveau der F-35 machen.

Die dänische Luftwaffe bat am Mittwoch zum mehrstündigen Soundcheck – und viele waren der Einladung gefolgt. Auf dem Fliegerhorst Skrydstrup, landläufig besser bekannt unter der Bezeichnung Fighter Wing Skrydstrup, fand am Mittwochnachmittag ein historischer Soundcheck statt. Vornehmlich auf Verlangen von Anrainern des Stützpunktes führte die Luftwaffe über Nordschleswig und Teilen Süddänemarks Demonstrationsflüge mit der F-35 statt.

Auf dem Weg zur "Tankstelle" Foto: Ute Levisen

Dänische Militärgeschichte

Mehr noch: Mit diesem Tag begann zugleich ein neues Kapitel dänischer Militärgeschichte. Ist es doch das erste Mal, dass ein F-35-Kampfjet in dänischem Luftraum zu sehen, vor allem aber zu hören gewesen ist. Norwegen hatte zwei F-35 seiner Flotte nach Dänemark entsandt, damit Bürger im Allgemeinen und Anrainer des Fliegerhorstes und der umliegenden Ortschaften im Besonderen einen ersten Eindruck von dem Geräuschpegel der F-35 in direktem Vergleich mit der F-16 gewinnen können. Entsprechend hoch war das Sicherheitsaufgebot – und das Interesse an den Testflügen.

Mit eingeschaltetem Nachbrenner hinterlässt die F-35 einen bemerkenswerten Geräuscheindruck. Foto: Ute Levisen

Rede und Antwort

Der frühere Wing-Kommandeur und jetzige Chef des Fliegerkommandos, Generalmajor Anders Rex, war vor Ort – ebenso weitere hochrangige Repräsentanten der dänischen Luftwaffe. Rex befasst sich seit 2015 mit der F-35. An deren Implementierung in Dänemark ab 2022 ist er federführend beteiligt. Rex und sein Nachfolger im Amt, Oberst Uffe Holstener-Jørgensen (GUS), standen den Fragen der zahlreich erschienenen Vertreter der Tages- und Fachmedien aus dem In- und Ausland Rede und Antwort.

Generalmajor Anders Rex Foto: Ute Levisen

Unterschiedliche Wahrnehmung

Im geplanten Wechsel landeten und hoben die Kampfjets ab – erst die F-35 – dann die F-16. Beide Kampfflugzeuge machten dabei jede Menge Lärm. Mit eingeschalteten Nachbrenner wesentlich mehr als ohne, was vor allem für die F-35 gilt. Generell verursacht die F-35 wesentlich mehr „Krach“ als ihre in die Jahre gekommene Vorgängerin, wobei der Fluglärm von Befragten extrem unterschiedlich wahrgenommen und empfunden wird.
„Für jemanden wie mich klingt es gut“, sagt Wing-Chef Holstener.

Oberst GUS (Mitte) Foto: Ute Levisen

„Zahme“ Demoflüge

Anders ist der Tenor in den entsprechenden Interessengruppen der Anrainer in den sozialen Netzwerken: Zahm, nahezu lautlos – und somit nutzlos für eine Demonstration seien die Testflüge verlaufen. Ganz anders als die täglichen Flüge der F-16, so das vernichtende Urteil.
Die Bürger wurden während der Vorführung auf dem Stützpunkt nach ihrer Einschätzung des Lärmniveaus mittels Fragebögen befragt.
Die Auswertung dieser Ergebnisse sowie der Testflüge, deren Fluglärm an sieben Standorten der Region von Messgeräten festgehalten worden ist, erfolgt auf einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Donnerstagabend, 19 Uhr, auf dem Gelände des Stützpunktes.

F-35 Foto: Ute Levisen
Nach den Demoflügen ging es zurück nach Norwegen. Foto: Ute Levisen
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