40 Jahre Theater

Ein Mann namens Ole

Ein Mann namens Ole

Ein Mann namens Ole

Hadersleben/Haderslev
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Ole Sørensen in "Ein Mann namens Ove" Foto: Ute Levisen

Eine Schauspielschule hat er nie besucht. Dennoch ist Ole Sørensen, der Nestor im Ensemble des Møllen-Theaters in Hadersleben, einer der ganz Großen seines Metiers. Heute feiert er sein 40-jähriges Bühnenjubiläum.

Grenzwächter, Jeppe vom Berge, König Lear, ein Mann namens Ove. Gleich, ob Tragödie oder Komödie. Ole Sørensen ist in jeder Rolle ein Meister seines Fachs. Obwohl – eine Schauspielschule hat er nie besucht. „Vielleicht wäre ich nicht einmal aufgenommen worden“, sagt er.

Ole Sørensen als "Grenzwächter" Foto: Ute Levisen

Schule des Lebens statt Schauspielschule

Ole Sørensen hat den Beruf des Typografen ergriffen und das Schauspielfach von der Pike auf gelernt. Auf die harte Tour. In der Schule des Lebens. Nach dem Motto „Versuch macht klug“. Zu seinem großen Jubiläum hat sich der begnadete Schauspieler etwas ganz Besonderes gewünscht, „wenn ich schon nicht den Romeo spielen darf“, sagt er und legt dabei das typische Ole-Sørensen-Grinsen an den Tag.
Nun, das Geschenk zum 40. Bühnenjubiläum ist kein Geringerer als der Schweyk in Bertolt Brechts gleichnamigen Drama: „Schweyk im Zweiten Weltkrieg“ feiert am Donnerstagabend im Theater Møllen Premiere. Schon jetzt sind die meisten Vorstellungen ausverkauft.

Als Mitglied von Willys Kaffeklub erlangte Ole Sørensen an der Seite u. a. von Alex Bødiker Kult-Status. Foto: Ute Levisen

Kultstatus mit Willys Kaffeklub

Das Publikum weiß, was es an ihm hat – an dem Mann namens Ole, der in jeder Rolle brilliert, in die er schlüpft. Als Mitglied von „Willys Kaffeklub“ erlangte Sørensen Kult-Status in Nordschleswig und darüber hinaus. Als Regisseur im Theater am Mühlenstrom machte er sich ebenfalls einen Namen. Dabei spricht der 67-Jährige nicht nur hervorragend Synnejysk, sondern ist auch des Deutschen mächtig, was nicht von Nachteil ist für ein Regionaltheater im deutsch-dänischen Grenzland.

Das Theater am Mühlenstrom ist für Ole Sørensen zur zweiten Heimat geworden. Foto: Ute Levisen

Theater als zweite Heimat

„Teatret Møllen“ ist für den Jubilar zur zweiten Heimat geworden.

Warum?

„Ole kam zum Møllen, weil er um die Ecke wohnte. Und alle, die Ole kennen, wissen, dass er nicht weit wegzieht“, verrät seine langjährige künstlerische Weggefährtin am Theater, Bühnenbildnerin, Regisseurin und Plakatkünstlerin Gitte Kath.
So also hat es sich zugetragen, dass Ole Sørensen dem Theater in Nordschleswig bis heute erhalten geblieben ist.

Eignet sich seine unterschiedlichsten Rollen an wie eine zweite Haut: Ole Sørensen Foto: Ute Levisen

Er selbst nennt einen weiteren Grund. „Weil ich mitbestimmen durfte, als es galt, unseren eigenen Weg zu finden.
Gemeinsam mit Kath lenkte Sørensen die Geschicke des Theaters seit 1979 und damit – quasi – seit der Stunde Null.

Damit hat er das Theater – und die Kultur in der Domstadt – entscheidend geprägt und das Møllen zu einem Theater für Jung und Alt gemacht, bemerkte der frühere Bürgermeister Jens Chr. Gjesing und fügte gleich hinzu: „Nicht, dass sich dies in der Höhe eurer Theaterförderung widerspiegelt.“

Auf der Bühne waren sie ungefähr 25mal miteinander verheiratet: Ole Sørensen und seine Kollegin Connie Tronbjerg. "Da hast du echt Glück gehabt!", kommentierte Sørensen diese Tatsache. Foto: Ute Levisen

Ein Mann für jede Rolle

Seit Sørensens ersten Geh- und Stehversuchen auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“, ist viel Wasser den Mühlenstrom hinabgeflossen. Geschadet hat dies seiner Reputation als „Mann für alle Fälle“ keineswegs. Im Gegenteil.
Renommierte Preise hat Ole Sørensen im Laufe der Jahre für sein mannigfaltiges Talent erhalten, das sich bei jeder neuen Rolle offenbart – ganz gleich, ob als Schauspieler auf der Bühne oder als Regisseur hinter den Kulissen. Und das stets aufs Neue überrascht.

Ab Donnerstagabend steht Ole Sørensen nun als Soldat Schweyk auf der Bühne. Diese Rolle hat er sich gewünscht. Kein Wunder. Sie ist dem 67-Jährigen auf den Leib geschneidert.
So wie alle anderen auch.

Ole Sørensen, hier mit seiner langjährigen Weggefährtin am Theater, Gitte Kath. Foto: Ute Levisen
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