Volksabstimmung 1920

Pop-up-Ausstellung: „Die Soldaten kommen“ nach Hadersleben

Pop-up-Ausstellung: „Die Soldaten kommen“ nach Hadersleben

Pop-up-Ausstellung: „Die Soldaten kommen“ nach Hadersleben

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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„Historie Haderslev"-Chef Bent Vedsted Rønne heißt Besucher willkommen. Foto: Karin Friedrichsen

Das Haus mit dem geschichtsträchtigen Reformationskeller bildet die Kulisse der neuen Ausstellung des Museumsverbundes „Historie Haderslev“. Der Eröffnungsempfang findet unter freiem Himmel statt.

Der zweite Beitrag von „Historie Haderslev“ zum 100. Jahrestag der Grenzziehung ist eine Pop-up-Ausstellung an der Apothekerstraße 11. Mit dem Haus der Domgemeinde, in dem sich der historische Reformationskeller der ehemaligen Predigerschule befindet, als Hintergrund veranschaulicht der Archiv- und Museumsverband, unter anderem mithilfe von Fotos, Gegenständen und Infotafeln das Zeitloch, in dem in Hadersleben über die Neuziehung der deutsch-dänischen Grenze abgestimmt wurde.

Uniformen sind ein Teil der Ausstellung, erzählt Bent Vedsted Rønne. Foto: Karin Friedrichsen

Familien-Ausstellung der Renner

Mit „Familiens valg – tre familier i Haderslev 1920“ (Die Entscheidung der Familie – drei Familien in Hadersleben im Jahre 1920) eröffnete der Museumsverband im Januar den Reigen der Ausstellungen. Bei dieser Schau stand unter anderem die Minderheitenfamilie Meyer im Fokus.

„Die Ausstellung im ehemaligen Stadtratssaal an der Lavgade war ein großer Erfolg mit vielen Besuchern aus nah und fern“, freut sich Museumsleiter Bent Vedsted Rønne. Etwa 1.600 Gäste haben sich die Ausstellung angeschaut. Nach der Wiederöffnung in Verbindung mit der Corona-Krise war die Ausstellung bis zum 20. Juni zu sehen.

Gebirgsjäger in der Haderslebener Kaserne. Die Ausstellung ist unter anderem mit Gegenständen aus dem Kasernen-Museum bestückt. Foto: Haderslebener Kaserne

Gebirgsjäger hielten Ruhe und Ordnung aufrecht

Am 20. Januar 1920 kamen 270 französische Gebirgsjäger in die Domstadt. Die Franzosen sollten für Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung sorgen im Vorfeld der Volksabstimmung am 20. Februar 1920. Als das Ergebnis der Abstimmung in der sogenannten Zone 1 vorlag, verließen die ersten französischen Kompanien die Kaserne. Eine Kompanie wartete die Ankunft der ersten dänischen Soldaten ab, bevor sie abgezogen wurden. „Specialkorpset Sønderjysk Kommando“ übernahm das Kommando am 5. Mai 1920. Die letzten deutschen Soldaten verließen die Kaserne am 19. Januar. Am selben Abend wurde die Statue von Kaiser Wilhelm, die am Südermarkt stand, zugedeckt.

„Wir nennen unsere Ausstellung ,Jenserne kommer‘ (deutsch: Die Soldaten kommen. Soldaten wurden ehemals häufig als Jenser bezeichnet, Anm. der Red.), erzählt Bent Vedsted Rønne.

Es ist eine Ausstellung zum Anfassen. Die Besucher können eine Uniform überziehen, die Schau mit Briefmarken und Notgeld sehen, an einem Wettbewerb teilnehmen und geschichtsträchtige Filmaufnahmen sehen“, verspricht „Historie Haderslev“. Einige Ausstellungsobjekte werden auch während der kommenden Monate ausgewechselt.

Bent Vedsted Rønne führt Sabrina und Denni Holse durch die Ausstellung. Die Töchter des Paares, Laura, Nadja und Merle (v. l.) sind begeistert von der Ausstellung zum Anfassen. Foto: Karin Friedrichsen

Publikumsstrom im Vorhinein

„Wir sind seit einigen Tagen an der Apothekerstraße, um die Ausstellung aufzubauen. Viele Passanten gucken verstohlen durch die Scheiben. Und wir haben bereits Einheimische und Touristen hinter die Kulissen schauen lassen. Obwohl die Ausstellung noch gar nicht fertig ist", sagt Vedsted Rønne lächelnd. Am Dienstag führte er unter anderem eine Besuchergruppe aus Greifswald und eine Familie aus Vordingborg durch die Ausstellung.

Denni und Sabrina Holse aus Vordingborg machen Urlaub am Strand von Flaut/Flovt. Am Dienstag war das Ehepaar mit seinen drei Töchtern Nadja (12), Merle (8) und Laura (4) in der Domstadt. Sie ließen sich nicht zweimal bitten, als Vedsted Rønne sie in die Pop-up-Ausstellung einlud. „Mein Vater ist in Christiansfeld aufgewachsen. Das Grenzland ist mir nicht fremd“, erklärt Sabrina Holse.

Der konservative Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Freizeit, Kjeld Thrane, eröffnet die Ausstellung am Donnerstag, 2. Juli, um 12 Uhr. Der anschließende Empfang findet coronabedingt unter freiem Himmel an der Apothekerstraße 11 statt. Alle sind willkommen. Die Ausstellung ist bis Sonnabend, 29. August, dienstags und donnerstags von 12 bis 16 Uhr, sowie sonnabends von 10 bis 14 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Pop-up-Ausstellung an der Apothekerstraße 11. Foto: Karin Friedrichsen
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