Auszeichnung

Minderheiten-Preis an Mehrheitsmedien

Minderheiten-Preis an Mehrheitsmedien

Minderheiten-Preis an Mehrheitsmedien

Flensburg
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Die Grenzland-Chefredakteure bei der Preisübergabe: (v. l.) Jørgen Møllekær, Stefan Kläsener, Peter Orry und Gwyn Nissen. Foto: Kim Riediger/Flensborg Avis

Die Organisation der Minderheitenzeitungen in Europa, Midas, ehrt „JydskeVestkysten“ und den „Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag“.

Die Medienverlage „JydskeVestkysten“ und der „Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag“ sind am Freitagabend mit dem „Otto Habsburg Preis“ der Midas, dem Zusammenschluss europäischer Minderheitenzeitungen, geehrt worden.

Die beiden Verlagshäuser arbeiten seit mehr als zehn Jahren mit den beiden Minderheitenmedien „Flensborg Avis“ und „Der Nordschleswiger“ in einer einzigartigen Medien-Kooperation zusammen. 2008 begann die Zusammenarbeit mit dem Interreg-Projekt „Unter Nachbarn/Blandt naboer“. Durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit wuchs das Vertrauen untereinander, und 2013 machten die vier Medienhäuser einen entscheidenden Schritt, als sie sich darauf einigten, alle Medieninhalte miteinander zu teilen. Die Journalisten der jeweiligen Medien haben direkten Zugang zu den Inhalten der Kollegen.

„Wir sind als Minderheiten stolz darüber, was wir durch harte Arbeit erreicht haben. Manchmal müssen wir aber auch die Perspektive wechseln und uns darüber freuen und anerkennen, wenn die Mehrheit sich auf freiwilliger Basis in die dänische Minderheit und die deutsche Minderheit engagiert“, sagte Jørgen Møllekær, Chefredakteur von „Flensborg Avis“, am Freitagabend bei der Preisverleihung im Schloss Glücksburg. „Sie müssten nicht mit uns kooperieren, aber sie tun es.“

Peter Orry, Chefredakteur von „JydskeVestkysten“ (Jysk-Fynske Medier), ist unter den jetzigen Chefredakteuren der einzige „Mann der ersten Stunde“. Die Kooperation basiere vor allem auf Vertrauen, so Orry. Er teile daher auch den Preis mit den beiden Minderheitenmedien. „Wir haben durch unsere Zusammenarbeit einen kleinen Beitrag dazu geleistet, was die Grenzregion sein sollte: ein Gebiet der Kooperation über die Grenze hinweg.“ In einer „größeren Perspektive“, so Orry, „schicken wir auch ein Signal an unser Land, an Europa und in die ganze Welt, dass gemeinsame Werte und Kooperation der richtige Weg sind, statt Feindseligkeit und Spannungen zwischen Ländern und nationale Gruppen zu schüren. Die Welt braucht dieses Signal mehr denn je“, sagte Orry.

Auch shz-Chefredakteur Stefan Kläsener ergriff das Wort. „Was sich hier innerhalb der vergangenen Jahre abgespielt hat, ist beeindruckend. Wir können nun sagen, dass wir nicht länger auf zwei verschiedenen Seiten stehen und uns als Fremde bezeichnen”, so Kläsener. „Ihr (Orry, Nissen und Møllekær, Red.) habt uns einen dänischen Blick auf europäische Problemstellungen ermöglicht”, sagte der Chefredakteur.

Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Dieses Geld, so Orry, werde in Journalismus in den vier Grenzlandmedien investiert. Der „Otto Habsburg Preis“ wurde in Verbindung mit dem Jahrestreffen der Midas-Medien am Wochenende in Flensburg verliehen.

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