Alsen-Fünen-Brücke

Verkehrsexperte: „Eine Brücke hätte einen entlastenden Effekt“

Verkehrsexperte: „Eine Brücke hätte einen entlastenden Effekt“

Experte: „Eine Brücke hätte einen entlastenden Effekt“

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen/Aarhus/Nordschleswig
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So könnte eine kommende Brücke zwischen Alsen und Fünen aussehen Foto: jv.dk

Eine Brücke zwischen Alsen und Fünen wird bei den kommenden Verhandlungen zu einem neuen Infrastrukturplan in Kopenhagen ein Thema werden. Ein erster wichtiger Schritt zur möglichen Realisierung.

Sieben Minuten. So lange dauert eine Fahrt über eine von vielen Seiten erwünschte Brücke zwischen Alsen und Fünen. Die Realisierung dieses Wunsches liegt zwar noch in ferner Zukunft, ist in dieser Woche aber zumindest einen Schritt weiter gekommen. Gegenüber dem Lokalsender „TVSyd“ erklärt der aus Nordschleswig stammende dänische Transportminister Benny Engelbrecht (Sozialdemokraten), dass die Brücke ein konkretes Gesprächsthema bei den kommenden Verhandlungen eines neuen Infrastrukturplans werden wird.

„Ich werde zudem dafür sorgen, dass die Voruntersuchung bei diesen Gesprächen vorliegt“, so der Minister. Eine Voruntersuchung wird von Experten auf rund 20 Millionen Kronen geschätzt.

Doch welche Bedeutung würde eine Alsen-Fünen-Brücke für den Verkehr in Nordschleswig haben? Darauf hat der Ingenieur und frühere Straßen- und Verkehrschef der dänischen Straßenbehörde (Vejdirektoratet), Knud Erik Andersen, eine Antwort.

„Es herrscht kein Zweifel daran, dass eine solche Brücke einen entlastenden Effekt auf die E45-Autobahn in Nordschleswig hätte“, so Andersen gegenüber dem „Nordschleswiger“. Durch den Bau einer Brücke würden neue Möglichkeiten entstehen, die es in der Vergangenheit nicht gab. „Es ist klar, dass die Randgebiete von einer Alsen-Fünen-Verbindung profitieren würden“, so Andersen.

Begrüßt Infrastrukturprojekte

Als Verkehrsexperte ist er selbstverständlich für den Bau von Brücken. „Wichtig ist, Dänemark auf diese Weise zusammenzubringen und die dabei entstehenden Kompetenzen gut auszunutzen. Generell bin ich immer für Infrastrukturprojekte – wenn diese gesellschaftsökonomisch rentabel sind“, betont er. Wenn es demnach möglich sei, die Brücke zu bauen, dann sollte man dies auch tun. „Man könnte dadurch die Arbeitskraft effektiver ausnutzen“, so Andersen.

Verkehr und Wirtschaft sind durch eine Brücke über den Kleinen Belt demnach große Nutznießer. Doch wie steht es um die Natur? Der Professor der Meeresbiologie der Uni Aarhus, Stiig Markager, hat sich dazu gegenüber unserer Zeitung geäußert. „Wenn man die Ostsee betrachtet, dann wird eine Brücke zwischen Alsen und Fünen die Meeresumwelt nicht drastisch beeinflussen können“, so Markager. Wichtig ist ihm zufolge der ungehinderte Wasserdurchlauf. „Darauf zu achten war beim Bau der Brücke über den Großen Belt wichtiger als im Kleinen Belt. Dort strömen nicht die gleichen Mengen Wasser durch“, erklärt er.

Problematisch könnte es jedoch sein, wenn die Brücke auf beiden Seiten mit einem langen Damm, der den Wasserdurchlauf behindere, bauen würde. „Aber ich denke, dass solche Problemstellungen in einer möglichen Brückenplanung mit aufgenommen werden“, so Markager. Einzig die vielen Tümmler, die sich im Kleinen Belt aufhalten, könnten von der Bauphase verstört werden.

Weil die Brücke erst ein Thema auf der Tagesordnung der Lokalabteilung des dänischen Naturschutzvereins in Sonderburg im November sein wird, kann sich die Vorsitzende, Birgitte Marcussen, zu Folgen der Flora und Fauna eines Brückenbaus noch nicht äußern.

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