Freizeit

Ins Fitnesstudio mit 83 – und das Alter spielt keine Rolle

Ins Fitnesstudio mit 83 – und das Alter spielt keine Rolle

Ins Fitnesstudio mit 83 – und das Alter spielt keine Rolle

Sonderburg/Sønderborg
Zuletzt aktualisiert um:
Wer sich zusammenreißt und sich überwindet, darf stolz auf sich selbst sein. Foto: Karin Riggelsen

Paul Krüger ist mit seinen 83 Jahren der Alterspräsident im Fitnesscenter LOOP in Sonderburg. Er fährt jede Woche zwei- bis dreimal ins Fitnesscenter.

Eine große Sportskanone war der Sonderburger Paul Krüger nie. Der technische Leiter der einstigen Verbrennungsanlage am Nørrekobbel und des Sonderburger Kraftwärmewerks nahm immer das Auto, um von der Festland-Seite Sonderburgs zu seiner Arbeit zu gelangen. Außer einigen Spaziergängen mit seiner Frau Nanna und Golfen ging es bei ihm immer eher ruhig zu. Sportliche Herausforderungen waren überhaupt nicht sein Ding. „Und in meinem Alter ja schon gar nicht“, meinte er schon vor recht vielen Jahren.

Aber das sieht er heute völlig anders. Paul Krüger fährt jede Woche zwei- bis dreimal ins Fitnesscenter LOOP im Center Øst. Dort ist er seit einigen Jahren der Alterspräsident. 24 Minuten dauert sein Programm, das mit einer Radtour und einem Rudertraining beginnt. Und nach dem Training kann er sich zufrieden auf die Schulter klopfen: Er hat etwas Gutes für seinen Körper getan.

Seine neue, viel gesündere Einstellung war keine Vernunftfrage. Der 83-Jährige musste sich 2015 operieren lassen, im Anschluss folgten ganze drei Infektionen. Das warf ihn völlig aus der Bahn. „Ich war müde, hatte überhaupt keine Kraft. Und wäre ich umgekippt, hätte ich nicht wieder hochkommen können“, erzählt er. Seine Muskelmasse wurde von einem Physiotherapeuten gemessen. „Ganz auf dem Tiefpunkt“, wie Paul Krüger sich noch genau erinnert. Ihm wurde ein Training im Gesundheitscenter angeboten. Er zweifelte keine Sekunde: „Das war etwas, was ich einfach tun musste.“

Auch die Rückenmuskeln müssen ran. Foto: Karin Riggelsen

Nicht schlafend zum Erfolg

Zudem stellte er fest: Wer seinen Körper trainieren will, kommt nicht schlafend zum Erfolg. Der Körper braucht Zeit, und es erfordert ein gutes Durchhaltevermögen. Und so drehte Paul Krüger jede Woche seine Runden im Gesundheitscenter. Dann war er so gut in Schuss, dass die Kommune ihn „freigab“. „Ich überlegte mir, was nun geschehen sollte. Man hätte sich ja auch einfach hinsetzen können und genauso schlapp wie vorher werden. Aber das ging ja überhaupt nicht“, meint Paul Krüger. Er meldete sich im Fitnesscenter LOOP an. Dort trainiert er jede Woche zwei- oder dreimal und das seit mittlerweile zwei Jahren.

Das Training bringt ihm unglaublich viel. Heute springt er leichtfüßig vom Stuhl auf, und an der „Beinpresse“ des Fitnesscenters kann er ganze 90 Kilo treten. Seine Arme strotzen vor Muskeln, und er ist heute um die Schultern herum viel komptakter gebaut. „Es ist unglaublich, was das Training für einen tut. Es macht einen einfach so glücklich, wenn man seiner Gesundheit etwas Gutes tun kann. Ohne das Training könnte ich nie einfach so vom Stuhl hochspringen. Und Kniebeugen könnte ich ja auch überhaupt nicht meistern“, erklärt der 83-Jährige und lächelt.

Kräfte kommen wieder

Er ist eigentlich keine Person, die auf sich aufmerksam machen will. „Aber wenn ich andere dazu inspirieren kann, etwas für sich selbst zu tun, dann will ich das. Egal wie alt man ist – die Kräfte kommen wieder. Und ich werde mit dem Training nie aufhören. Wenn man im Center ist, kann man radeln und rudern. Es ist einfach so toll“, findet der Sonderburger.

Und ja: Ab und an würde er gern schwänzen und lieber ein wenig faulenzen. Aber das lässt er nicht zu. Er fährt ins LOOP – und ist nachher noch stolzer auf sich selbst. Ganz zu Recht.

Mehr lesen