Justiz

Gerichtsverhandlung wegen Corona vertagt

Gerichtsverhandlung wegen Corona vertagt

Gerichtsverhandlung wegen Corona vertagt

Sonderburg/Sønderborg
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Der Eingang zum Stadtgericht in Sonderburg Foto: Sara Wasmund

Vier Angeklagten aus Sonderburg und Krusau wird ein gewaltsamer Raubüberfall und Freiheitsberaubung im Januar 2019 vorgeworfen. Doch zum Prozessauftakt am Montag kam es nicht.

Die Corona-Pandemie kann nicht zuletzt auch geplanten Gerichtsverfahren in die Quere kommen. Das war am Montag im Sonderburger Gericht der Fall, wo vier Männer aus Nordschleswig sich ab 9 Uhr eigentlich wegen einer, im Januar 2019 begagenen Straftat verantworten mussten.

Fast alle Beteiligten waren vor Gericht erschienen: Der Richter, zwei Schöffen, die Anklägerin, auch die Verteidiger waren aus Fredericia und Kopenhagen angereist. Doch nur drei der vier Angeklagten erschienen vor Gericht.

Nicht nur Probleme mit den Handschellen

Bei dem 26-jährigen Angeklagten hatten zwei Polizistinnen vor der Verhandlung konzentriert versucht, beide Handschellen des Inhaftierten aufzuschließen. Die eine Seite wollte aber nicht. Bei dem 26-Jährigen baumelten die Handschellen also auch nach Beginn der Verhandlung an der linken Hand.

Nicht das einzige, was nicht klappte: Der gesamte Prozess wurde verschoben. Der eine Angeklagte, ein 37-jähriger Mann aus Sonderburg, hatte sich nämlich krankgemeldet. „Er muss erst einen Corona-Test vornehmen lassen, und das kann ja mehrere Tage dauern. Auf der Warteliste seines Testcenters stehen im Augenblick über 600 Personen“, stellte der Anwalt Jørn Brandenhoff Schmidt fest.

Leider. Das kommt ja im Augenblick immer wieder vor. Ich gehe davon aus, dass er Symptome hat.

Peter Ulrik Urskov, Richter

„Leider. Das kommt ja im Augenblick immer wieder vor. Ich gehe davon aus, dass er Symptome hat“, fragte der Richter Peter Ulrik Urskov. „Davon gehe ich aus“, so der Anwalt. Wenn der Corona-Test negativ ist, könnte die Verhandlung am Donnerstag, dem zweiten vorgesehenen Gerichtstag, begonnen werden.

Wenn nicht, muss die ganze Gerichtssache auf irgendwann im kommenden Jahr verschoben werden.

Auf Tankstelle überfallen

Laut Anklageschrift sollen die vier Männer - sie sind 26, 28, 30 und 37 Jahre alt, drei aus Sonderburg und einer aus Krusau (Kruså) – am 5. Januar 2019 in Broacker (Broager) und Krusau schwer straffällige Methoden angewandt haben.

Laut Staatsanwaltschaften haben die Vier einen Mann an der Tankstelle F24 am Brovej in Broacker überfallen. Ein 28-Jähriger soll das Opfer mit einem Elektroschocker und einem Baseballschläger bedroht, und dem Mann wurden anschließend mehrere Faustschläge ins Gesicht verpasst haben. Zwei der Angeklagten sowie das Opfer fuhren anschließend nach Krusau, wo sie ihrem Opfer während der Fahrt das Handy abnahmen, so die Anklageschrift.

Drohungen und Geldforderungen

Am Skovvej in Krusau angekommen, musste das Opfer seine Autoschlüssel abliefern, es kam erneut zu Drohungen, und die beiden sollen ihm anschließend weitere Faustschläge ins Gesicht verpasst haben. Sie verlangten außerdem eine „dummebøde“, Geld.

Anschließend beorderte das Duo laut Anklageschrift das Opfer zurück ins Auto, und es ging zu einer Adresse in Broacker, wo vom Opfer erneut Geld verlangt wurde. Der Mann wurde außerdem dazu gezwungen, Zigaretten für seine Peiniger zu holen.

Der 26-jährige Angeklagte soll Auto gefahren haben, obwohl ihm der Führerschein schon entzogen worden war.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Anstand mit Abstand“