Schauspiel

Interesse ist überwältigend

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Ladegårdskov
Zuletzt aktualisiert um:
Charlotte Duun im Gespräch mit Vereinsvorsitzendem Ole Nilum. Foto: Ruth Nielsen

Großes Interesse am Freilichtspiel „Den onde Herremand på Ladegård“: Über 50 Junge und Ältere bekundeten ihre Lust am Mitwirken.

Das Interesse am Freilichtspiel „Den onde Herremand på Ladegård“ des „Lille Teaters“ war am Sonntagvormittag enorm. Über 50 Kinder und Erwachsene waren zur Einführungsveranstaltung erschienen. Der Vereinsvorsitzende Ole Gaul Nilum hat zudem weitere Bekundungen von Interessierten, die jedoch wegen der Winterferien verhindert waren.

So dürfte es für Regisseur Kim Asmussen, Randers, kaum ein Problem werden, die Rollen zu besetzen. Gebraucht werden zwischen 40 und 50 Darsteller, manche haben tragende Rollen, andere kleinere, wiederum andere sind Statisten.

Stefanie Eising aus Sonderburg hat sich von ihrer Nachbarin überreden lassen zu kommen. Als Kind hat sie in der Schule auf der Bühne gestanden. Nun möchte sie es wieder probieren. „Ich will gerne, dann aber habe ich doch keine Zeit für Musik, Theater und Kunst. Es ist gut, dann eine Verabredung zu haben“, sagt die Ärztin.

„Ich lasse mich überraschen"

Ihr Mitwirken macht sie vom Drehbuch abhängig. Das wird erst bei der ersten Zusammenkunft am 24. Februar ausgehändigt. „Ich hätte das Stück gern vorher gelesen. Ich muss es mögen, es muss mich mitnehmen, es darf mir nicht fremd sein. Ich komme nicht von hier, spreche kein Sønderjysk, sondern Kopenhagen-Dänisch. Ich lasse mich überraschen“, erklärt sie.

Die Geschichte gehört zur Heimatgeschichte und ist authentisch. Das versichert Autor Sten Vestergård Kruse, der das Stück zusammen mit Dorte Fjeldgaard vor über zehn Jahren geschrieben hat. Basis war das Buch von Thomas Kaufmann über den „Herren von Ladegård“. Des Weiteren hat sich das Autorenteam bei Hofbesitzer Hans Lilleøre umgehört. „Die Geschichte stimmt. Manches ist fiktiv, um die Geschichte flüssiger zu machen“, sagt der Autor, der bei der Erstaufführung vor zehn Jahren auf der Bühne stand. Das wird es 2019 nicht geben.

Hingegen ist der Regisseur derselbe. Theater ist für Kim Asmussen eine Gemeinschaftsarbeit. „Wir sind ein Team, zusammen machen wir die Vorstellung. Keiner ist wichtiger als ein anderer“, unterstrich er seine Linie.

Handlung vor der Haustür

Am Stück gefalle ihm, dass die Handlung praktisch vor der Haustür passiert ist und somit lokal verankert ist. „Die Menschen in diesem Landesteil haben immer für sich kämpfen müssen“, meinte er zur Handlung, die 1762 spielt. 16 leibeigene Bauern von Grøngrift klagen gegen den Gutsherren von Ladegård, der Frondienste von ihnen verlangt. Es kommt zum Aufstand und zum Prozess in Flensburg. Die Bauern gewinnen. „Ich bin ein Goldfisch. Ich habe alles vergessen und baue alles von vorn wieder auf. Ihr sollt die Vorstellung schaffen, eure Persönlichkeit soll durchschimmern“, sagte Kim Asmussen.

Das „Casting“ am 24. Februar wird daher mit Kennlernspielen und Improvisationen durchgeführt. „Das gibt mir ein natürlicheres Bild von euch, als wenn ihr vorsprechen würdet“, so der Regisseur. Asmussen wird dann auch das von ihm überarbeitete Drehbuch mit eventuell neuen Regieanweisungen austeilen. Große Veränderungen zur Aufführung von 2009 wird es nicht geben.

Die Proben sind sonntags und mittwochs. Wer Interesse hat, kann sich beim Vorsitzenden Ole Nilum unter 7465 3767 melden. Das Stück wird ab Mitte Juni sechsmal aufgeführt.

Mehr lesen