FUEN

Haus der Minderheiten – neuer Anlauf

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Flensburg
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Statt in der Norderstraße wird nun nach einem anderen Gebäude Ausschau gehalten – möglichst zentral, so der Wunsch des FUEN-Präsidenten. Foto: Sven Geißler/Flensborg Avis

Vor gut einem Jahr nahm die Diskussion über ein Haus der Minderheiten in Flensburg Fahrt auf. In der dänischen Minderheit war das Projekt umstritten; man habe genug Gebäude, lautete die Kritik. Im Mai 2018 gab dann der dänische Kulturverband Sydslesvig Forening (SSF) bekannt, sich als Partner zurückzuziehen. Begraben scheint das Projekt aber nicht.

Susann Schenk verlässt FUEN

Die Generalsekretärin der FUEN, Susann Schenk, hört auf. Dies teilte die Minderheitenorganisation mit. Die gebürtige Lausitzer Sorbin wurde im Jahr 2008 von Prof. Hans Heinrich Hansen, dem damaligen Präsidenten der FUEN, in die Zentrale der Organisation nach Flensburg berufen. Über ihre zukünftigen Vorhaben wollte sich Susann Schenk nicht äußern.

Laut Flensborg Avis sieht es so aus, als ob es doch ein Haus der Minderheiten geben könnte, wenn auch nicht im ehemals angedachten Gebäude in der Flensburger Norderstraße. Wie die Zeitung berichtet, treffen sich im Januar die Stadt Flensburg und die europäische Minderheitenorganisation FUEN, die das Projekt jetzt betreut, um ein geeignetes Gebäude in Flensburg zu finden. Das Eckener-Haus soll dem Vernehmen nach ins Gespräch gekommen sein.

Finanzielle Zusagen von deutscher Seite

Die deutsche Seite hält Flensborg Avis zufolge ihre finanziellen Zusagen aufrecht. Die Bundesrepublik, das Land Schleswig-Holstein und die Stadt Flensburg wollen Geld geben. Dabei war in der Vergangenheit von einem gesammelten Betrag von 1,3 Millionen Euro die Rede. Loránt Vincze, Präsident der Minderheitenorganisation FUEN, sagte dem Blatt, das FUEN-Präsidium treffe sich im Januar in Flensburg, auch seien Treffen mit der Stadt geplant, in denen Vincze zufolge darüber gesprochen wird, wo das Minderheitenzentrum platziert werden soll. Die Minderheitenorganisation möchte Flensborg Avis zufolge ein zentral in Flensburg gelegenes „eigenständiges Projekt“ und keine zusätzlichen Räume in einer bestehenden Einrichtung.

Vincze habe auch noch nicht die Hoffnung verloren, Geld für das Projekt aus Dänemark zu erhalten, berichtet die Zeitung der dänischen Minderheit. So soll Bernd Fabritius (CSU), Minderheitenbeauftragter der Bundesregierung, angeboten haben, das Thema mit der dänischen Kulturministerin Mette Bock (LA) zu diskutieren. Diese hatte sich im Dezember vergangenen Jahres in die Diskussion eingeschaltet und Geld in Aussicht gestellt, wenn das Projekt einhellig gewollt werde.

„Das Haus der Minderheiten ist eine gute Idee"

Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger, ist weiterhin für das Projekt Haus der Minderheiten und sieht mit der Ernennung des Grenzlandes zum immateriellen Kulturerbe dessen Bedeutung gewachsen. „Man kann immer voneinander lernen, und wir können hier im Grenzland auf einmalige Weise zeigen, wie man es erreicht, dass aus Feindschaft Freundschaft wird. Das Haus der Minderheiten ist eine gute Idee. Die Diskussion um den Ort werden wir von der Seitenlinie aus verfolgen, aber wir würden uns freuen, Inhalte beizusteuern“, so Jürgensen.

Der FUEN-Präsident hofft, im Sommer 2019 das Projekt in Gang setzen zu können. Dabei hat er das Jahr 2020 im Blick, in dem der Grenzziehung von 1920 gedacht wird. Für ihn soll das Haus der Minderheiten ein Flaggschiff der Feierlichkeiten sein.

Genau vor einem Jahr kritisierten Udo Jessen, Vorsitzender des Dansk Skoleforening for Sydslesvig, Kirstin Asmussen, Vorsitzende bei Sydslesvigs danske Ungdomsforeninger, und Christian Jürgensen, Vorstandsvorsitzender der dänischen Zentralbibliothek, Geld in die Hand zu nehmen, um ein neues Gebäude für das Haus der Minderheiten zu errichten. Gebäude habe die dänische Minderheit genug. Das Projekt an sich bemängelten sie nicht.

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