Schweinepest-Prävention

Deutsche Landwirte in Dänemark fordern mobilen Zaun

Deutscher Landwirte in Dänemark fordern mobilen Zaun

Deutsche Landwirte in Dänemark fordern mobilen Zaun

Dirk Thöming
Tingleff/Tinglev
Zuletzt aktualisiert um:
Beim Thema Schweinepest-Gefahr scheiden sich die Geister in Dänemark. Foto: JEAN CHRISTOPHE VERHAEGEN/Ritzau-Scanpix

Der Landwirtschaftliche Hauptverein für Nordschleswig, LHN, fordert die Anschaffung eines mobilen Zaunes gegen die Schweinepest nach deutschem Vorbild.

Sowohl Schleswig-Holstein als aus Mecklenburg-Vorpommern halten für den Fall des Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest einen mobilen, elektrischen Zaun vor, der kurzfristig aufgestellt werden kann. Das Schleswig-Holsteinische Umweltministerium berichtet auf Anfrage des „Nordschleswigers“, dass ein 50 Kilometer langer Zaun für diesen Fall vorhanden ist.

Mecklenburg-Vorpommern hält früheren Medienberichten zufolge ebenfalls einen Elektrozaun von 51 Kilometern Länge vor.

Sollten infizierte Wildschweine in Deutschland entdeckt werden, soll das betreffende Gebiet eingezäunt werden. Die Hoffnung ist dann, dass die kranken Tiere in dem Gebiet bleiben und dort verenden.

„Wir brauchen in Dänemark auf jeden Fall ebenfalls einen solchen mobilen Zaun. Ich glaube nicht, dass er hier vorhanden ist“, sagt Jørgen Popp Petersen, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig, LHN, zum „Nordschleswiger“.

Popp Petersen berichtet, dass der deutsche landwirtschaftliche Verein in Dänemark sich mit seiner ablehnenden Haltung zum festen Wildschweinzaun an der Grenze gegen die Meinung der meisten dänischen Landwirte, die in der Organisation Landwirtschaft und Nahrungsmittel (Landbrug og Fødevarer, LF) zusammengeschlossen sind, stellt. Die Errichtung des festen Zaunes werde zum guten Teil von LF mitfinanziert.

„Der feste Wildschweinzaun richtet in Bezug auf die Wildscheine keinen Schaden an – aber er hilft auch nicht. Wenn Wildschweine aus Deutschland sich Richtung Norden ausbreiten wollen, werden sie es trotz des Zaunes schaffen“, sagt Jørgen Popp Petersen.

Notfallplan notwendig

Daher sein ein Notfallplan für die Landwirte im Falle des Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest, die durch Wildschweine übertragen wird, notwendig.

„Die Landwirte müssen für den Fall der Fälle Informationen erhalten, welche Maßnahmen in den Ställen zu ergreifen sind“, sagt Popp-Petersen, der in der Kommune Tondern (Tønder) selbst einen Betrieb mit 600 Muttersauen führt.

„Ein mobiler Zaun, der schnell errichtet werden kann, ist auch in Dänemark ein Muss. Er muss parallel zum festen Wildschweinzaun vorgehalten werden und hätte längst angeschafft werden müssen“, fügt der Verbandsvorsitzende hinzu.

Einer aktuellen Karte des staatlichen Friedrich-Löffler-Institutes in Greifswald zufolge befindet sich die westliche Grenze der Schweinepest in Europa im östlichen Teil Polens. Darüber hinaus gibt es einzelne Fälle von infizierten Wildschweinen in Luxemburg.

Dänische Behörde: Kein Bedarf an mobilem Zaun

Die dänische Lebensmittelbehörde, Fødevarestyrelsen, erklärt gegenüber unserer Zeitung, dass es ihrer Meinung nach keinen Bedarf für einen mobilen Zaun gibt.

„Wir haben keinen mobilen Zaun. Es ist die Frage, ob es notwendig ist, wenn wir unseren Zaun errichtet und zugleich den Bestand von Wildschweinen in Dänemark auf ein Minimum reduziert haben“, so die Behörde.

„Der Plan ist, die wenigen Wildschweine, die sich im dänischen Grenzland befinden – vielleicht 100 Schweine – auszurotten, und deshalb ist es wohl nicht relevant, einen mobilen Zaun zu haben“, so Hauptberater und Tierarzt Stig Mellergaard, der zugleich auf einen umfangreichen Notfall-Plan verweist.

Befallene Bestände werden getötet

Präventiv seien, in Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Organisationen, diverse Aufklärungs-Kampagnen durchgeführt worden, „sowohl an Landwirte gerichtet als auch an Transporteure von Schweinen und andere Personen aus Risiko-Ländern“. Darin gehe es unter anderem um das riskante Wegwerfen von Lebensmittel-Resten in der Natur sowohl das Verbot des Fütterns mit Essensresten.

Der Notfall-Plan speziell für den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Dänemark ist 45 Seiten stark und sieht vor, dass befallene Bestände komplett und kontrolliert getötet werden.

Den kompletten Plan finden sie hier.

Mehr lesen