Umweltfreundlicher Verkehr

Ab 2023 in elektrischen DSB-Zügen nach Deutschland

Ab 2023 in elektrischen DSB-Zügen nach Deutschland

Ab 2023 in elektrischen DSB-Zügen nach Deutschland

Kopenhagen/Pattburg
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Die neuen Vectron-Lokomotiven werden bereits erfolgreich im Regionalverkehr im östlichen Dänemark vor die Züge gespannt. Die schnellen Loks werden laut DSB ab 2023 auch im grenzüberschreitenden Verkehr nach Deutschland im Fernverkehr eingesetzt. Foto: Siemens

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Die neuen Vectron-E-Loks von Siemens sorgen für das Aus für die letzten Diesel-Lokomotiven bei der Staatsbahn bis Ende 2021. Die IC3-Triebwagen sind zunächst weiter im grenzüberschreitenden Verkehr im Einsatz.

In der gerade veröffentlichten Halbjahresbilanz der Dänischen Staatsbahnen (DSB) wird nicht nur über die im Vergleich zu den entsprechenden Zeiträumen 2020 und 2019 deutlich geringere Zahl von Reisenden in den Zügen des Unternehmens berichtet. Sie lag in der ersten Jahreshälfte 2021 mit 45,8 Millionen Reisen um 22 bzw. 51 Prozent unter den Zahlen der Vorjahre. Im Bericht, in dem von einer schrittweisen Rückkehr der Passagiere in die Züge seit Jahresbeginn die Rede ist, gibt das Unternehmen auch eine Vorausschau auf Neuerungen im Zugverkehr, vor allem auf den Einsatz umweltfreundlicher elektrischer Züge anstelle der veralteten, umweltbelastenden Dieselfahrzeuge.

DSB-Chef verspricht günstige Fahrten mit der Bahn

Der geschäftsführende Direktor der DSB, Flemming Jensen, kündigt weitere Initiativen zur Rückgewinnung der Reisenden an, unter anderem Fahrkarten zu günstigen Preisen. Er betont aber auch die Rolle der Eisenbahn in Dänemark als das umweltfreundliche, klimaschonende Verkehrsmittel. Dabei verweist er auf die Bestellung von bis zu 150 modernen elektrischen Triebwagen des französischen Herstellers Alstom, die ein wichtiges Element der grünen Umstellung Dänemarks darstellten. 86 Milliarden Kronen würden in den kommenden Jahren im Bereich der Bahn in Dänemark investiert, vor allem auch in die Coradia Stream-Züge, die überwiegend im Alstom-Werk in Salzgitter gefertigt werden.

Problem Bahnstromgrenze Pattburg

Die letzten ME-Diesellokomotiven der DSB werden nach Angaben des Unternehmens bis Ende des Jahres 2021 aus dem Verkehr gezogen. Während im grenzüberschreitenden Regionalverkehr über die deutsch-dänische Grenze die neuen, 200 Stundenkilometer schnellen Triebwagen wegen der Bahnstromgrenze in Pattburg (Padborg) nicht bis Flensburg fahren können wie das heutige Diesel-Material, kündigen die DSB im grenzüberschreitenden Fernverkehr den Einsatz der für das deutsche und dänische Bahnstromsystem eingesetzten Vectron-Lokomotiven ab 2023 an.

Die DSB haben beim spanischen Hersteller Talgo Züge mit Waggons für den Fernverkehr geordert. 2023 sollen sie zur Verfügung stehen. Foto: DSB

Die DSB haben für diese Züge komfortable Fernreise-Waggons des spanischen Herstellers Talgo geordert.

Hoffnung auf Halt in Region

Die für 25 Kilovolt/50 Hertz im dänischen Oberleitungsnetz und 15 Kilovolt/16 2/3 Hertz im deutschen und schwedischen System nutzbaren neuen Loks mit Spitzentempos 200 werden anstelle der überalterten IC3-Dieseltriebwagen zwischen Kopenhagen und Hamburg mit Fahrt durch Nordschleswig bis zur Fertigstellung der Fehmarnverbindung fahren.

Als DSB-Intercity-Züge werden vorerst weiter die veralteten IC3-Dieseltriebwagen eingesetzt. In den vergangenen Wochen fuhren sie aufgrund von Bauarbeiten im Hamburger Hauptbahnhof nach Hamburg-Altona. Dort war 1844 die erste Eisenbahn im damaligen dänischen Gesamtstaat eröffnet worden, sie verband die damals holsteinische Stadt Altona mit Kiel. Foto: Volker Heesch

Im DSB-Bericht gibt es keine Angaben, wann elektrische Züge auch zwischen Aarhus und Hamburg fahren. Hier ist die weiterhin die fehlende Oberleitung zwischen Fredericia und Aarhus das Haupthindernis. In Nordschleswig (Sønderjylland) erhoffen sich die Bahnkunden, dass die durchgehenden Züge zwischen Kopenhagen und Hamburg künftig auch einen Halt in der Region einlegen. Aktuell sind die Intercitys zwischen den beiden Metropolenstädten kaum für Bewohnerinnen und Bewohner der Grenzregion nutzbar. Dabei spielen auch die Grenzkontrollen ein Rolle.

Einsatz von Batteriezügen im Gespräch

Für den Regionalverkehr ist ein Einsatz von Batterie-Elektrozügen von Flensburg über Pattburg und Tingleff (Tinglev) bis Sonderburg (Sønderborg) im Gespräch. In den kommenden zwei Jahren dürften weiter die laut brummenden IC3-Triebagen zum Alltag der Bahnreisenden in Nordschleswig gehören. Neben der Verbindung über Pattburg und Flensburg gibt es Bahnreiseverkehr über die deutsch-dänische Landesgrenze auch zwischen Niebüll (Nibøl) und Tondern (Tønder) mit Zügen der Bahngesellschaft Arriva, die eine Verbindung zwischen der Marschbahn Hamburg-Niebüll und der jütischen Westküste mit den Städten Ripen (Ribe), Esbjerg und Varde herstellen.

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