Vogelgrippe

Geflügelzüchter in Alarmbereitschaft

Geflügelzüchter in Alarmbereitschaft

Geflügelzüchter in Alarmbereitschaft

Stoltelund
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Thies Thomsen wird sein verbliebenes Geflügel notgedrungen im Stall halten. Foto: Friedrich Hartung (Archiv)

Nur wenige Kilometer südlich der Grenze sind an Vogelgrippe verendete Vögel gefunden worden. Gänse- und Putenzüchter Thies Thomsen aus Stoltelund wartet Anweisungen der dänischen Lebensmittelbehörde gar nicht erst ab, sondern trifft sofort Vorkehrungen.

Noch seien keine Mitteilungen herausgegeben und keine Vorgaben gemacht worden. Man nehme die aktuelle Lage aber sehr ernst und werde zeitnah Maßnahmen anordnen, so Mikkel Joensen, Pressesprecher der Lebensmittelbehörde „Fødevarestyrelsen“ zu der Information, dass sich die Vogelgrippe in Schleswig-Holstein weiter ausgebreitet hat.

Mittlerweile sind auch verendete Vögel im Kreis Nordfriesland nur weniger Kilometer von der dänischen Grenze gefunden worden. Sowohl das Virus H5N8 und das noch infektiösere Virus H5N5 sind laut Kreis-Veterinäramt aufgetreten.

Eine Übertragung der für Vögel oft tödlichen Viren auf Menschen ist nicht bekannt.

Aufenthalt im Freien vermeiden

Geflügelhalter in Deutschland wurden angehalten, die Tiere ausschließlich in Ställen zu halten, um eine Infektion durch fremde Vögel zu verhindern.

„Ich werde das jetzt sofort tun“, sagte Thies Thomsen aus Stoltelund, als auch er am Dienstag von der Situation in Norddeutschland in Kenntnis gesetzt wurde. Thomsen züchtet nebenberuflich Gänse, Enten und Puten, die er hauptsächlich für die Weihnachtszeit verkauft.

Für den Züchter ist die Verbreitung der Vogelgrippe ein Wettlauf mit der Zeit. Er scheint dabei mit einem blauen Auge davonzukommen, sollte die Vogelkrankheit Nordschleswig erreichen, denn zwei Drittel seines Geflügels sind bereits geschlachtet und tiefgefroren.

Dass das letzte Drittel noch nicht geschlachtet wurde, ist einem anderen Virus geschuldet – dem Corona-Virus.

Die Schlachtung wolle er nun zeitnah veranlassen, so Thomsen, für den die einfache Vogelgrippe eigentlich ein wiederkehrendes Phänomen ist, wenn auch nicht immer so ausgeprägt.

„Meistens tritt es in Woche 46 und 47 auf. In der Vergangenheit habe ich in der Regel in Woche 44 schlachten lassen. Im kommenden Jahr peile ich Woche 42 an“, so Thomsen, der der Vogelgrippezeit damit ausweichen möchte.

Betroffen war sein Betrieb noch nie, wie er sagt. „Es halten sich in unmittelbarer Umgebung zum Glück kaum wilde Vögel auf. Das Übertragungsrisiko ist dadurch entsprechend geringer", so der Stoltelunder mit der Hoffnung, auch in Zukunft verschont zu bleiben.

Geflügelzüchter Thies Thomsen hat auf seinem Betrieb bislang noch keine Vogelgrippe gehabt. Foto: Friedrich Hartung (Archiv).
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