Kultur

„Land(ge)schafft“ aus dem Fundus des Tonderner Kunstmuseums

„Land(ge)schafft“ aus Fundus des Tonderner Kunstmuseums

„Land(ge)schafft“ aus Fundus des Tonderner Kunstmuseums

Tondern/Tønder
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Im kommunalen Haushalt verankert sind die Pläne des Museumsverbunds Museum Sønderjylland. Die Tonderner Museen sollen neu eingerichtet und umgebaut werden. Zudem soll ein neuer Eingang geschaffen werden. Zwischen 60 bis 65 Millionen Kronen soll das Projekt kosten. Die Kommune will in den folgenden Jahren zwischen 15 und 20 Millionen Kronen beisteuern. Foto: Volker Heesch

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Eine neue Themenausstellung geleitet „vom Paradies zum fremden Land“. Die Werke werden bis zum 6. März zu sehen sein.

Wenige Wochen nach der lang ersehnten Wiedereröffnung des Tonderner Kunstmuseums präsentiert die zusammen mit der Sparte Kulturgeschichte zum Museumsverbund „Museum Sønderjylland“ gehörende Einrichtung eine Sonderschau unter dem Titel „Landskabt“.

Die paradiesische Natur wird in der Ausstellung mit dem Werk Sigurd Swanes aus dem Jahre 1938, „Sol i Skov“, dargestellt. Foto: Volker Heesch

Im deutschen Ausstellungsführer lautet der Titel „Land(ge)schafft“: Vom Paradies zum fremden Land“. Es werden in dem von Tine Moritz-Blicher geleiteten Museum Werke aus dem Fundus des Museums gezeigt. Sie knüpft an das Bestreben der Menschen seit alten Zeiten an, die Natur abzubilden. Im ersten Raum der Sonderausstellung sind unter dem Titel „Paradies“ Werke gezeigt, in denen die Natur als Zufluchtsort des Menschen, als paradiesischer Garten, dargestellt wird.

Studie von Eckersberg einst experimentell

Dazu wird das Werk „Luftstudie“ von C. W. Eckersberg, entstanden ca. 1825, präsentiert. Seinerzeit war die Motivwahl „eine experimetelle Motivwahl“, heißt es in den Erläuterungen. Dazu gesellt sich ein neueres Werk von Sigurd Swane aus dem Jahre 1938, „Sol i skov“ (Sonne im Wald), neben „Gensyn“ (Wiedersehen), das 2015 Per Bak Jensen geschaffen hat. Im nächsten Raum geht es von der „guten Natur“ in die „böse“ Natur, die Wildnis, repräsentiert durch ein in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandenes Werk von Carl Neumann, ein Strand mit tosenden Wellen am Öresund bei Schloss Kronborg.

Das „Moralens vogter" von Rita Kerrn-Larsen vermittelt Gedanken hin zur „inneren Landschaft“ des Menschen. Das Werk der Surrealistin ist 1935 entstanden. Foto: Volker Heesch
Die Ausstellungsräume zur Schau „Landskabt“ sind mit jeweils wenigen Werk bestückt, die durch kurze Texte erläutert werden. Foto: Volker Heesch

Innere Landschaften

Weiter geht es in die „Natur des Menschen“, in der sich dieser selbst bewegt und die in ihm selbst liegt, wie es im Ausstellungstext heißt. Dazu gehört das Bild „Moralens vogter“ (Wächter der Moral) der dänischen Surrealistin Rita Kerrn-Larsen, entstanden 1935. Außerdem wird dazu ein undatiertes Werk Vilhelm Bjerke Petersens gezeigt. „Die figurative Natur verwendend, kann der Künstler die inneren Landschaften und die grundlegenden Triebe und Eigenschaften, die von Natur aus in uns stecken, illustrieren“, so der erläuternde Text im Ausstellungsraum. Weitere Themen sind die Ordnung der Natur und die fremde Natur.

Natur in der Hand der Menschen

In den dazu gezeigten Werken geht es um den Drang des Menschen, die Natur zu systematisieren und zu ordnen. Schließlich wird deutlich, dass die Natur kein Paradies mehr ist, sondern von Vernichtung und Klimawandel bedroht ist, deren Erhalt in den Händen des Menschen liegt.

Die Ausstellung ist bis zum 6. März 2022 während der Öffnungszeiten des Museums zu sehen. Aktuell werden noch – verlängert bis zum 19. September 2021 – unter dem Titel „Mellem Rum“ (Zwischenraum) Werke des 1975 geborenen Kunstschaffenden Jacob Kirkegaard gezeigt, in deren Mittelpunkt Geräusche stehen. Die Ausstellungen im Tonderner Museum sind während der dänischen Sommerferien an allen Wochentagen zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. Montags ist Ruhetag.

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