Arbeitskampf

Streik in Heimkrankenpflege hat ernste Konsequenzen

Streik in Heimkrankenpflege mit ernsten Konsequenzen

Streik in Heimkrankenpflege mit ernsten Konsequenzen

Tondern/Tønder
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Am 30. Juni hatten die streikenden Heimkrankenschwestern vor dem Tonderner Rathaus bei Regenwetter für ihre Forderung nach Gehaltsverbesserungen demonstriert. Inzwischen stehen immer mehr Bürgerinnen und Bürger aufgrund des sich in die Länge ziehenden Arbeitskampfes im Regen. Foto: Monika Thomsen

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Rund 20 Patientinnen und Patienten von der Westküste müssen unnötig weiter im Krankenhaus bleiben. Die Kommune Tondern muss für die Kosten aufkommen.

Der nun schon seit Wochen andauernde Streik der Krankenpflegerinnen und -pfleger in Dänemark hat nicht nur Konsequenzen für Menschen, deren geplante Operationen abgesagt werden müssen. Da die Heimkrankenpflege in der Kommune Tondern, die im Rahmen des landesweiten Streiks seit dem 19. Juni Teil des Arbeitskampfes ist, sind nun auch vermehrt Folgen in den Orten an der Westküste zu spüren.

Zwangsaufenthalt im Krankenhaus

„Danmarks Radio“ berichtet, dass inzwischen 20 Patientinnen und Patienten, die zur Behandlung in Krankenhäuser der Region Süddänemark eingeliefert worden waren, dort weiterhin bleiben müssen, obwohl das aus medizinischer Sicht nicht mehr erforderlich ist. Grund ist die wegen des Streiks momentan nicht mögliche Betreuung der betroffenen Menschen durch die kommunale Krankenpflege in der eigenen Wohnung. Der für die Heimkrankenpflege zuständige Mitarbeiter der Kommune Tondern, Torben Lindbæk-Larsen, erklärte gegenüber dem Rundfunksender, dass die Kommune Tondern die Kosten tragen muss, die durch den verlängerten Aufenthalt von Patientinnen und Patienten in den Regionskrankenhäusern entstehen. Es handele sich um rund 4.000 Kronen pro Person pro Tag.

Hoffnung auf Streik-Ende

Der Tonderner Bürgermeister Henrik Frandsen (Tønder Listen) setzt seine Hoffnung auf eine baldige Beendigung des Arbeitskampfes. Die Gewerkschaft der Krankenpflegerinnen und -pfleger, „Dansk Sygeplejeråd“, hatte in einer Urabstimmung der eigenen Mitgliederschaft einen Arbeitskampf beschlossen, weil die Krankenpflege in Dänemark trotz einer immer anspruchsvolleren Ausbildung und Einsatzes in vielen Bereichen mit hoher Verantwortung zur Entlastung vor allem der Ärzteschaft einkommensmäßig gegenüber anderen Berufsgruppen des öffentlichen Dienstes weit hinterherhinken.

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