Umweltpolitik

Abwasserplan im zweiten Anlauf verabschiedet

Abwasserplan im zweiten Anlauf verabschiedet

Abwasserplan im zweiten Anlauf verabschiedet

Hoyer/Højer
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In diesem künstlichen See soll das Regenwasser aufgefangen werden. Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Das Überlaufbecken am Slusevej bleibt bestehen. Das hat der Stadtrat mehrheitlich bestimmt. Sechs Politiker votierten dagegen. Hoyeraner Politiker: Es stinkt höllisch.

Obwohl künftig in Hoyer das meiste Regenwasser nicht mehr in die Kanalisation laufen soll (das Projekt steht kurz vor der Ausschreibung) und dafür ein Auffangsee auf dem Gelände der früheren Möbelfabrik angelegt worden ist, bleibt das Überlaufbecken beim Klärwerk am Slusevej bestehen. Das entschied der Tonderner Stadtrat mehrheitlich bei fünf Gegenstimmen (Sozialistische Volkspartei, Einheitsliste, Dänische Volkspartei und der fraktionslose Jens Møller), als der Abwasserplan für die Jahre 2018-2027 verabschiedet wurde.

Stickstoffgehalt sinkt

Die fünf Gegner wollen eine totale Reinigung allen Wassers, das über einen Überlaufkanal vom Klärwerk in das Wattenmeer fließt. Bei der Beibehaltung des Überlaufbeckens und dank des Auffangsees sollten aber bis zu etwa 98 Prozent der Abwässer geklärt werden. Im Zuge der Regenwasserableitung wird der Stickstoffgehalt um etwa 25 Prozent reduziert. Nur bei sehr starken Regenschauern kommt es zu Überläufen, da die Kapazität des Klärwerks überschritten wird.

Die einzige, richtige Lösung ist die Beibehaltung des Beckens, meinen die Kanalisationsexperten der Beratungsfirma Cowi. Bei starkem Niederschlag könne es dazu kommen, dass sich abwasserhaltige Flüssigkeit oberirdisch (in Häusern, auf Straßen und offenen Plätzen) anstauen könnte, wenn es nicht mehr die Überlaufmöglichkeit gibt, meinen die Fachleute. Diese Lösung minimiert auch den möglichen Ausbau des Klärwerkes im Zuge weiterer Klimaveränderungen. Es würden aber weiter 375 Kubikmeter ungeklärtes Wasser ins Wattenmeer laufen.

Im Herbst 2019 fand der 1. Spatenstich am Standort des neuen Regenwasserbassins statt. Foto: Elise Rahbek

Der größte Teil des Regen- und des Abwassers wird schon heute gereinigt. Die Kosten bei einer Streichung des Überlaufs werden über einen 100-jährigen Zeithorizont sieben Millionen Kronen teurer werden. Ein möglicher Ausbau des Klärwerkes ist nicht inbegriffen. Der Vorsitzende des Technischen Ausschusses, Bo Linnet, meinte bei der Stadtratssitzung, dass das Geld wesentlich besser in anderen Orten mit größeren Problemen investiert werden sollte. In der Kommune gebe es viele Klärwerke mit einem Überlaufbecken.

Es stinkt

Peter Christensen, wohnhaft in Hoyer, wollte seine Ratskollegen darauf aufmerksam machen, dass es am Slusevej höllisch stinke. Die dortige Platzierung eines Klärwerks sei wohl die erdenklich schlechteste, wo der Ruderverein, der Bootsklub, das Ferienzentrum Hohenwarte und der Nationalpark als direkte Nachbarn liegen. Auf längere Sicht sollte man sich darüber auch Gedanken machen.

In die Sanierung der Kanalisation und Regenwassertrennung, in die der Versorgungsbetrieb Tønder Forsyning etwa 40 Millionen Kronen investiert, ist es in einem kleineren Teil des Ortes mit Rücksicht auf die historische Bausubstanz nicht möglich, das Regenwasser abzufangen. Ab- und Regenwasser werden traditionell nach Verlegung neuer Rohrleitungen voneinander getrennt. Geplant ist, in einigen Straßenabschnitten das Regenwasser einfach an der Straßenoberfläche abfließen kann. Eventuell auch durch einfache Regenwasserrinnen, wie es in anderen Städten gemacht wird.

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