Wildschweinzaun

Blick auf Ruttebüller See wird nicht vergittert

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Ruttebüll/Rudbøl
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Vom Grenzübergang bei Rosenkranz (Foto) bis in den Ortsbereich Ruttebüll/Lystvej wird entlang des Ruttebüller Sees kein Zaun zur Abwehr auswanderungsbereiter deutscher Wildschweine gezogen, die Afrikanische Schweinepest ins Land einschleppen könnten. Foto: Volker Heesch

Jubel in Ruttebüll: Im Grenzdorf wird kein Wildschweinzaun aufgestellt. Der freie Panorama-Blick auf den See bleibt erhalten.

„Wir sind wirklich froh, dass wir keinen Grenzzaun vor die Nase gesetzt bekommen“, berichtet Thomas Georg Nielsen, der sein Haus direkt am Ruttebüller See mit Blick auf das Gewässer hat. Wie er, hatten auch andere Anwohner des Sees wie der Betreiber des Ruttebüller Grenzkrugs, Paul Wendicke, große Bedenken angemeldet, die im März 2018 von der Regierung und der Dänischen Volkspartei vereinbarte Absperrung der Grenze als vorbeugende Maßnahme gegen Wildschweine aus Deutschland könnte das Seepanorama des auch von vielen Touristen besuchten Grenzdorfes vergittern.

„Es ist Teil der politischen Absprache, dass Ruttebüll den freien Blick auf den See behält“, so der Leiter der staatlichen Naturbehörde im Bereich Wattenmeer, Förster Bent Rasmussen, gegenüber dem „Nordschleswiger“. Seine Behörde ist mit der Durchführung der Abzäunung beauftragt worden. „Wir haben in Ruttebüll eine gute pragmatische Lösung gefunden“, so Rasmussen. Innerhalb von Ortsbereichen wie in Ruttebüll/Rosenkranz, wo die 1920 nach der Volksabstimmung nach Ortsterminen mit der internationalen Kommission festgelegte Grenze quer durch Gärten und teilweise auf der Straßenmitte verläuft, ist kein Grenzzaun vorgesehen.

Bent Rasmussen berichtet, dass man im Bereich der teilweise lächerlich gemachten Zaundurchlässe Einrichtungen zur Vergrämung von Wildschweinen schaffen wolle. „Wir testen Raubtier-Duftstoffe, die Wildschweine vertreiben könnten. In anderen Ländern hat das geklappt“, so Rasmussen. Er berichtet, dass Einwanderung von Wildschweinen aktuell in erster Linie im östlichen Bereich der deutsch-dänischen Landgrenze stattfindet. „Es werden auch Wildkameras aufgestellt, damit wir registrieren können, welche Tiere die Durchlässe an kleinen Grenzübergängen, den Schengenübergängen, benutzen“, so Rasmussen.

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