Ausstellung

Reichtum und Armut

Reichtum und Armut

Reichtum und Armut

Tondern/Tønder
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Stadtratsmitglied Anita U. Eriksen probierte das Klöppeln an einem Übungsplatz der Ausstellung aus – mit Unterstützung durch eine digitale Lernhilfe. Foto: V. Heesch

Im Museum für Kulturgeschichte in Tondern ist eine Sonderausstellung mit Dokumenten zur Geschichte der Tonderner Spitzen zu sehen.

Zum Auftakt des Klöppelfestivals, dessen Startschuss am Freitag fiel, ist im Museum für Kulturgeschichte Tondern eine Sonderausstellung über die kunstvolle Fertigung der Tonderner Spitzen eröffnet worden, die der Stadt großen Reichtum brachte. Die Leiterin des Museums, Else Marie Dam-Jensen, sagte zur Ausstellungseröffnung im vollbesetzten Cafébereich, dass die Sonderschau nicht nur die kostbaren Arbeiten der Spitzenklöpplerinnen würdige, sondern auch die harten Lebensbedingungen der beteiligten Frauen in großer Armut in den Blickpunkt stelle. „Viele der Frauen auf den Fotos aus dem 19. Jahrhundert hatten keine Zähne im Mund“, so Dam-Jensen und erinnerte an die Armut vieler Klöppelmädchen.

In Verbindung mit der Ausstellung wies Dam-Jensen auf die immer zahlreicheren Kulturtouristen auch aus den Nachbarländern Deutschland und Niederlande hin, die sich im Tonderner Museum über Themen wie die Klöppelkunst oder die Silbersammlung informierten. Sie dankte den vielen Unterstützern, die die Ausstellung ermöglicht haben. Sie nannte besonders Lene Holm Hansen vom Klöppelfestival und verschiedene Stiftungen.

Museumschefin Else Marie Dam-Jensen und die Autorinnen Bobbi Donelly und Nancy Carnegy (v. l.) mit dem neuen Buch. Foto: V. Heesch

Bevor die Besucher die Klöppelausstellung aufsuchten, stellte Else Marie Dam-Jensen das neu erschienene Buch aus der Feder US-amerikanischer Klöppelexpertinnen vor. Unter dem Titel „Galslag og lopper“, mit dänischem, englischem und deutschem Text, werden besondere Klöppelspitzenmuster aus dem Museum in Tondern erläutert und präsentiert. Das Buch liefert eine Einführung in die Besonderheiten der Tonderner Spitzen. Die Autorinnen haben sich eingehend mit den Spitzen aus dem Bestand des Museums auseinandergesetzt. Schriftliche Quellen zur Arbeitsweise der Klöpplerinnen, die sehr großes Handarbeitsgeschick besaßen, sind kaum vorhanden, nur ihre Kunstwerke.

In der Ausstellung können die Besucher selbst das Klöppeln probieren.

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