Kommunalpolitik

SP: Die Kommune Tondern benötigt einen Infrastrukturplan

SP: Die Kommune Tondern benötigt einen Infrastrukturplan

SP: Die Kommune Tondern benötigt einen Infrastrukturplan

Tondern/Tønder
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Lastwagen, landwirtschaftliche Maschinen, Personenwagen: Auf der A11 darf alles fahren. Das bedeutet oft, dass vor dem Überholen Schneckentempo angesagt ist. Foto: Transportministerium

Stadtratsmitglied Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) begrüßt die Initiative von Venstre-Folketingspolitiker Hans Christian Schmidt zum Ausbau der A11. Doch er vermisst einen langfristigen Gesamtplan.

Vor zwei Jahren setzte es die Schleswigsche Partei in Tondern bei den Haushaltsberatungen durch, dass man sich bei einer Konferenz über infrastrukturelle Themen austauschen sollte. Diese Konferenz hat nie stattgefunden. Denn die Pandemie vermasselte die Durchführung des Treffens.

Stellung beziehen

„Ich drängele auch nicht, dass diese Veranstaltung hier und jetzt durchgeführt wird. Für die Schleswigsche Partei ist es aber wichtig, dass die Kommune endlich einen Infrastrukturplan bekommt. Wir müssen doch Stellung dazu beziehen, was auf der Bahn oder auf den Straßen notwendig ist und was wir wünschen. Von uns kommt aber keine Stellungnahme, wenn sich in diesem Bereich etwas Neues tut“, erklärt Jørgen Popp Petersen, Stadtratsmitglied der Schleswigschen Partei (SP) in Tondern.

Mit Interesse habe er aber die Initiative von Venstre-Folketingsmitglied Hans Christian Schmidt verfolgt, der sich für eine Aufwertung der viel befahrenen A11 von der Grenze bis nach Esbjerg einsetzen will.

Ich habe bewusst nie von einer Autobahn, sondern von einer Aufwertung der A11 gesprochen. Das missfiel unserem damaligen Bürgermeister Laurids Rudebeck.

Jørgen Popp Petersen, Stadtratsabgeordneter der Schleswigschen Partei

In früheren Jahren wurde seitens der Westküstenkommunen zu beiden Seiten der Grenze eine Autobahnanbindung verlangt. Von Tonderner Seite gab das frühere SP-Stadtratsmitglied Carsten Dinsen Andersen Gas. Diese Pläne sind zumindest von Kopenhagen wegen eines zu geringen Verkehrsaufkommens zu den Akten gelegt worden, während die B5 von deutscher Seite ausgebaut wird.

Der Ausbau der Bundesstraße läuft. Foto: maz.online.de

„Ich habe bewusst nie von einer Autobahn, sondern von einer Aufwertung der A11 gesprochen. Das missfiel unserem damaligen Bürgermeister Laurids Rudebeck", erinnert sich Jørgen Popp Petersen.

Im Infrastrukturvorschlag der Regierung, die Mitte April ihre Pläne vorlegte, kam die nordschleswigsche Westküste, beziehungsweise die A11 mit keiner Silbe vor. Lediglich ein A-11-Ausbau auf der Strecke Korskro bis nach Varde wurde vorgeschlagen.

Das veranlasste Bürgermeister Henrik Frandsen (Tønder Listen), zur Aussage: Eine Autobahn sei für ihn vom Tisch, der Wunsch nach einem Ausbau der A11 habe aber Bestand.

Gegenüber „Jydske Vestkysten“ erklärt der frühere Verkehrsminister Hans Christian Schmidt, dass ein Ausbau der A11 von der Grenze bis nach Esbjerg notwendig sei. Mit diesem Vorschlag würde seine Partei in die Verkehrsverhandlungen mit der Regierung gehen.

Der Ort Ripen (Ribe) ist bezüglich des A11-Ausbaus vor einigen Jahren gut weggekommen, als eine neue Umgehungsstraße mit einer Klappbrücke gebaut wurde – ein Projekt, das sogar bei Esbjergs Bürgermeister Unverständnis auslöste. Denn diese Maßnahmen haben nicht zu einem besseren Verkehrsfluss geführt“, moniert Jørgen Popp Petersen auch.

Hans Christian Schmidt hat bei Folketingswahlen viele Stimmen in der Kommune Tondern erzielt. Foto: Archivfoto Karin Riggelsen

Eine Milliarde Kronen

Für einen Ausbau bis nach Esbjerg würde Venstre jetzt eine Milliarde Kronen lockermachen. Hans Christian Schmidt, der zweiter Vorsitzender des Transportausschusses ist, meint, dass der Ausbau bei den bevorstehenden Verhandlungen noch priorisiert werden müsste. Es müsse zeitnah etwas unternommen werden. Jeder, der die A11 kennt, weiß vom Verkehrsaufkommen. Viele Jahre sei darauf und auf gefährliche Verkehrssituationen aufmerksam gemacht worden, meint Schmidt, der selbst Verkehrsminister gewesen ist. Doch auch in seiner Zeit kam der Ausbau nie auf die Tagesordnung.

Festlegen wolle er sich jetzt aber nicht, auf welche Weise die A11 auf den 80 Kilometern bis nach Esbjerg ausgebaut werden sollte. Er erhoffe sich jetzt auch Vorschläge seitens der Kommunen und ihrer Bürger.

Der Verkehrsplan der Regierung reiche bis ins Jahr 2023. Daher sei es wichtig, dass das Straßenprojekt jetzt in den Infrastrukturplan komme. Anderenfalls würde viel zu viel Zeit verstreichen, so Schmidt zu „Jydske Vestkysten“.

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