Kommunalpolitik

Zuschuss für Archivarbeit im Museum in der Warteschleife

Zuschuss für Archivarbeit im Museum in der Warteschleife

Zuschuss für Archivarbeit im Museum in der Warteschleife

Tondern/Tønder
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Das Militärgerät steht im Freien und rostet vor sich hin. Foto: Archiv: Brigitta Lassen

Das Zeppelin- und Garnisonsmuseum hatte beim Kultur- und Freizeitausschuss 209.000 Kronen beantragt. Doch die Politiker vertagten den Punkt

Das Zeppelin- und Garnisonsmuseum in Tondern, das von Freiwilligen betrieben wird, muss sich noch gedulden. Bei der Kommune wurde ein Antrag in Höhe von 209.000 Kronen gestellt, damit die schon eingeleitete Archivarbeit zur Katalogisierung der vielen Ausstellungsobjekte fortgesetzt werden kann. Der Historiker Vincent Henriksen arbeitet an dieser Sache schon seit einigen Monaten. Nun sollte der Anstellungsvertrag um weitere 12 Monate verlängert werden.

Dem Kultur- und Freizeitausschuss wurde der Antrag auf dessen jüngsten Sitzung vorgelegt. Doch der Punkt wurde vertagt. „Es müssen einige Fragen noch geklärt werden“, begründet der Ausschussvorsitzende René Andersen die Entscheidung, den Antrag bis zur kommenden Sitzung im Juni zu vertagen.

2020 gab es 100.000 Kronen

Im Juni vergangenen Jahres bewilligte die Kommune 100.000 Kronen für den Start der Archivar-Arbeit. Mitte September wurde der Historiker Vincent Henriksen eingestellt, der die Sammlung digitalisieren und Führungen vornehmen sollte. Bis Mai 2021 ist er im Museum beschäftigt.

Die Verlängerung seiner Arbeit werten die Museumsfreiwilligen als Sicherung des historischen Fachwissens für das großangelegte Projekt Zeppelin Tønder. Eine Fortsetzung des Vertrags würde 234.000 Kronen kosteten. Davon kann das Museum 25.000 Kronen dank einer privaten Spende stemmen.

Der Historiker Vincent Henriksen nahm im Herbst die Arbeit im Museum auf. Foto: Brigitta Lassen

Zeppelininteressierte um Manfred Petersen hatten über mehrere Jahrzehnte Rest vom früheren Luftschiffhafen im Soldaterskov gefunden und gesichert. Erstmals präsentierten sie die Zeitzeugen bei einer Ausstellung 1991. Einige Jahre später wurde das Zeppelinmuseum im früheren Gaswerk des früheren, deutschen Zeppelinstützpunktes aus dem Ersten Weltkrieg eingerichtet und eingeweiht.

Den Tonderaner Manfred Petersen kann man als einen der Väter des Zeppelinmuseums bezeichnen. Foto: Archiv: DN

Als die Tonderner Kaserne geschlossen wurde, wurden auch Militärgegenstände aus der Zeit, als Tondern eine Garnisonsstadt war, in die Sammlung aufgenommen. Seitdem heißt die Einrichtung Zeppelin- und Garnisonsmuseum.

Ihr Interesse und ihr Museum sowie der im Wald erhaltene Flugzeughangar des Zeppelinstützpunktes hat die Kommune zur Ausarbeitung des Leuchtturm-Projektes Zeppelin Tønder bewegt, das 300 Millionen Kronen kosten soll.

Auf seiner jüngsten Sitzung gab der Stadtrat zwei Millionen Kronen frei für dieses Mega-Vorhaben, das unter anderem über Stiftungen finanziert werden soll. Unter anderem soll das Gelände und die Zeit als Zeppelinstützpunkt in einer Ausstellung vor Ort vorgestellt werden.

Den Freiwilligen des Zeppelin- und Garnisonsmuseums gebührt die Ehre und unser Dank. Sie haben sich schon früh für die Zeppelingeschichte der Stadt interessiert. Die Ideen kamen von ihnen. Es müsste auch eine Zukunft für das Garnisonsmuseum geben.

Harald Christensen, sozialdemokratisches Stadtratsmitglied

In diesem Zusammenhang lobte Stadtratsmitglied Harald Christensen (Soz.) das große und teure Projekt, erinnerte aber daran, dass auch die Zukunft des Garnisonsmuseums bedacht werden solle. Der Knoten, der noch im Museum stecke, müsse gelöst werden.

„Den Freiwilligen des Zeppelin- und Garnisonsmuseums gebührt die Ehre und unser Dank. Sie haben sich schon früh für die Zeppelingeschichte der Stadt interessiert. Die Ideen kamen von ihnen. Es müsste auch eine Zukunft für das Garnisonsmuseum geben. Ich werde eine finanzielle Unterstützung erneut bei den Haushaltsberatungen ins Gespräch bringen“, versicherte der Sozialdemokrat.

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