Sozialdienst

„Ernüchternde und enttäuschende“ Antwort aus dem Ministerium

„Ernüchternde und enttäuschende“ Antwort aus dem Ministerium

„Ernüchternde und enttäuschende“ Antwort aus dem Ministerium

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Nordschleswig/Kopenhagen
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Der Vorsitzende des Sozialdienstes, Gösta Toft Foto: Volker Heesch

Am Freitag hatten Mitglieder des Kontaktausschusses einen Brief an die dänische Innenministerin verschickt. Die Antwort war laut dem Sozialdienstvorsitzenden Gösta Toft ernüchternd.

In einem Brief hatten sich am Freitag einige Mitglieder des Kontaktausschusses des Folketings für die deutsche Minderheit, darunter unter anderem Ellen Trane Nørby (Venstre) und Nils Sjøberg (Radikale), an die dänische Innenministerin Astrid Krag und den dänischen Kulturminister Rasmus Prehn (beide Sozialdemokraten) gewandt. Ihr Ziel: Sie wollen, dass ein staatlicher Zuschuss für die ehrenamtliche Arbeit im Sozialdienst Nordschleswig in Höhe von 350.000 Kronen wieder in den Staatshaushalt aufgenommen wird.

Nun hat sich die Innenministerin zu Wort gemeldet. In einem schriftlichen Kommentar an den „Nordschleswiger“, zeigt sie zwar Verständnis für die Situation des Sozialdienstes, verweist aber auf die Einschätzung der Sozialbehörde.

„Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass der Sozialdienst enttäuscht ist, in diesem und dem vergangenen Jahr keine Zuschüsse aus der Sozialbehörde bekommen haben. Der Grund ist aber, dass laut einer Beurteilung durch die Sozialbehörde der Sozialdienst nicht die geforderten Kriterien einhält“, so Krag.

Zudem käme ihr zufolge der Brief zu spät. „Die Regierung hat ihren Haushaltsentwurf im Oktober vorgelegt und verhandelt derzeit über eine endgültige Vereinbarung“, unterstreicht sie in ihrer Antwort am Montag, kurz bevor der Haushalt vereinbart wurde, und hat anschließend einen kleinen Rat an den Sozialdienst: „Ich kann die Organisation dazu auffordern, die Sozialbehörde zu kontaktieren und sich beraten zu lassen, welche Töpfe, aus denen sie Geld schöpfen könnten, sonst noch relevant wären.“

Der einzig richtige Topf

Doch das sieht Gösta Toft, Vorsitzender des Sozialdienstes, anders. „Aus unserer Sicht ist das der einzig richtige Topf. Ich kann nicht sehen, welcher besser passen könnte“, so Toft und ergänzt: „Wir werden aus einem Topf, der ehrenamtliche Arbeit unterstützt, rausgeworfen – wobei Freiwilligenarbeit genau das ist, was wir machen. Wenn Krag sagt, dass wir woanders finanzielle Mittel suchen sollten, stellt sich die Frage, wo das ist?“

Die Antwort aus dem Ministerium sei ihm zufolge enttäuschend und ernüchternd. „Es scheint nicht, als hätte sich die Meinung im Ministerium geändert“, so der Vorsitzende. „Es ist enttäuschend, dass Astrid Kragh als Vize-Vorsitzende des Kontaktausschusses nicht einsehen kann, dass die Vorgehensweise in Anbetracht geltender Konventionen falsch ist“, fährt er fort.

Nun heißt es laut Toft abwarten und sehen, was der am Montagabend vereinbarte Haushalt bringt. Der Brief einiger Kontaktausschuss-Mitglieder sei aber eine gute Neuigkeit. „Es freut mich sehr, dass wir aus dem Kontaktausschuss Unterstützung bekommen“, so der Vorsitzende.

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