Sydtrafik-Vorstandsmitglied

„Nicht noch weniger Busse einsetzen“

„Nicht noch weniger Busse einsetzen“

„Nicht noch weniger Busse einsetzen“

Apenrade/Vejle
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In zurückliegenden Jahren ist das Sydtrafik-Busnetz schon ausgedünnt worden. Foto: Sydtrafik

Jan Riber Jakobsen (Konservative) weist Forderung nach Kürzungen von Staatsmitteln zurück: „Metro kostet auch Milliarden“.

Jan Riber Jakobsen (Konservative) weist Forderung nach Kürzungen von Staatsmitteln zurück: „Metro kostet auch Milliarden“.

Empört reagiert die Regionsvorsitzende in Süddänemark, Stephanie Lose auf die Pläne ihres Parteikollegen, Venstre-Finanzminister Kristian Jensen, im Rahmen eines Effektivisierungsprogramms im Verlauf der kommenden drei Jahre den Regionen zehn Prozent der Mittel für den Betrieb der Busverbindungen zu streichen.

Auch das nordschleswigsche Mitglied im Vorstand der regionalen Busgesellschaft Sydtrafik, Jan Riber Jacobsen (Kons.), reagiert ablehnend auf das von Kristian Jensen angekündigte Vorhaben. „Wir können auf keinen Fall noch weniger Busse in unserer Region einsetzen“, so das Mitglied des Apenrader Stadtrates mit Wohnsitz in Pattburg. Er weist aber darauf hin, dass der überwiegende Teil der Buslinien von Sydtrafik auf Bestellung der Kommunen fährt. Die Region Süddänemark sei nur für die Linien zuständig, die über die Kommunengrenzen hinweg verkehren sowie für die Schnellbusse unter dem Namen X-Busse. Riber Jakobsen fordert dazu auf, die Buslinien noch besser mit der Bahn zu verknüpfen. „Es sollten mehr Passagiere die Busse nutzen“, so seine Forderung, und er kündigt an, Kontakt mit seinen Parteikollegen im Folketing aufzunehmen, um die Mittel für den Busverkehr zu sichern.

80 Prozent der Buspassagiere bei Sydtrafik sind Schüler. Sie sind auf den Bustransport angewiesen.

Jan Riber Jakobsen

Die Regierung hat zudem angekündigt, außer bei den Bussen auch bei den Mitteln für die Sanierung von Ölverunreinigungen den Rotstift anzusetzen. Für die Regionen, die neben dem Krankenhausbereich nur in wenigen Bereichen wie Altlastensanierung, Regionalplanung und regionaler öffentlicher Verkehr zuständig sind, ist die Mittelzuweisung aus Kopenhagen so einschneidend, da sie im Gegensatz zu den Kommunen über keine eigenen Steuereinnahmen verfügen.

Stephanie Lose warnt gegenüber Danmarks Radio vor einem Teufelskreis, wenn aufgrund der Kürzungen noch mehr Busrouten gestrichen werden müssten. Bereits in den vergangenen Jahren seien aus finanziellen Gründen viele Linien gestrichen oder ausgedünnt worden, was viele Kunden vertrieben habe. Sie erinnert daran, dass die Verkehrsleistungen ausgeschrieben worden sind und damit die Kosten für die öffentliche Hand gesenkt wurden. Laut Jyllands-Posten liegt der Anteil des Busverkehrs am gesamten Personenverkehr in Dänemark bei 8,5 Prozent. Finanziert wird er landesweit jährlich durch 1,1 Milliarden Kronen aus den Kassen der Regionen, 2,1 Milliarden von den Kommunen und 3,1 Milliarden durch Zahlungen der Passagiere.

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