Geschichte

Nordschleswig-Wiki ist keine Geschichtsbewertung

Nordschleswig-Wiki ist keine Geschichtsbewertung

Nordschleswig Wiki ist keine Geschichtsbewertung

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Im Internet wird das Internetportal Nordschleswig-Wiki fleißig genutzt. Foto: Nis-Edwin List-Petersen

Das Internetportal über Persönlichkeiten aus dem Kreis der deutschen Nordschleswiger läuft laut BDN Kommunikationschef Harro Hallmann nicht in BDN-Regie. Nis-Edwin List-Petersen berichtet von über zehn Millionen Aufrufen seit 2009.

„Für die Texte auf Nordschleswig- Wiki bin ich verantwortlich“, erklärt der frühere Büchereidirektor, Nis-Edwin List-Petersen, als „Der Nordschleswiger“ ihn auf die Kritik ansprach, die im Anschluss eines Vortrages über Pastor Schmidt-Wodder am Mittwoch im Haus Nordschleswig laut wurde. Viele Minderheitenpersönlichkeiten seien immer noch weichgespült und die Beiträge auf Wiki entbehrten einer Selbstkritik aus den Reihen der Volksgruppe, so die Kritik.

„Haufen Besserwisser“

„Ein ganz großer Haufen von Besserwissern bewertet die Geschichte von hinten und vergisst, den Zeitgeist miteinzubeziehen“, erläutert List-Petersen. „In Schleswig-Holstein hatten die Nazi damals den höchsten Stimmenanteil. Das hatte auch Einfluss auf Nordschleswig, und viele sind den Naziverbrechern auf den Leim gegangen. Auf Nordschleswig-Wiki werden lediglich Fakten verarbeitet, die aus verschiedenen Quellen stammen und diese Quellen sind angegeben.

Anpassungen erforderlich

Das Internetportal wurde 2009 von Nis-Edwin List-Petersen initiiert und schon 10.616.683-mal aufgerufen. Diese Zahl ist für ihn ein Indiz, dass das Portal ein wichtiges Nachschlagewerk für und über die Volksgruppe ist. „Natürlich muss das Wiki angepasst werden, doch das kostet Zeit und Geld, und ich warte darauf, dass vom BDN entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt werden“, setzt List-Petersen fort. „Ich trage immer noch einige Änderungen ein, doch die Hauptaufgabe liegt nicht bei mir. Sie gehört eigentlich zum Deutschen Museum in Sonderburg.“

BDN für realistischen Zugang zur Vergangenheit

Den Standpunkt des BDN zur Kritik legte Informationschef Harro Hallman dar: „Wir beschäftigen uns damit einem realistischen offenen Zugang über die Vergangenheit“, sagt BDN-Kommunikationschef Harro Hallmann zum „Nordschleswiger“. „Ein Bewertungsprojekt soll durchgeführt werden, und die Finanzierung teilen sich die Süddänische Universität SdU, der BDN und eine ungenannte Stiftung zu je einem Drittel. Am Nordschleswig- Wiki sind wir nicht beteiligt, auch wenn ein offizieller Eindruck vermittelt wird.“

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