Wahlen 2017

Toft: Meine nordschleswigsche Identität kann keiner ankratzen

Toft: Meine nordschleswigsche Identität kann keiner ankratzen

Toft: Meine nordschleswigsche Identität kann keiner ankratzen

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Schnappschuss vom Koldinger Storcenter – ohne Symbolwert Foto: Privat

Die Schleswigsche Partei stößt quasi auf keine alten Vorurteile als Neuling im Wahlkampf in der Region Süddänemark.

„Ich habe nur eine einzige negative Stimme erlebt im Wahlkampf, und das war auf der Straße in Nordschleswig, wo jemand sagte, er würde nie deutsch stimmen. Ansonsten und insbesondere auch nördlich der Königsau verspüre ich nur Wohlwollen.“ So der Spitzenkandidat der Schleswigschen Partei bei der Regionswahl in Süddänemark, Gösta Toft aus Apenrade, der im Wahlkampf auch viel außerhalb Nordschleswigs auf Tour ist. „Es ist ja völlig in Ordnung, wenn jemand sagt, dass er nicht deutsch stimmen will. Aber generell kommen negative Äußerungen so selten vor, dass diese Ausnahme nur die Regel bestätigt in Bezug darauf, dass wir voll anerkannt sind als regionale Partei“, so Wahlkämpfer Gösta Toft.

Nach dem bisherigen Verlauf seiner Wahltour hat er aber auch den Eindruck gewonnen, dass es für die SP sehr schwierig wird, Stimmen nördlich der Königsau oder auf Fünen zu kapern: „Es wird schwer, dort den Fuß in die Tür zu bekommen, wobei wir auch von einigen Nordschleswigern hören, die beispielsweise in Vejle oder anderswo leben, dass sie uns die Stimme geben werden bei der Regionswahl. Wir setzen also primär auf Wähler in Nordschleswig und auf jene, die außerhalb des Landesteils in gewisser Weise in der Diaspora leben.“

Gösta Toft hat im Wahlkampf ansonsten eigentlich nur positive Erlebnisse gehabt: „Ich bin neu und eine unbekannte Größe – und beispielsweise in Odense spürt man das, wenn die Fragesteller sich auf die großen Parteien konzentrieren. Die Kleinen bekommen kaum Fragen, aber in der Regel bekommen wir dann von den Moderatoren die Zeit, unsere Politik zu verkaufen. Das läuft schon.“

Auf den anonymen Inserenten angesprochen, der der SP die „sønderjyske“ Gesinnung abspricht, meint Toft, dass es diese Leute ja noch gibt: „Aber ich persönlich habe mit seinen Aussagen gar kein Problem, denn meine nordschleswigsche oder sønderjyske Identität kann er überhaupt nicht ankratzen.“

Hinsichtlich der Chancen auf ein Mandat im Regionsrat ist das Bauchgefühl der SP-Spitze Toft gut – auch wegen des Wahlbündnisses: „Das gibt uns die Chance, auch Stimmen außerhalb Nordschleswigs zu holen. Wir haben eine reale Chance, in den Regionsrat zu kommen. Ich habe auch ein gutes Gefühl, weil ich weiß, dass wir einen guten und effektiven Wahlkampf führen und alles tun, was möglich ist.“

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