Kreis Schleswig-Flensburg

Kinder der dänischen Minderheit erhalten keine kostenlosen Busfahrten

Kinder der dänischen Minderheit erhalten keine kostenlosen Busfahrten

Minderheitenkinder erhalten keine kostenlosen Busfahrten

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Kiel
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Foto: Cornelius von Tiedemann

Der Landesvorsitzende des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW), Flemming Meyer, äußert Kritik, nachdem eine große Mehrheit im Kreis Schleswig-Flensburg beschlossen hat, kostenlose Busverfahrten für deutsche, aber nicht für dänische Kinder zu bezahlen.

Flemming Meyer, Vorsitzender des Südschleswigischen Wählerverbandes (SSW), gehört zu den enttäuschten Mitgliedern der Partei, dies gab er in einer Pressemitteilung bekannt.

Der Kreistag Schleswig-Flensburg hat beschlossen, den Kostenanteil der Eltern für die Schülerbeförderung zu übernehmen. Dies würde ca. 635.000 Euro kosten. Die SSW-Kreistagsfraktion hatte beantragt, dass die Kostenübernahme auch für die Schüler der dänischen Minderheit im Kreis gelten solle. Dies wurde jedoch abgelehnt. Der dänische Schulverein sei eine Privatschule, deren Finanzierung vom Land gewährleistet werde, eine Bezuschussung sei daher nicht Aufgabe des Kreises, hieß es hierzu.

SSW-Vorsitzender Flemming Meyer Foto: Flensborg Avis

„Dass die Schulkinder der dänischen Minderheit, darunter auch meine eigenen Enkel, in den Augen von CDU, SPD und FDP im Kreis Schleswig-Flensburg immer noch weniger wert sind als Schülerinnen und Schüler aus der Mehrheitsbevölkerung, tut schon sehr weh und ist angesichts der positiven Entwicklung zwischen Mehrheit und Minderheit völlig unverständlich“, sagt Flemming Meyer in der Pressemitteilung.

„Wenn führende Politiker des Kreises meinen, dass es sich bei den dänischen Schulen um Privatschulen handelt, dann haben sie immer noch nicht verstanden, dass es sich für uns um die öffentlichen Schulen der dänischen Minderheit handelt. Ich dachte, dass wir kurz vor dem 100-jährigen Jubiläum der Volksabstimmung von 1920 in der Minderheitenpolitik der Kreise und Kommunen weiter wären“, fügt er hinzu.

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