Fussball

Sportchef mit ruhiger Hand

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Hadersleben/Haderslev
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Hans Jørgen Haysen hofft gegen Randers auf das fehlende Erfolgserlebnis. Foto: Karin Riggelsen

Hans Jørgen Haysen will mit seiner Mannschaft im Heimspiel am Sonntag ab 12 Uhr gegen Randers FC die sportliche Krise beenden.

Drei Spiele, null Punkte, null Tore. Das ist nicht gerade der Start, den man sich bei SønderjyskE vom Neustart unter Glen Riddersholm erhofft hatte, doch bei den Verantwortlichen von SønderjyskE zittern die Hände nicht. Der Sportchef ist davon überzeugt, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist, und stärkt seinem neuen Übungsleiter den Rücken.

„Wir haben den Trainer gewechselt, damit ein neuer Mann mit neuer Energie kommt und mit neuen Augen auf alles sieht. Wir hätten selbstverständlich gerne Punkte geholt, blicken aber auch auf andere Parameter, obwohl die Punkte das Entscheidende sind. Über weite Strecken haben wir in den drei Spielen unsere Leistung gebracht, aber wir haben aus unseren guten Phasen kein Kapital geschlagen und sind in den schlechten Phasen verwundbar gewesen“, sagt Hans Jørgen Haysen, der aber mit großer Verwunderung darauf reagiert, dass es schon kritische Stimmen in Richtung Glen Riddersholm gibt: „Da kann ich nur lachen. Wenn die Leute sehen würden, wie viel Energie er in die Spiele und ins Training steckt, da kann ich nur sagen, dass er ohne jeden Zweifel der richtige Mann für den Job ist.“

Der Sportchef nennt aber das Kind beim Namen.

„Wir befinden uns von den Ergebnissen her in einer Krise. Das muss man so sagen. Alle sprechen über die fehlenden Tore, aber wir haben auch im Schnitt zwei Gegentore zugelassen. Das muss in beiden Strafräumen besser werden. Unser Problem sind aber nicht unser Torwart oder unsere Stürmer. Wir müssen als Kollektiv aus dieser Krise wieder raus, und das so schnell wie möglich“, meint der Sportchef, der mitansehen musste, wie seine Spieler bei Rückschlägen schnell aus dem Konzept gebracht worden sind: „Es ist klar, dass Spieler mit angekratztem Selbstvertrauen bei Rückschlägen leichter aus der Bahn zu bringen sind, aber ich sehe hier keinen angezählten Kader, keine hängenden Köpfe und auch keine Leute, die den Glauben an eine Lösung verloren haben. Ich sehe dagegen Spieler, die Sonderschichten eingelegt haben, nach Trainingseinheiten länger bleiben und in großer Zahl auch an ihrem freien Tag hier waren, um die fehlenden Prozente rauszukitzeln.“

Das Vorhaben des neuen Trainers, die Spielanteile zu erhöhen, kommt deutlich zum Vorschein, doch Früchte getragen hat es noch nicht. In den bisherigen Spielen gegen Vejle, AGF und AaB hat es phasenweise am Ball ganz ordentlich ausgesehen, allerdings nur bis zum Strafraum. Der Sportchef hat keine Angst, dass man sich bei SønderjyskE zwischen zwei Stühlen sitzt.

„Nein, das befürchte ich nicht. Glen hat einige neue Ideen umgesetzt, aber nicht die Dinge um 180 Grad gedreht. Ich habe das Gefühl, dass alle dahinter stehen und diesen Weg gehen wollen. Glen ist auch Realist, und in einigen Sachen werden wir keine Kompromisse eingehen. SønderjyskE wird immer ein Klub sein, wo Kampf und Herz im Vordergrund stehen, das wird sich nie ändern“, so Hans Jørgen Haysen.

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