Fussball

Anerkennung erfolgt erst nach dem Tod

Anerkennung erfolgt erst nach dem Tod

Anerkennung erfolgt erst nach dem Tod

Ritzau/tf
Kopenhagen
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Foto: Scanpix

Der Europameistertitel von 1992 wird für immer ein Meilenstein in der Geschichte des dänischen Fußballs sein und eng verbunden mit dem Namen Richard Møller Nielsen. Doch der gerechtfertigte Dank und die entsprechende Anerkennung wurde dem Titel-Trainer, der neben der Europameisterschaft auch mit OB zwei Meisterschaften feiern konnte,  erst nach seinem Tod mit der Aufnahme in der „Hall of Fame“ zuteil.

Ein Umstand, der Claus Christiansen, der im Halbfinale gegen die Niederlande einige Spielminuten beim Triumph bekam, sauer aufstößt.

„Er hat seinen Platz in Odense und in der „Hall of Fame“, erst bekommen als er nicht mehr lebte und die entsprechende Anerkennung erst durch den Film „Sommeren 92“. Viele Spieler haben sich über den Film und die Erinnerungen gefreut, aber Richard Møller Nielsen hätte diese Anerkennungen definitiv zu Lebzeiten verdient gehabt und nicht erst 25 Jahre später. Das sieht selbst ein Blinder“, echauffiert sich der ehemalige Nationalspieler über den Umgang. Der ehemalige Pressesprecher des dänischen Fußballverbandes und Mitglied der Jury der „Hall of Fame“, Frits Ahlstrøm, ärgert sich ebenfalls über den Verlauf, weist aber auch darauf hin, dass Møller Nielsen bereits 2010 in die Galerie der Besten aufgenommen werden sollte.

„Am Ende war es eine Frage wann er Zeit hat, da die Übergabe nur persönlich vonstatten gehen darf. Aber entweder hatte er keine Zeit oder war erkrankt. Richard hat aber immer für den Fußball gelebt und seine Zeit als Trainer der U21 hat ihm beim Triumph geholfen. Viele der Spieler kannte er so schon im Vorwege und die Spieler kannten auch ihn“, so Ahlstrøm, der auch keinen Hehl daraus macht, dass es Widerstand gegen Richard Møller Nielsen als Nationaltrainer gab.

„Der Grund warum Richard Møller Nielsen in der ersten Runde nicht Nationaltrainer wurde, war Hans Bjerg, der ihn absolut nicht als Trainer wollte. Dabei wäre es die naheliegende Wahl gewesen, aber der Einfluss von Bjerg reichte weit“, so Frits Ahlstrøm. Umso glücklicher zeigt sich der ehemalige DBU-Pressechef, dass es am Ende noch mit der Aufnahme in die „Hall of Fame“ geklappt hat.

„Als Sepp Piontek ihm die Nachricht überbracht hat, hat er vor Freude gestrahlt“, so Ahlstrøm froh Møller Nielsen die Ehrung zukommen zu lassen.

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