EISHOCKEY

Eishockeyspieler wegen Körperverletzung verurteilt

Eishockeyspieler wegen Körperverletzung verurteilt

Eishockeyspieler wegen Körperverletzung verurteilt

Hjørring
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Kristian Jensen spielte in der Saison 2016/17 für SønderjyskE und hat 16 Länderspiele für Dänemark absolviert. Foto: Karin Riggelsen

Der dänische Eishockeyspieler Kristian Jensen von den Frederikshavn White Hawks wurde vom Gericht in Hjørring zu 20 Tagen Haft verurteilt. Die Strafe ist zur Bewährung ausgesetzt.

Der Sport hat seine eigenen Gesetze und seine eigenen Strafinstanzen – so dachte man zumindest bisher. Bricht ein Sportler bei der Ausübung seiner Tätigkeit die Regeln, muss er sich vor dem Sportgericht dafür verantworten.

Am Freitagmittag wurde nun erstmals ein Eishockeyspieler zivilrechtlich für eine Aktion während eines Spieles verurteilt.

Der dänische Profi Kristian Jensen wurde wegen Körperverletzung zu zwanzig Tagen Haft auf Bewährung verurteilt, weil er in einem Ligaspiel seinen Gegenspieler bewusstlos geschlagen hatte.

Weitreichende Konsequenzen

Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt und wird auch in anderen Bereichen Folgen haben. Denn in Zukunft muss für jede Sportart der rechtliche Rahmen abgesteckt werden. Wo endet der sportrechtliche und wo beginnt der strafrechtliche?

Die Richterin Jeanette Thørholm Andersen und ihre beiden Schöffen waren sich darüber einig, dass die Tat so schwerwiegend war, dass die Strafe des Dänischen Eishockey-Verbandes nicht ausreiche. Kristian Jensens Verteidiger hatte einen Freispruch gefordert.

Die relativ milde Strafe sei dadurch geschuldet, dass sich die Tat im Rahmen des Eishockeysports ereignet hat, der von körperlichen Auseinandersetzungen geprägt ist, erklärte der Gerichtsvorsitzende.

Eishockeykommentator Jimmy Bøjgaard sagte auf TV2 News: „Es ist ein Zeichen gesetzt worden, dass man sich auch im Eishockey nicht alles erlauben kann. Es ist zwar eine harte Sportart, aber es gibt auch Regeln. Eine davon ist, dass man niemanden schlägt, der sich nicht wehren kann.“

Der Geschäftsführer der Frederikshavn White Hawks zeigte sich enttäuscht von dem Urteil: „Wir sind sehr traurig, dass Kristian Jensen verurteilt wurde. Immerhin hat er die mildeste Strafe bekommen, die möglich war. Für Kristian wird das Urteil bei uns keine Konsequenzen haben. Wenn seine Sperre abgelaufen ist, wird er wieder spielen“, sagte Henrik Andersen auf TV2 News.

Kristian Jensen hat keinen Kommentar zum Urteil, sagte sein Verteidiger Jens Christian Christensen.

Was war passiert?

Beim Ligaspiel zwischen den Frederikshavn White Hawks und den Odense Bulldogs hatte Kristian Jensen seinen Gegenspieler Lucas Bjerre Rasmussen umgerissen und ihm einen Faustschlag ins Gesicht verpasst, obwohl dieser beim Sturz aufs Eis seinen Helm verloren hatte und ungeschützt mit dem Kopf auf dem Eis lag.

Lucas Bjerre Rasmussen musste bewusstlos ins Krankenhaus gefahren werden. Der 18-Jährige erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und Brüche im Gesicht.

Der Disziplinarausschuss des dänischen Eishockeyverbandes sperrte Kristian Jensen für 17 Liga-Spiele.

Kurze Zeit nach dem Urteil zeigten zwei Zuschauer den Frederikshavn-Spieler bei der Polizei wegen Körperverletzung an.

Am Freitagmittag fand die Gerichtsverhandlung in Hjørring statt. Jensen wurde zu einer Bewährungsstrafe von 20 Tagen verurteilt.

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