Kommunalpolitik

Die Volksmusik soll in Tondern ins Archiv

Die Volksmusik soll in Tondern ins Archiv

Die Volksmusik soll in Tondern ins Archiv

Tondern/Tønder
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Im ersten Stock des früheren Waisenhauses in Tondern soll das Musikarchiv eingerichtet werden. Foto: Monika Thomsen

Wo, wenn nicht in Tondern, soll das neue Archiv liegen, in dem Dokumente über die Volksmusik im weitesten Sinne, Tonträger, Musikinstrumente und ähnliches aufbewahrt und präsentiert werden sollen. Der Ökonomieausschuss will helfen.

Das Tønder Festival ist weltbekannt. Daher hat ein neues Komitee, das in diesem Jahr gegründet wurde, sich zum Ziel gesetzt, in Tondern ein Archiv für Volksmusik im weitesten Sinne mit Dokumenten, Tonträgern (Kassetten und Schallplatten), Büchern, Zeitschriften, Zeitungsbeiträgen, Ausstellungsgegenständen und Musikinstrumenten zu etablieren.

Das Komitee nennt sich entsprechend: „Komiteen til etablering og drift af et folkemusikarkiv i Tønder“. Treibende Kraft ist Poul-Henrik Jensen, der auch Vorstandsmitglied des Tønder Festival Fonds ist.

Kommune will helfen

Die Kommune Tondern will bei der Umsetzung dieses Wunschs behilflich sein. Der Ökonomieausschuss hat bis auf eine Gegenstimme von Bent Paulsen (Dansk Folkeparti) dafür gestimmt, dem Komitee erst einmal einen Raum im ersten Stock im früheren Waisenhaus an der Osterstraße zur Verfügung zu stellen. Im Erdgeschoss ist das Sekretariat von „Unge i Uddannelse“ angesiedelt. Bei größerem Platzbedarf wird sich dort auch eine Lösung finden lassen.

Startkapital

Des Weiteren hat der Ökonomieausschuss empfohlen, dass der Planungsgruppe ein Startkapital von insgesamt 350.000 Kronen für die Jahre 2020 bis 2022 zur Verfügung gestellt wird. „Natürlich wollen wir diese Sache unterstützen“, erklärt Bürgermeister Henrik Frandsen. Der Betrag soll über die im Haushalt vorgesehenen Mittel für die Kulturabsprache Wattenmeer finanziert werden, die bekanntlich gestrichen wird.

Kulturerbe sichern

Die Gründung eines Musikarchivs wird unter anderem auch von früheren Radio-Moderatoren, die große Bestände zur Verfügung stellen würden, unterstützt. Diese würden sonst aufgelöst und in alle Winde verstreut werden, falls keine organisierte Archivierung vorgenommen wird. Seitens des Komitees wird das Material eingestuft, von sehr großem kulturellen Wert, ja sogar ein einzigartiges Kulturerbe, zu sein.

Das Tønder Festival – hier ein Konzert mit Harald Haugaard und dem Ensemble von folkBaltica – mischt bei der Einrichtung des Musikarchivs mit. Foto: Karin Riggelsen

Freiwillige helfen

Das Archiv wird im Tønder Festival Fond verankert, der sich dementsprechend auch an der Finanzierung beteiligen will. Laut vorläufigem Zeitplan soll die Archivarbeit, die bereits im kommenden Jahr mit dem Sammeln, der Erfassung und Archivierung aufgenommen werden soll, zunächst von Freiwilligen geleistet werden. 2021 soll ein Koordinator auf Teilzeit angestellt werden.

Im Laufe des ersten Jahres soll der Umfang der Archivsbestände erfasst werden. Ist das Potenzial, wie vom Komitee erwartet, groß, müssen andere Räume in Tondern gefunden werden. Das Archiv soll offen für alle Musikinteressierten, Forscher, Musiker, Touristen usw. sein.

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