Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, 25. April 2021“

Das Wort zum Sonntag, 25. April 2021

Das Wort zum Sonntag, 25. April 2021

Anke Krauskopf
Anke Krauskopf
Nordschleswig
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Das Wort zum Sonntag, 25. April 2021, von Anke Krauskopf, Pastorin in Apenrade

Corona-Konfirmation 2.0

Die Zeit der Konfirmationen beginnt jetzt im April und wird sich für einige wegen C. noch bis in den August/September hinziehen. Aber egal, wann die Jugendlichen nun eingesegnet werden, so waren manche Eltern doch besorgt, ob die Jugendlichen „denn überhaupt genug gelernt hätten“ in diesem Lockdown-Konfirmanden-Jahr.

Ich sage: wahrscheinlich nicht! Am Ende dieser Konfirmandenzeit werden möglicherweise viele Fragen ungeklärt sein. Ist das schlimm? Ich glaube nicht! Wenn ich zum Beispiel zur Goldenen Konfirmation mit den Jubilaren über ihre Erinnerungen spreche, dann fällt den meisten ihr ehemaliger Pastor ein. Entweder denken sie an den gestrengen protestantischen Pastor, der auch vor körperlicher Züchtigung nicht zurückschreckte und vor dem man Angst hatte, oder sie erinnern sich an das Gegenmodell, den „nächstenlieben“ Pastor, der in allen und allem stets das Gute sah. Diesem mangelte es aber an nötiger Autorität, und deshalb konnte man mit ihm ordentlich Schabernack treiben. Bei der damals üblichen „Konfirmandenprüfung“ hoben alle, die die gestellte Frage beantworten konnten, die rechte Hand, und alle, die nicht gelernt hatten, die linke. So hatte der Pastor eine 100-prozentige Beteiligung und lief nicht Gefahr, sich zu blamieren. Es gibt unzählige solcher Anekdoten aus dem Konfirmandenunterricht. Auch wie das Wetter war, was es zu essen gab, wie üppig oder spärlich die Geschenke ausfielen wird erinnert.

Wenn ich die Jubelkonfirmanden aber frage, was sie eigentlich inhaltlich behalten haben, dann wird es meistens ziemlich still. Macht nix!

Glauben lernen – verstehen – bestätigen – befestigen ist ein lebendiger Prozess. Glaube ist kein fertiger Besitz, und Konfirmation ist kein Abschlusszeugnis.

Darum – finde ich – geht es gar nicht darum, wie viel Christentumswissen man während der Konfirmandenzeit anhäufen kann, sondern darum, Interesse für Gottes Sache zu wecken.

Konfirmation ist die Einladung, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, eigene Erfahrungen zu machen und eigene Antworten zu finden – und die sehen mit 14 Jahren anders aus als mit 20, 50 oder 70 Jahren.

Und so freue ich mich auch 2021 auf die Konfirmationen in Nordschleswig mit der unerschütterlichen Hoffnung, dass die Jugendlichen in aller Unvollkommenheit, aber mit Gottes Hilfe schon was draus machen werden.

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