Kulturleben

Viele Veranstaltungen, weniger Gäste

Viele Veranstaltungen, weniger Gäste

Viele Veranstaltungen, weniger Gäste

Apenrade/Aabenraa
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Der Himmel über der Sønderjyllandshalle ist von dunklen Wolken überschattet. Foto: Jan Peters

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Peter Autzen leitet das Veranstaltungszentrum „Sønderjyllandshallen“. Im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ berichtet er über die derzeitigen Folgen der Corona-Krise.

Der Veranstaltungskalender ist voll. „Es gab noch nie so viele Angebote wie derzeit“, stellt Peter Autzen, Chef des Veranstaltungszentrums „Sønderjyllandshalle“ in Apenrade, fest.

Er hatte, nachdem die von der Regierung verhängten Corona-Restriktionen immer mehr aufgeweicht und seit einigen Wochen ganz zurückgenommen worden sind, bei seinen Veranstaltungen mit vollem Haus gerechnet. „Doch das war nicht der Fall“, resümiert Autzen nach den ersten Wochen.

Peter Autzen vor dem Eingang der Veranstaltungshalle (Archivfoto) Foto: Paul Sehstedt

776 Sitzplätze hat die Halle im Stadtzentrum. Selbst bei bekannten Künstlern seien knapp etwas mehr als die Hälfte der Karten verkauft, berichtet er.

Überangebot

Der Grund dafür ist schnell ausgemacht. „Wenn ich allein in den Kalender der Sønderjyllandshalle, dem ,Gazzværket‘ und dem ,NygadeHuset‘ schaue, dann wird es deutlich. Es gibt in diesem und den kommenden Monaten bis zur Weihnachtszeit sehr viele Veranstaltungen. Es hat sich ein Corona-Stau gebildet, der jetzt langsam anfängt, sich aufzulösen“, sagt der erfahrene Hallenleiter.

Hinzu kämen noch private Feiern, wie Geburts- oder Hochzeitstage sowie Events von Vereinen und Klubs, die ebenfalls aufgeschoben worden waren. „Und das bildet einen großen Veranstaltungsbuckel, den wir vor uns herschieben“, beschreibt er die aktuelle Situation.

Frühere Vorstellungen

Verantwortlich für den Stau sind jedoch auch die in der Corona-Pause abgesagten Events, die nun ebenfalls möglichst schnell nachgeholt werden sollen. „Einige unserer Gäste haben Tickets für sechs Veranstaltungen“, weiß der Hallenchef zu berichten.

Eine Patentlösung hat Peter Autzen nicht auf Lager. Er nimmt die Situation vorerst noch mit Humor. „Wir müssen den Leuten eben ein Sofa auf den Rücken schnallen“, sagt er, und meint, dass es den Leuten so gemütlich gemacht werden soll, wie daheim in ihrem Sessel.

Großes Angebot – weniger Einnahmen

Auch wenn der Humor bei dem Apenrader nicht versiegt, weiß er doch, was das Überangebot bedeutet: Weniger Einnahmen für alle Beteiligten – wozu auch die Künstler gehören, die ihn schon nach neuen Auftrittsterminen fragen. Sie kann er derzeit nur auf die Jahre 2022 und 2023 vertrösten, „wenn wir wieder zum Normalzustand zurückgekommen sind und nicht zu viele Angebote haben“, sagt Peter Autzen.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen. „Bei unserem Jazz-Angebot mit den ,Kansas City Stampers‘ und Jesper Thilo hatten wir 250 Gäste. Damit haben wir nicht gerechnet“, erzählt er.

Geduld gefragt

Doch dieser Erfolg sei bisher die Ausnahme, denn selbst bei einem so bekannten Künstler wie Thomas Warberg, der aus Nordschleswig stammt, und dem ,Sønderjyllands Symfoniorkester‘ war die Halle weit davon entfernt, ausverkauft zu sein.

So heißt es, Geduld zu haben.

„Die Corona-Zeit haben wir mit finanziellen Hilfspaketen aus Kopenhagen überbrücken können. Jetzt heißt es lächeln und Karten verkaufen“, so Peter Autzen, der hofft, dass die Gäste die „Sønderjyllandshalle“, die es seit 1956 in Apenrade gibt, nicht vergessen.

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